Exakt | 30.03.2016 Ferkelzuchtanlagen der ehemaligen Straathof-Unternehmen weiterhin in der Kritik

Die Ferkelzucht-Betriebe des ehemaligen Straathof-Unternehmens in Sachsen-Anhalt stehen weiterhin in der Kritik. Nach Recherchen des MDR-Magazins Exakt klagen Anwohner der Gemeinden Kleindemsin und Binde über starke Geruchsbelästigungen. Aus geöffneten Fenstern der Anlagen würde ammoniakgeschwängerte Abluft austreten, so betroffene Anwohner gegenüber Exakt. Auch Gülletransporte würden für starke Geruchsbelästigung in den Gemeinden sorgen.

Ferkel in einer Schweinezucht
Bildrechte: IMAGO

Tierschützer klagen zudem, dass noch immer Tiere in engen sogenannten Kastenstandreihen untergebracht seien. So belegen Filmaufnahmen der Tierschützer aus der Ferkelzuchtanlage in Gladau, dass die Tiere dort in dicht gedrängten Boxen fixiert sind. Sie könnten nicht einmal ihre Gliedmaßen ausstrecken.

In den vergangenen Jahren gab es verschiedene Verfahren gegen das Unternehmen Straathof im Zusammenhang mit Schwarzbauten, Tierschutz- und Umweltverstößen. Gegen Adriaan Straathof, einst einer der größten Ferkelzüchter Europas, wurde sogar ein Tierhaltungsverbot verhängt.

Die Straathof-Betriebe firmieren seit dem Sommer 2015 unter dem Namen LFD-Holding. Geplant war ein Neustart - tierschutzgerechter und transparenter, so das Versprechen der neuen Unternehmensführung. Ein Interview gab das Unternehmen trotz mehrfacher Anfragen nicht. Schriftlich heißt es unter anderem: "Die LFD strebt eine konsequente parallele Entwicklung des Tierwohls, der Qualität und damit ihrer Wirtschaftlichkeit an."

Dem Landwirtschaftsministerium sind Anfang 2015 eine Vielzahl von tierschutzrechtlichen Verstößen in der Anlage in Gladau bekannt geworden. Ein Sprecher sagte MDR-Exakt, daraufhin habe man das Landesverwaltungsamt aufgefordert, den zuständigen Landkreis dabei zu unterstützen, diese Probleme zu beseitigen. Generell habe es in regelmäßigen Abständen sowohl zum Tierschutz als auch zum Emissionsschutz Kontrollen gegeben. Dabei sei nichts Wesentliches aufgefallen. Jedoch: "Bei der Überwachungsbehörde ist Ende Februar zur Anlage Demsin eine Beschwerde über Geruchsbelästigungen eingegangen, die geprüft wird", sagte der Sprecher weiter.

Zuletzt aktualisiert: 20. April 2017, 16:41 Uhr

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10 Kommentare

01.04.2016 15:16 Frau A. 10

Tatsache ist, es ist nicht einer allein Schuld an diesem System der Verramschung. Die Konzerne sind nicht bereit mehr zu zahlen( siehe Verweigerung Edeka Tierwohl Aktion), der Kunde kauft es trotzdem. "Hauptsache ich kann billig leben". Die Politik lässt Tierquälerei zu. Das Nachsehen haben kleine Familienbetriebe die gerne besser mit den Tieren umgingen, aber mangels guter Bezahlung auf Masse produzieren müssen. Wobei diese Riesenanlagen a la Strathoff noch damit nicht zu vergleichen sind. Das ist einfach nur grausam für`s Tier.

31.03.2016 23:46 cleo 9

31.03.2016, 10:22 | Das ist das Wesen des Systems 2 (Wie sehr sie Zusammenhänge systematisch verdrängt, verleugnet und vertuscht, zeigt den Grad ihrer Zivilisierung noch viel mehr. Und Zivilisation und Neoliberalismus sind ohnehin unvereinbar. Einem Großteil der "Bürger" ist das allerdings offensichtlich schaizzegal - Hauptsache ich. Siehe oben. )

...ja.... und die Generation , die in den 80ern alles besser machen wollte ( damals war es" fünf vor zwölf", heute sicherlich halb eins), hat nun Nachkommen, die dies alles akzeptieren....

Dieses System ist offensichtlich effektiv...und jemand hat einmal prophezeit, das es in Barbarei endet, wenn sich Alternativen nicht durchsetzen.

So oder so...


31.03.2016 19:59 Miserabel 8

erst Massenverstöße gegen vieles (Tierhaltung / Scwartzbau) daraus Tierhaltungsverbot und dann das:
Bei Kontrollen durch das Landesamt sei nichts Wesentliches aufgefallen.
Wurden Beamte geschmiert /Korruption??

31.03.2016 19:22 Steffen Bellmann 7

Bitte führen Sie den Beitrag mal weiter und gehen in die Discounter wo ein kg "Gehacktes" nur 3,33 € kostet!!
Die Leute rennen maßenhaft dort hin und kaufen dieses "Essen" für so wenig Geld und am nächsten Tag wied die Hälft weggeschmissen, kostet doch "nur" so wenig. Die Schöpfung Gottes wird nur noch verramscht! Die kleinen Bauer hier, sind genau so arme Schweine und können sich nicht wehren! Der Kunde ist am allermeisten an der Misere schuld!!

31.03.2016 14:21 Frau A. 6

@Gerscher
Ich esse schon seit 5 Jahren überhaupt kein Fleisch mehr, eben weil ich soetwas nicht mehr unterstützen möchte. Aber wenn von anderen noch Fleisch verzehrt wird, dann doch bitte ohne Quälerei für die Tiere während ihrer ohnehin kurzen Lebenszeit.
Und die Staatsanwaltschaft hat bei Strathoff auch gehandelt, wie im Bericht zu sehen war.

31.03.2016 12:48 Gerscher 5

Was für eine bigotte Debatte!
Das Kilo feinstes Fleisch für 99 Cent beim Discounter erramschen, sich aber über Bedingungen und Ausmaß der Haltung beschweren, ja sogar nach der mit Sicherheit sooofort eingreifenden Staatsanwaltschaft rufen *kopfschüttel*

31.03.2016 11:09 Frau A. 4

Diese Haltung verstösst doch gegen das Tierschutzgesetz, wenn die Sauen in ihrem eigenen Kot liegen müssen. Von Natur aus haben Schweine einen getrennten Toilettenbereich, wie auch einen "Wohn" - und Futterbereich. Es sollte in der Öffentlichkeit stärker verbreitet werden, was Schweine für intelligente und sensible Tiere sind, damit mehr Menschen verstehen, warum etwas gegen die schlechten Haltungsbedingungen getan werden muß. Und wo bleibt hier die Staatsanwaltschaft, wenn die Nachfolger genauso weitermachen wie Fa. Strathoff?

31.03.2016 10:22 Rudi S. 3

Habe es im TV gesehen wie man mit den Tieren umgeht,einfach widerlich.Die Betreiber sollte man mal so einpferchen,das möchte ich mal sehen.

31.03.2016 10:22 Das ist das Wesen des Systems 2

@30.03.2016 21:53 cleo (...wie eine Gesellschaft mit ihrer Umwelt und Tieren umgeht, zeigt den Grad ihrer Zivilisation.... Ist wohl nicht weit her damit....) Wie sehr sie Zusammenhänge systematisch verdrängt, verleugnet und vertuscht, zeigt den Grad ihrer Zivilisierung noch viel mehr. Und Zivilisation und Neoliberalismus sind ohnehin unvereinbar. Einem Großteil der "Bürger" ist das allerdings offensichtlich schaizzegal - Hauptsache ich. Siehe oben.

30.03.2016 21:53 cleo 1

...wie eine Gesellschaft mit ihrer Umwelt und Tieren umgeht, zeigt den Grad ihrer Zivilisation....

Ist wohl nicht weit her damit....