Ein Rind wird am Boden liegend geschlachtet.
Die Veterinäre haben sich sogar an der Tötung von Rindern beteiligt. (Symbolbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

FAKT exklusiv | 20.11.2018 Amtliche Veterinäre duldeten Tierquälerei in Schlachthof

Die für die Kontrollen zuständigen Veterinäre duldeten in einem Schlachthof Tierquälerei und beteiligten sich sogar an der Tötung von Rindern. Das Fleisch aus diesem Betrieb ging an McDonald's und offenbar auch an Ikea.

Ein Rind wird am Boden liegend geschlachtet.
Die Veterinäre haben sich sogar an der Tötung von Rindern beteiligt. (Symbolbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das ARD-Magazin "FAKT" ist bei Recherchen auf bislang unbekannte Abnehmer des mittlerweile geschlossenen Schlachthofes in Oldenburg gestoßen. Amtliche Veterinäre haben dort Tierquälereien geduldet und sich sogar an der Tötung von Rindern beteiligt. Das zeigen entsprechende Videoaufnahmen des Vereins "Deutsches Tierschutzbüro", die "FAKT" vorliegen.

Der schwedische Möbelkonzern IKEA teilte auf "FAKT"-Nachfrage mit, verdächtige Produkte umgehend aus seinen Einrichtungshäusern zu entfernen. Wie das Unternehmen erklärte, wurde der Möbelriese von der Firma Goldschmaus GmbH beliefert. Da IKEA nicht ausschließen könne, dass Goldschmaus Rindfleisch von dem Schlachthof bezogen hat, nehme der Möbelkonzern alle Produkte dieser Firma aus den Einrichtungshäusern: "Die Firma Goldschmaus GmbH ist Lieferant für Hot Dog Würstchen. Rindfleisch ist in geringen Teilen in Hot Dog Würstchen enthalten."

McDonald's bezog Rindfleisch aus Oldenburg

Auch McDonald's räumte ein, anderthalb Jahre lang Rindfleisch aus Oldenburg bezogen zu haben - 400 Tonnen pro Jahr. Das Geschäftsverhältnis sei aber Ende 2017 beendet worden, weil der Schlachthof verstärkte Kontrollen durch McDonald's abgelehnt habe.

Diana Plange vom Verein "Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft" kritisiert die bekannt gewordenen Zustände im Schlachthof Oldenburg scharf: "Der Veterinär ist derjenige, der an Ort und Stelle dafür sorgen soll, dass es tierschutzgerecht zugeht. Wenn er sich selber an dem Gemetzel beteiligt, muss man sagen, ist das im Bereich einer Straftat, wenn er seiner Garantenpflicht nicht nachkommt."

Konsequenzen haben die Veterinäre, die auf dem Videomaterial zu sehen sind, laut Stadtverwaltung aber nicht zu tragen. Das "Deutsche Tierschutzbüro" hingegen fordert die Bestrafung dieser Mitarbeiter. Der Schlachthof Oldenburg hat seinen Betrieb inzwischen ausgesetzt. Dort wurden nach eigenen Angaben 90.000 Rinder pro Jahr geschlachtet.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | FAKT | 20. November 2018 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. November 2018, 23:16 Uhr

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24 Kommentare

22.11.2018 17:02 Ricarda 24

DEN LEUTEN GEHTS ZU GUT '21.11.2018 21:58 Jana
im Ort Ilberstedt beschweren sich Anwohner über Laub von Plantanen im Hebst und deshalb sollen gesunde Bäume gefällt werden. UNGLAUBLICH !

22.11.2018 09:55 Anika 23

Unfassbar krasse Bilder - ich weiss das gibt es in allen Sparten der Massentierhaltung und auch in der Mode aber was richtig krass ist, wie jem in dem ganzen Blut stehen kann und das kranke Hirn noch Spass daran hat das Tier derart zu quälen ... das alleine, NUR das alleine reicht doch diesen Menschen zu verurteilen und in die Geschlossene einzuweisen; solche Menschen machen doch auch vor anderen Individuen nicht halt ...

Wenn ich aus irgendwelchen unerklärlichen Gründen Schlachter werden würde wäre ich wahrscheinlich magersüchtig weil mir dauerhaft schlecht wäre. Der Veterinär sollte sich schämen diesen Beruf mit der Primisse die Tiere weitestgehend von Schmerzen und Krankheiten zu heilen, ergriffen zu haben ... da waren die 6 Jahre Studium wahnsinnige Zeitverschwendung.

EIN GROSSES LOB AN DIE VERDECKTEN ERMITTLER UND EIN HOCH AUF DIE PRESSEFREIHEIT!

22.11.2018 09:15 Sonjs 22

Bei uns in der Gegend haben in den letzten 15 Jahren mindestens 10 Ladenschlachter also Familienbetriebe auf Grund von EU-Richtlinien aufhören müssen oder die nächste Generation hat sich bewusst gegen eine solch hohe Investition zu Beginn Ihrer Selbstständigkeit gescheut.
Ich bin davon überzeugt das diese Menschen aufgrund der Mehrschichtigkeit Ihrer Tätigkeit Respektvoller mit den Tieren umgegangen wären als ein Mensch der JEDEN TAG UND DANN DEN GANZEN TAG solch eine Tätigkeit audübt. Ich befürchte das da die Verrohung auch eine Form von Selbstschutz ist.
Ich finde es auch absolut grausam aber ich sehe das Problem nicht bei dem kleinen einzelnen Mitarbeiter sondern in der Grösse und Anonymität.

22.11.2018 09:00 Helga 21

Horrormässig und widerwärtig sind zur Zeit die Schlachtmethoden und immens grausam. Was bewegt diese Menschen, oder sagen wir mal
“ Unmenschen “
ihren Frust, oder schlechte Laune, an Tieren auszulassen, die Ängste und Schmerzen empfinden. Die ihnen total hinter diesen Mauern, von den ekelerregenden Schlachthöfen ausgeliefert sind.Haben die keinerlei Herz und Empathie, für diese Tiere, die für unseren Gaumenschmaus ihr Leben lassen müssen???
Traurig, dass unsere Politiker sich in keinster Weise für sie einsetzen und der Tierschutz so dermassen ignoriert wird. Es müssen endlich Video-Kameras installiert werden, damit dieser häufige Missbrauch endet.
Man kann nur noch verzweifeln und weinen, bei der Vorstellung, was mit den Tieren, in den schrecklichen Schlachthäusern geschieht.Ohne Chancen auf Mitgefühl zu erhalten, denn es muss ja alles schnell gehen!
Dem Verbraucher sollte es aber mal bewusst sein, was er konsumiert, nämlich Qualfleisch!!!

22.11.2018 05:24 Frührentner 20

stimme #21.11.2018 05:12 optinator zu

hier wird scheinheilig gemosert und dann billigstes "Gammelfleisch" geholt statt weniger aber gesundes Qualitätsfleich zu speisen

P.S.
Tiere sind in Deutschland eine Sache; selbst liebgewordene Haustiere die oft Teil der Familie wurden, werden lt. Rechtsprechung "nur" als Sache abgetan

22.11.2018 05:16 INFO 19

blutige Sache

21.11.2018 22:37 Mehringer Heinz 18

Respekt und Bewunderung vor der Arbeit der Ermittler des "Deutsche Tierschutzbüro". Daß diese im Bericht nicht erwähnt werden, ist ein ausgesprochener MANGEL. Hier sieht man wieder, wie wichtig die verdeckte Ermittlung in diesen Fällen ist, in denen u.a. Drahtzäune um die Gebäude aufgestellt sind, um die Schandtaten zu verbergen. Aber über kurz oder lang kommen diese doch an die Oberfläche dank dieser mutigen Leute.. Der Staat ist hier eindeutig mit angeklagt, der durch seine Vetrinäre überhaupt dafür sorgt, dass sowas möglich ist. Ich bin gespannt, wie die Gerichte dieses Verhalten bewerten.
Ich werde den Ermittlern spenden...
Heinz Mehringer

21.11.2018 21:58 Jana 17

Ich nochmal. Mir ist so schlecht ich bin völlig fertig. Bitte bitte helft mit; das muss aufhören. Ich weiß nicht was ich noch sagen soll. Fleisch kommt für mich nicht mehr in Frage. Aber reicht das? Nein sicher nicht. Das muss aufhören; die Tiere haben auch eine Seele und Angst

21.11.2018 21:52 Michael 16

Liebe Tierfreunde, schreibt via Mail eure Meinung an die betreffenden Betriebe wie nun Leine-Fleisch in Laatzen oder vor einigen Wochen die Betriebe in Oldenburg und Bad Iburg; diese Betriebe werben dann tatsächlich noch mit Qualitätsmanagement, zum Kotzen!

21.11.2018 20:59 Bettina 15

Wie lange geht das schon so? Es ist ja nicht der einzigste Schlachthof bei dem es so zugeht. Immer wieder werden Tiere gequält, teilsbestimmt auch zum Spaß. Unsere Politik hat auf ganzer Lienie versagt, ein Tier zählt nichts und ein sogenanntes Nutztier noch weniger. Was diese Tiere für uns Menschen erleiden müßen ist unvorstellbar. Wie kann man einem fühlenden Wesen so viel Leid und Schmerz zufügen. Wacht auf und lasst diese Grausamkeit nicht mehr zu.