Arcangelo Corelli
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Arcangelo Corelli Concerto grosso op. 6 Nr. 8

Arcangelo Corelli
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Arcangelo Corelli wurde 1653 in Fusignano bei Ravenna geboren. Nach Violinunterricht bei Benvenuti und Brugnoli gründete er eine eigene Geigenschule und avancierte zum führenden Violinvirtuosen seiner Zeit. Ab 1679 ist sein Wirken in Rom nachweisbar. Von 1690 an bis zu seinem Tode 1713 stand er im Dienste des musikliebenden und generösen Kardinals Pietro Ottoboni. Als dessen Konzertmeister leitete er die wöchentlichen Musikaufführungen. Das schöpferische Lebenswerk Corellis war ausschließlich auf die Instrumentalmusik gerichtet. Gleichwohl übte er einen großen Einfluss auf die Musik seiner und nachfolgender Generationen aus. Mit seinen 36 Triosonaten op. 1 bis 4, 12 Solosonaten op. 5 und 12 Concerti grossi op. 6 schuf Corelli architektonische Muster, die lange Zeit als vorbildlich, zum Beispiel auch für Georg Friedrich Händel, galten. Seine neuartigen Concerti grossi erregten nach Zeugnis von Georg Muffat bereits 1682 Aufsehen. Für diese Gattung, als deren Schöpfer Corelli gilt, ist ein konzertantes Wechselspiel zwischen dem vollen Orchester (Concerto grosso, tutti - bei Corelli der vierstimmige Streichersatz mit Generalbassinstrument) und einer Solistengruppe (concertino) charakteristisch. Es geht auf die Aufführungspraxis der Chor- und Orchesterteilung in der Mitte des 17. Jahrhunderts an oberitalienischen Kirchen zurück. Das Concertino in op. 6 besteht aus zwei Violinen und einem Violoncello. Corelli übertrug also die Triosonatenbesetzung in die Orchestermusik. Weiterhin übernahm er die Aufeinanderfolge von langsamen sanglichen und lebhaften polyphonen Sätzen und deren Mehrteiligkeit.

Das Concerto grosso Nr. 8 ist vielleicht das bekannteste, wohl durch seinen Untertitel »Fatto per la notte natale« (»für die Weihnachtsnacht gemacht«). Er bezieht sich auf den fünften Satz – die Pastorale, die ad libitum als Schlusssatz ausgeführt werden kann. Die Pastorale in der Instrumentalmusik hat ihren Ursprung im weihnachtlichen Musizieren der Piffari (Schalmeienbläser), aus dem Süden Italiens kommender Hirten, die im Advent oder am Weihnachtstag in Rom vor Madonnenbildern sangen und spielten. Die Pastorale aus op. 6 mit Terzenmelodik, Bordunbass und dem wiegenden Siciliano-Rhythmus im Zwölfachteltakt diente als Vorbild für ähnliche Stücke in Händels Messias oder Bachs Weihnachtsoratorium.

Das Werk im MDR-Konzert

Orchesterfoto des MDR-Sinfonieorchesters
Bildrechte: MDR/ Peter Adamik

Konzertsaison 2018/2019 - Gastkonzerte

CORELLI, HAYDN, VIVALDI

Sa, 15.12.2018 20:00 Uhr

Bad Lauchstädt, Kursaal

Konzert

Zuletzt aktualisiert: 17. April 2018, 08:00 Uhr