FAKT exklusiv | 17.07.2018 Sächsischer Fußballpräsident kritisiert Vertragsverlängerung von Löw

Trainer Joachim Löw aus Deutschland vor dem Spiel.
Trotz des frühen Ausscheidens bei der WM 2018 in Russland verlängerte der DFB den Vertrag mit Bundestrainer Joachim Löw vorzeitig. Bildrechte: dpa

Der Präsident des Sächsischen Fußball-Verbandes, Hermann Winkler hat die vorzeitige Vertragsverlängerung von Bundestrainer Löw scharf kritisiert. "Normalerweise zählt erst Leistung, dann Vertrag, dann ordentliche Entlohnung. Der Vertrag war bis 2020 gültig. Also er war keine lahme Ente, der Jogi Löw. Warum diese Vertragsverlängerung gemacht werden musste, erschließt sich uns nicht. Auch solche Fragen müssen wir diskutieren", sagte er gegenüber dem Magazin "FAKT".

Hermann Winkler, 2016
Der Präsident des Sächsischen Fußball-Verbandes kritisiert auch die Schere zwischen Profi- und Amateursport. Bildrechte: IMAGO

Winkler appellierte an den DFB, künftig wieder stärker auf die Belange der Amateure und der Fußballbasis zu achten: "Das Präsidium sollte auf die Vereine, die es repräsentiert hören. Wenn wir das einfließen lassen und nicht nur auf bestimmte Beraterkreise hören, dann kommen wir zu einer guten Analyse. Dann ist die Verbindung wieder da und die Schere zwischen Profisport oder WM-Teilnehmern und Amateursport wird nicht noch größer."

Weiter kritisiert der Präsident des Sächsischen Fußball-Verbandes, dass Joachim Löw selbst mit der Fehleranalyse für das Ausscheiden der Nationalmannschaft betraut worden ist. Dass diese Analyse ausgerechnet zu Beginn der Fußball-Bundesliga veröffentlicht werden soll, hält er für ein Unding: "Das ist so, als ob ich all meine Freunde zur Grillparty einlade. Wohlwissend, dass die alle im Urlaub sind. Das kann ich nicht machen. Wir wollen nicht veralbert werden", so Winkler.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | FAKT | 17. Juli 2018 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2018, 01:20 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

13 Kommentare

20.07.2018 00:27 HNo 13

Schön, dass hier im Kreis der Empörten Einigkeit herrscht.
Bin jedoch nicht sicher, ob das die Schlafmützen beim DFB erreicht. Wie kann es sein, dass eine fatal erfolglose Vorbereitungsphase nicht nur ohne Konsequenzen übergangen wird, sondern auch noch mit zusätzlichem politischen Ballast beladen in eine Weltmeisterschaft nach Russland geschickt wird. Hier haben Amateure im hochbezahlten Fußballmanagement nichts zu suchen,,,

19.07.2018 11:57 Chemnitzer 12

Die DDR läßt grüßen.Die Verursacher des Schlammassel sitzen weiterhin fest im Sattel.Sie dürfen ihr "Gequirltes" auch noch selbst analysieren.Unsere Führungsskräfte sind verflochten in einem Netz von Vetternwirtschaft.

18.07.2018 18:27 Beobachter 11

Verantwortung für Fehlleistungen und Versagen zu übernehmen ist in Deutschland nicht mehr üblich. Warum sollte es also Jogi tun, er eifert nur seinem Idol nach.
Bei der WM hat man gesehen, was gute Trainer auch mit Mannschaften ohne viele Superstars leisten können- dort sollte der DFB mal nachschauen- dann klappt es auch wieder. Jogi sollte Rpckgrat zeigen und gehen!

18.07.2018 14:33 Siegfried 10

ja die feinen Fussballer dafür machen die für ihr nichtsbringen jetzt feinen Luxusurlaub haben ja Millionen in der Tasche, und so etwas zeigt auch noch die Bild Zeitung von dem Torwart, ich würde mich was schämen !!!
diese haben viel zu viel Geld ob diese gewinnen oder auch nicht geht denen am Arsch vorbei, Luxusleben ist viel schöner !!!
es dürfte zu die Spiele keiner mehr gehen und Geld ausgeben.

18.07.2018 13:39 Atze 9

Ja es geht hier um viel Geld...das weiss Jeder und die Pfründe dürfen nicht trocken gelegt werden, sonst leiden unsere Fussballer Not. Jogi Löw hätte sofort seinen Hut nehmen müssen. Hier kann nur ein Anderer aufräumen.....Alle Verantwortlichen sollten die Konsequenzen ziehen und ein beträchtlicher Teil der Spieler auch. MfG

18.07.2018 12:25 Schönrednervereinigung 8

Für den DFB ist das doch symptomatisch:

Ohne jede Analyse und kritische Nachbetrachtung wird - völlig ohne Not - der Hauptverantwortliche für ein Desaster im Amt bestätigt.

So etwas glaubt man doch nicht!!

18.07.2018 09:32 Na so was 7

2@ Gerald, Alles, was Sie in Ihrem Kommentar schreiben, finde ich richtig und unterschreibe ich. Was wir uns aber alle abschminken können, "dazu gehört auch ein neuer Chef beim DFB, der auch was vom Fußball versteht!" Als "Vorbild" bzw. Beispiel führe ich mal die Ministerposten unter Führung der Frau Merkel (CDU) an. Gibt es unter uns irgendjemanden, der sagt, die Frau von der Leyen (CDU) hat Ahnung von dem Ressort, dem sie vorsteht? Meiner Nachfrage mal, erhielt ich sinngemäß folgende Antwort: "Es funktioniert auch so, wenn ein Minister NULL Ahnung in dem Fach hat, dem er vorsteht. Es geht nur um Menschenführung, Organisation. Für das Fachliche hat er bzw. sie die entsprechenden Leute. Er oder sie muss nur 100% davon überzeugt sein, dass alles richtig dargelegt ist, damit die Unterschriftenmappe schnell, ohne nachzufragen, unterschrieben ist. Herr Winkler, bleiben Sie bei Ihrer Meinung, wenn in Frankfurt/M. bei der Konferenz der Landespräsidenten darüber diskutiert wird.

17.07.2018 22:34 toni 6

Für 3) Wie war das mit dem Herrn Winkler und dem Glaushaus? Herr Winkler ist mit verantwortlich dafür, dass das Konstrukt "Rasenball" genehmigt wurde. Es wurde ua. auch vom Sächsischen Fußballverband genehmigt, weil dieser sich durch Red Bull (zurecht) eine Vermarktung der Marke "Fußball" erhoffte. Dass sich Herr Winkler über das schäbige Verhalten von Bierhoff und Löw wundert, verwundert nun wiederum mich. Denn auch bei dem von ihm akzeptierten Konstrukt Red Bull Leipzig floss zunächst VIIIEEELLL Geld... und erst später kam dann - wenn überhaupt - die Leistung.

17.07.2018 22:10 Jewharpe 5

Ist es möglich einen neuen Verband zu gründen, der nicht dem DFB untergeordnet ist?
Herr Winkler wäre willkommen!

17.07.2018 22:04 Nur mal so 4

@1
Welcher Spieler bei Jogischs Waldmeischdertruppe ist ein Sachse ?