Biografie Alexander Shelley

Porträt des Dirigenten Alexander Shelley
Alexander Shelley Bildrechte: Alexander Shelley

Als einer der führenden Dirigenten seiner Generation ist Alexander Shelley 'Ein natürlicher Kommunikator, sowohl auf als auch neben dem Podium' (Daily Telegraph), der regelmäßig auf sechs Kontinenten mit den besten Orchestern und Solisten der Welt auftritt. Als leidenschaftlicher und wortgewandter Verfechter der Rolle der Musik in der Gesellschaft hat er mehrere preisgekrönte und bahnbrechende Projekte geleitet, die die Kreativität der nächsten Generation freisetzen und symphonische Musik einem neuen Publikum nahebringen. Mit einer Dirigiertechnik, die als ‘makellos, alles kristallklar und ein Werkzeug für seine angeborene Musikalität‘ (Yorkshire Post). Alexander ist bekannt für die Präzision und Integrität seiner Interpretationen, für seine kreative Programmgestaltung und für die Breite seines Repertoires, das unter anderem 36 bedeutende Uraufführungen, hochgelobte Zyklen von Beethoven-, Schumann- und Brahms-Sinfonien, Opern, Ballettaufführungen und innovative Multimedia-Produktionen umfasste. Er arbeitet mit Künstlern wie Lang-Lang, Joshua Bell, Daniel Hope, Itzhak Perlmamn, Renée Fleming und Thomas Hampson und einigen der besten Orchester Europas, Amerikas, Asiens und Australasiens, darunter das Leipziger Gewandhausorchester, das Deutsche Sinfonieorchester Berlin, Orchestre de la Suisse Romande, die Philharmonischen Orchester von Helsinki, Hongkong, Luxemburg, Malaysia, Oslo, Rotterdam und Stockholm sowie die Sinfonieorchester von Sao Paulo, Houston, Montreal, Toronto, München, Singapur, Melbourne, Sydney und Neuseeland zusammen.

Dirigent Alexander Shelley
Bildrechte: Dwayne Brown

Im September 2015 trat Shelley die Nachfolge von Pinchas Zukerman als Musikdirektor des kanadischen National Arts Centre Orchestra an und ist damit der jüngste in dessen Geschichte. Das Ensemble wurde seither gelobt als ‘ein Orchester, das sich verändert hat … hungrig, kühn und entfesselt” (Ottawa Citizen), und seine Programmgestaltung hat das Orchester “fast über Nacht … in eines der kühnsten Orchester Nordamerikas verwandelt.’ (Maclean’s Magazine). Gemeinsam haben sie große Tourneen durch Kanada und Europa unternommen, bahnbrechende Projekte wie “Life Reflected”, “Encount3rs” und “UnDisrupted” in Auftrag gegeben und mehrere mit dem JUNO Award ausgezeichnete Alben veröffentlicht. Im Januar 2015 übernahm Alexander auch die Rolle des stellvertretenden Chefdirigenten des Londoner Royal Philharmonic Orchestra, mit dem er jährlich eine Reihe von Konzerten in der Cadogan Hall gibt und sowohl national als auch international tourt.

Alexander wurde im Oktober 1979 in London als Sohn der berühmten Konzertpianisten Howard Shelley und Hilary Macnamara geboren und begann bereits als Kleinkind mit dem Klavierspiel, später kam das Cello hinzu. Nachdem er im späten Teenageralter nach Deutschland gezogen war, um Cello und anschließend Dirigieren zu studieren, war Alexander 29 Jahre alt, als er seine Tätigkeit als jüngster Chefdirigent der Nürnberger Symphoniker begann, diese Stelle hielt er von September 2009 bis August 2017 inne. Die Partnerschaft wurde von Presse und Publikum gleichermaßen als eine goldene Ära für das Orchester gefeiert, die das Spiel, die pädagogische Arbeit und den internationalen Ruf des Ensembles veränderte, einschließlich Tourneen nach Italien, Belgien, China und einer Wiedereinladung in den Wiener Musikverein. Er setzte sein Cellostudium bei Tim Hugh und Steven Doane in London und bei Johannes Goritzki in Düsseldorf fort und besuchte Meisterkurse bei Aldo Parisot und Mstislav Rostropovich.

Schon früh in seiner Düsseldorfer Zeit gründete er die “Schumann Camerata”, ein Kammerorchester, mit dem er durch Russland tourte, und dessen künstlerischer Leiter war. Außerdem schuf er “440hz”, eine bahnbrechende, mehrjährige Konzertreihe im Schumann-Saal. Während seines Dirigierstudiums bei Thomas Gabrisch erregte Alexander große Aufmerksamkeit, als er beim Dirigentenwettbewerb von Leeds 2005 einstimmig den ersten Preis erhielt und als “der aufregendste und begabteste junge Dirigent, der diese hoch angesehene Auszeichnung erhalten hat” gelobt wurde.

Dirigent Alexander Shelley
Alexander Shelley Bildrechte: Alexander Shelley

Seine Karriere auf der symphonischen Bühne blühte in der Folgezeit ebenso auf wie seine Opernkarriere, in der er unter anderem Die lustige Witwe und Gounods Romeo und Julia (Den Kongelige Opera), La Bohème (Opera Lyra/National Arts Centre), Louis Riel (Canadian Opera Company/National Arts Centre), Iolanta (Deutsche Kammerphilharmonie Bremen), Così fan Tutte (Opéra National de Montpellier) und Die Hochzeit des Figaro (Opera North) inszenierte.

Porträt des Dirigenten Alexander Shelley
Alexander Shelley Bildrechte: Rémi Thériault

2016 erhielt Alexander den ECHO für seine zweite Deutsche-Grammophon-Einspielung “Peter und der Wolf” sowie den ECHO und den Deutschen Grunderpreis in seiner Eigenschaft als künstlerischer Leiter des “Zukunftslabors” der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, einem visionären Projekt des bürgerschaftlichen Engagements, das Musik als Quelle für sozialen Zusammenhalt und Integration nutzt. Durch seine Arbeit mit der Schumann Camerata und durch seine Führungsrolle in Nürnberg, Bremen und Ottawa stand die Inspiration zukünftiger Generationen von klassischen Musikern und Zuhörern immer im Mittelpunkt von Alexanders Arbeit. Er hat das Bundesjugendorchester auf mehreren Tourneen durch Deutschland und Afrika geleitet und arbeitet mit vielen tausend jungen Menschen pro Jahr in Outreach-Projekten.

Er hält regelmäßig sachkundige und leidenschaftliche Vorträge vor und nach Konzerten und gibt zahlreiche Interviews und Podcasts zur Rolle der klassischen Musik in der Gesellschaft. Er verfügt über einen reichen Erfahrungsschatz als Dirigent und Moderator von Open-Air-Großveranstaltungen – allein in Nürnberg hat er in neun Jahren mehr als eine halbe Million Menschen bei den jährlichen Klassik-Open-Air-Konzerten – dem größten Klassik-Event Europas – zu Gast gehabt.

Alexander Shelley im MDR-Konzert