Blick hinter die Kulissen "Das haut dich in den Sessel!" – Zwei Tage Programmmachen bei MDR KLASSIK

Einmal bei einer Probe von MDR-Sinfonieorchester oder MDR-Rundfunkchor dabei sein, mit dem Dirigenten ins Gespräch kommen und einmal einen Blick in ein Radiostudio und in eine Musikproduktion werfen: Diese Wünsche erfüllten sich für die Teilnehmenden der Aktion "Programmmachen" bei MDR KLASSIK.

Teilnehmende der Programmmachen-Aktion 2022 bei MDR KLASSIK zu Besuch beim MDR-Sinfonieorchester.
Die Programmmachen-Aktion bei MDR KLASSIK führte hinter die Kulissen und mitten hinein in die Probe des MDR-Sinfonieorchesters. Bildrechte: MDR/Manuela Böhm

Zweimal öffneten die MDR-Ensembles und die Radioredaktion von MDR KLASSIK im September ihre Türen und empfingen neugierige Gäste, die einen Vormittag bzw. Abend lang hinter die Kulissen schauen konnten. Aus allen Ecken des MDR-Sendegebiets kamen sie nach Leipzig, um sich die Arbeit der Ensembles, der Redaktion und den anderen Abteilungen von MDR KLASSIK ganz genau anzusehen.

Über das feine Gehör eines Chefdirigenten

Teilnehmende der Programmmachen-Aktion 2022 bei MDR KLASSIK zu Besuch beim MDR-Sinfonieorchester.
In der Probe waren die Teilnehmenden der Programmmachen-Aktion ganz Ohr für das MDR-Sinfonieorchester. Bildrechte: MDR/Manuela Böhm

Das MDR-Sinfonieorchester machte am 1.9. den Anfang, sechs Besucherinnen und Besucher konnten exklusiv bei einer Probe für das Abschlusskonzert des MDR-Musiksommers dabei sein. Chefdirigent Dennis Russell Davies studierte mit seinem Orchester Bernsteins "Sinfonische Tänze" aus der "West Side Story" ein - für die Gäste ein echtes Erlebnis, das Orchester in großer Besetzung so hautnah zu erleben.

Teilnehmende der Programmmachen-Aktion 2022 bei MDR KLASSIK im Gespräch mit Dennis Russell Davies
Chefdirigent Dennis Russell Davies hört bei seinem Orchester ganz genau hin. Bildrechte: MDR/Manuela Böhm

Davies beeindruckte mit sehr präzisen Ansagen und seinem auf kleinste Details gerichteten Gehör. "Für mich klingt alles gut", stellte Programmmacherin Elke Megow fest und wollte von Dirigent Davies nach der Probe wissen, wie er die Feinheiten heraushört, die er verbessert. Die Antwort: Noch genauer hinhören, die langjährige Erfahrung des Musikers spielt selbstverständlich auch eine Rolle.

Wie viel Organisation und Arbeit auch hinter den Proben und Auftritten des MDR-Sinfonieorchesters steckt, erzählten Orchestermanagerin Gesine Beck und Orchesterinspektor Fabian Mann. Sein Job ist es unter anderem, dafür zu sorgen, dass alle auf ihren Plätzen sitzen, wenn es losgeht. Für viel Gelächter sorgte seine Auskunft: "Die Orchestermitglieder nennen mich auch manchmal 'Geigerzähler'."

Filigrane Probenarbeit auch beim MDR-Rundfunkchor

Philipp Ahmann begrüßt die Programmmachenden im MDR-Chorsaal.
Dirigent Philipp Ahmann begrüßte die Gäste vom "Programmmachen" im MDR-Chorsaal. Bildrechte: MDR/Manuela Böhm

Der MDR-Rundfunkchor lud am 9.9. zum Probenbesuch. Während der Künstlerische Leiter des Chors, Philipp Ahmann, mit seinen Sängerinnen und Sängern Mendelssohn für eine CD-Aufnahme übte, saßen die sieben Programmmacherinnen und -macher ganz leise und sehr aufmerksam am Rand des Chorsaals. Heike Dramburg aus der Nähe von Quedlinburg erzählte später über den Beginn der Probe: "Das war wirklich atemberaubend, ich habe mich kaum getraut zu atmen!"

Die Programmmachenden im Gespräch mit Mitgliedern des MDR-Rundfunkchors.
MDR-Altistin Klaudia Zeiner (l.) erzählte beim Programmmachen aus ihrem Berufsalltag. Bildrechte: MDR/Manuela Böhm

Sechs der sieben Besucherinnen und Besucher singen selbst seit langer Zeit im Chor - entsprechend groß war das Interesse, in der Probenpause mit Philipp Ahmann und vier Chormitgliedern ins Gespräch zu kommen. Ahmann erzählte vom hohen Tempo der Probenarbeit und von der hervorragenden Ausbildung, die Voraussetzung für eine Festanstellung im MDR-Rundfunkchor ist. Ob man gleich im Gesangsstudium wisse, dass man im Chor singen will, wollte eine Besucherin wissen? "Nicht unbedingt", antwortete Bass Manuel Helmeke, "das kristallisiert sich bei den meisten erst mit der Zeit heraus, außerdem ist auch nicht jede Stimme eine Chorstimme." Ob sich die Sängerinnen und Sänger selbstständig vorbereiten oder in der Probe? "Idealerweise passiert das zu Hause", sagte Philipp Ahmann schmunzelnd, und Tenor Albrecht Sack ergänzte: "Töne zu suchen ist nicht unser Beruf, das machen wir zu Hause. Hier sind wir zum Musikmachen." Und muss man auch in einem professionellen Ensemble wie dem MDR-Rundfunkchor noch Stimmbildung nehmen? Einstimmige Antwort der Sängerinnen und Sänger: "Ja, natürlich!"

Komplexe Aufnahmetechnik in den Tonstudios

Teilnehmende der Programmmachen-Aktion 2022 bei MDR KLASSIK zu Besuch im MDR-Tonstudio.
Programmmacher Jürgen Meyer wäre selbst gern Radiomoderator geworden - im Studio von MDR KLASSIK konnte er vor dem Mikrofon Platz nehmen. Bildrechte: MDR/Manuela Böhm

Anschließend führte MDR KLASSIK-Redaktionsleiterin Angela Kaiser beide Gruppen eine Etage höher durch die Studios. Hier konnten sie sehen, von wo aus die Frühsendungen morgens ab 6 Uhr gesendet werden und sich selbst auf den Platz des Moderators setzen. Im Produktionsstudio, "unser Prachtstück", wie Angela Kaiser es nannte, staunten sie über die Geschichten von Tontechniker Olaf Dix und Toningenieur Christian Güssmer, die am Mischpult bei großen Aufnahmen um die 80 Mikrofone einzeln aussteuern können.

"Das haut dich in den Sessel!"

Teilnehmende der Programmmachen-Aktion 2022 bei MDR KLASSIK
Für Programmmacherin Astrid Schneider (Mitte) war der Besuch beim MDR-Rundfunkchor ein "Geschenk". Bildrechte: MDR/Manuela Böhm

Nach einem Fazit gefragt, bezeichnet Astrid Schneider aus Greiz den Tag als "Geschenk": "Diesen wunderbaren Chor bei seiner Probe zu erleben, wie filigran hier gearbeitet wird, wie alles ein Organismus ist - das war sehr beeindruckend." Angela Schwittay aus Großpösna erzählt: "Der Beginn der Probe hat mich absolut geflasht." Eine ähnliche Erfahrung hat Jürgen Meyer gemacht: "Dieser Chor ist für mich der Knaller! Die Stimmgewaltigkeit des MDR-Rundfunkchors haut dich in den Sessel!"

Zum Abschluss wollte Angela Kaiser von den Gästen wissen, was sie sich von MDR KLASSIK wünschen würden. Da waren sich alle schnell einig: "Die Aktion heute ist so schön - das sollten noch viel mehr Leute erleben können!" Dieser Wunsch kann in Erfüllung gehen: Die nächsten Gelegenheiten zum "Programmmachen" bei MDR KLASSIK sind bereits in Planung.