Beethovens vielfältige Kammermusik entdecken

Raritäten und Klassiker aus Beethovens Kammermusik-Œuvre bringen fünf MDR-Musiker, darunter das Klaviertrio TaSte-Re, am Freitagabend, dem 20. März auf die Bühne. 19 Uhr erklingen im MDR-Studio am Augustusplatz das erste Klaviertrio (Es-Dur op. 1 Nr. 1) sowie das letzte Klaviertrio (B-Dur op. 97 „Erzherzog“) des Komponisten, dessen 250. Geburtstag in diesem Jahr begangen wird. Zu den Entdeckungen des Konzerts zählen einige der selten aufgeführten Irischen und Walisischen Volkslieder Beethovens, die er für Singstimmen und Klaviertrio vertonte.

Kammermusik-Trio TaSteRe
Bildrechte: TaSteRe

Beeindruckende 179 Bearbeitungen nicht nur von schottischen, sondern auch von Irischen und Walisischen Liedern komponierte Beethoven zwischen 1809 und 1820 – und das, obwohl er selbst zeitlebens nie auf den britischen Inseln war. Er hatte jedoch einen Auftrag des Schotten George Thomson erhalten, Volkslieder aus dessen Heimat zu arrangieren und so vor dem Vergessen zu bewahren. Beethoven fand dieses Anliegen sympathisch und bearbeitete die kurzen Lieder mit viel Geschick und dem für ihn so typischen Gespür für gute Instrumentierung und Musikwitz.

Alexander Davey Knight, Bass im MDR-Rundfunkchor
Alexander Davey Knight, Bass im MDR-Rundfunkchor Bildrechte: MDR/Andreas Lander

Für das MDR-Kammerkonzert haben die Musizierenden einige dieser mal lyrischen, mal energischen Lieder ausgewählt, die Beethoven für Klaviertrio und Gesangsstimme bearbeitet hat. Solistisch zu erleben sind an diesem Abend Ursula Thurmair (Alt) und Alexander Davey Knight (Bass), beide Mitglied im MDR-Rundfunkchor.

Gerahmt werden die Lieder von seinem ersten und seinem letzten Klaviertrio. Die beiden Werke markieren die Eckpunkte einer beispiellosen Serie, mit der Beethoven Maßstäbe in der noch jungen Gattung setzte. In seinem ersten Klaviertrio Es-Dur op. 1 Nr. 1, das sehr bald nach der Veröffentlichung 1795 ein verlegerischer Erfolg wurde, lehnt er sich noch an Mozarts Vorbild an, nicht ohne bereits in vielerlei Hinsicht eigene musikalische Wege zu gehen.

Bei der Uraufführung seines letzten Klaviertrios B-Dur op. 97 1814 spielte der bereits stark ertaubte Beethoven den Klavierpart – es wurde sein pianistischer Abschied von der Konzertbühne, obwohl er noch viele Jahre weiter komponierte. Das Werk erhielt den Beinamen „Erzherzog-Trio“, da es dem befreundeten Erzherzog Rudolph von Österreich gewidmet ist. Um 1808 war der kunstsinnige junge Adlige zum Klavier- und Kompositionsschüler Beethovens geworden und damit der einzige Eleve, den der Komponist zu dieser Zeit noch unterrichtete. Schon bald wurde Rudolph zu einem der wichtigsten Förderer des Komponisten, den er auch finanziell unterstützte. Beethoven wiederum widmete dem Gönner viele seiner Werke und begann anlässlich der Ernennung von Rudolph zum Erzbischof von Olmütz die Komposition der Missa solemnis.

Das Klaviertrio TaSte-Re wurde 2007 gegründet und widmet sich einem breiten Repertoire, das von Klassik und Romantik bis zu Avantgarde und Tanzmusik reicht. Zum Ensemble gehören Yuka Tanabe (Violine) und Wolfram Stephan (Violoncello) aus dem MDR-Sinfonieorchester sowie Heiko Reintzsch, Korrepetitor beim MDR-Rundfunkchor und seit 2016 Honorarprofessor an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig.

Zuletzt aktualisiert: 10. Januar 2020, 12:46 Uhr

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