Müll-Anlieferung beim Müllheizwerk Rothensee in Magdeburg
Müll-Anlieferung beim Müllheizwerk Rothensee in Magdeburg. Bildrechte: Roland Jäger/MDR

"exakt – Die Story" | 07.03.2018 | 20:45 Uhr Goldgrube Mülltonne: Die Wege des Mülls

Ein Film von Isabell Hartung und Roland Jäger

Mit Müll lassen sich Millionen verdienen. Zum Beispiel, indem man Energie daraus erzeugt. Sachsen-Anhalt hat so viele Müllverbrennungsanlagen wie kaum ein anderes Bundesland. "exakt – Die Story"-Reporter verfolgten die Wege des Mülls.

Müll-Anlieferung beim Müllheizwerk Rothensee in Magdeburg
Müll-Anlieferung beim Müllheizwerk Rothensee in Magdeburg. Bildrechte: Roland Jäger/MDR

Seit mehr als 25 Jahren sind wir Deutschen ein Volk von Müllfachleuten. Mit der Einführung des Dualen Systems 1991 haben wir angefangen, unseren Hausmüll zu trennen – fein säuberlich in Bio- und Papiermüll, Wertstoffe und das, was übrigbleibt – im guten Glauben, dass ein Großteil des Mülls recycelt wird. Doch tatsächlich wird gerade einmal die Hälfte der Verpackungsabfälle in Deutschland wiederverwertet. Der Rest landet direkt in Müllverbrennungsanlagen.

Denn es ist nicht alles Müll, was stinkt. Im Gegenteil: Mit Müll lassen sich Millionen verdienen. Zum Beispiel, indem man Energie daraus erzeugt. Sachsen-Anhalt hat so viele Müllverbrennungsanlagen wie kaum ein anderes Bundesland. Kolonnen von Lastern bringen den Müll aus ganz Deutschland und halb Europa nach Sachsen-Anhalt. "Es ist ein komplexes Wirtschaftssystem, das nicht nur dem Umweltschutz dient", kritisiert Umweltschützer Thomas Fischer. Der Müll, der nicht verbrannt wird, landet als zum Teil hochgiftiger Abfall auf Deponien über und unter der Erde. Und dieser Restmüll ist ein Risiko für Jahrzehnte.

Der Giftmüll im "Silbersee"

Demonstration gegen die Giftgrube in Brüchau in Sachsen-Anhalt
Demonstration gegen die Giftgrube in Brüchau in Sachsen-Anhalt. Bildrechte: Isabell Hartung/MDR

So schlummern in Brüchau in der Altmark in einer Bohrschlammdeponie tausende Tonnen Quecksilber, Säuren und Arsenstoffe. Chemikalien, die in Verdacht stehen, Krebs zu erregen.

Eine Bürgerinitiative kämpft seit Jahren dafür, dass der sogenannte "Silbersee" verschwindet. Sprecher Christfried Lenz wirft der Landesregierung vor, eine Entscheidung auf die lange Bank zu schieben. "Das ist eine reine Verzögerungstaktik. Die Grube ist nicht dicht und muss deshalb weg."

Wer profitiert beim Müll?

"exakt – Die Story" verfolgt den Weg, den der Müll in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen nimmt. Außerdem werfen die Reporter einen Blick auf den Alltag bei der Müllbeseitigung in Deutschland und fragen: Macht Mülltrennung Sinn? Wer profitiert beim Müll? Und was passiert mit dem vielen scheinbar vergessenen Müll?

Eine Grafik zum Thema Müllaufkommen in Sachsen-Anhalt.
Eine Grafik zum Thema Müllaufkommen in Sachsen-Anhalt. Bildrechte: Exakt - Die Story/MDR

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Quelle: MDR/jr

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Exakt – Die Story | 07. März 2018 | 20:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. März 2018, 13:31 Uhr

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4 Kommentare

07.03.2018 20:53 Frank Ambach 4

In der Sendung wird gesagt, jeder Bürger produziert Müll. Das stimmt nicht. Den Müll produzieren Industrie und Handel. Der Bürger muss den Müll dann entsorgen.

07.03.2018 16:07 Martina 3

Nachtrag: solange der Fluxkompensator zwar angedacht aber noch nicht gebaut ist, ist die Gewinnung von Energie aus Müll keine kluge Sache.

07.03.2018 16:04 Martina 2

"Mit Müll lassen sich Millionen verdienen. Zum Beispiel, indem man Energie daraus erzeugt." Aus diesen zwei Sätzen klingt so viel Optimismus, da werfe ich jetzt gern meinen Joghurtbecher, meinen Tetrapack, meinen Kaffeebecher, meine Umverpackung, mein Einwegfeuerzeug, meine Kaffeepads, meine Papierkücheneinwegtücher, meine Einwegfotokamera usw. mit Freude weg.

07.03.2018 09:56 DiDi 1

Was übrig bleibt landet im Meer dann kann man die dummen Menschen verklickern ihr müsst mehr Geld für eine Plastiktüte bezahlen sonst werden die Schiffe zuteuer und können kein Müll ins Meer verklappen,so einfach ist das