exakt | 30.01.2019 Kampf um Jobs: Zähes Verhandeln um den Kohle-Ausstieg

Die Spremberger Bürgermeisterin Christine Herntier gilt als harte Verhandlungspartnerin. Als Mitglied der Kohlekommission will sie verhindern, dass Tausende Arbeitsplätze in der Lausitz wegfallen.

Ortstermin im Spremberger Rathaus: Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) trifft sich mit ihren Amtskollegen aus der brandenburgischen und sächsischen Lausitz. Gebiete, die vom drohenden Kohle-Aus betroffen sind.

Das Kraftwerk Schwarze Pumpe und der Tagebau Welzow-Süd sind wichtige Arbeitgeber der Region. Durch den Strukturwandel steht viel auf dem Spiel. Es geht um Geld und Arbeitsplätze. Als Mitglied der Kohlekommission feilschte sie am vergangenen Freitag in Berlin mit Industrie, Gewerkschaften und Umweltverbänden im Abschlussbericht um jeden Kompromiss.

Wir waren tatsächlich früh um 4.52 Uhr fertig und um vier habe ich nicht daran geglaubt, dass wir zu einer Einigung kommen.

Christine Herntier Bürgermeisterin
Eine Frau während eines Interviews, im Hintergrund stehen weitere Personen.
Christine Herntier Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Bürgermeisterin wusste: Nur wenn sie in der Hauptstadt gut verhandelt, könnten die Kumpel auf neue Jobs hoffen. Doch während die meisten Lausitzer Gemeindeoberhäupter mit dem Ausstiegsdatum 2038 noch hadern, konnte Herntier hunderte Maßnahmen und Milliarden-Zusagen für neue Infrastrukturen und Arbeitsplätze aushandeln.

Ob sie froh sei mit dem Erreichten?

Das kann ich nicht sagen. Das werden wir in zehn Jahren wissen, ob wir zufrieden sind. Das maße ich mir heute nicht an. Wir haben eine gute Vorlage gegeben. Wenn der Wille der Regierung da ist, das auch so umzusetzen mit den  Betroffenen, dann kann da etwas Gutes daraus werden für die Entwicklung in der Lausitz.

Christine Herntier Mitglied der Kohlekommission

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | exakt | 30. Januar 2019 | 20:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Februar 2019, 18:37 Uhr

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1 Kommentar

31.01.2019 17:17 dienel , frank 1

Was nützt uns der Kohleausstieg , wenn nicht die
gravierenden Baumängel bei der Modernisierung von Wohnobjekten beseitigt werden. Es geht sehr viel Energie verloren , dies zeigt der Energieausweis jedoch werden diese nicht kontrolliert.
Man überlässt es einfach dem Bürger bzw. Mieter
im Zivilprozess . Leider haben wir nicht das fachliche Potenzial an Richtern , die bereits im Vorfeld die Missstände erkennen und somit dem Verursacher einen Riegel vorschieben.
Wir benötigen eine Behörde , die sich der Angelegenheit von Bürgern im Bereich Energieeffizienz annimmt und der Sache nachgehen mit Anforderung und Einsicht in alle Unterlagen. Mit dieser Maßnahme werden Richter entlastet , Anwälte und Sachverständige gehen leer aus und man kommt schneller zum Ziel , dass die gravierenden Baumängel unbürokratisch beseitigt werden im Interesse Klimaschutz , Energiewende und Kohleausstieg.

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