Falk Hoffmann, Tenor im MDR-Rundfunkchor
Bildrechte: MDR/Andreas Lander

Schumanns „Dichterliebe“: Liederabend mit Falk Hoffmann

Das 2. MDR-Kammerkonzert der Saison steht ganz im Zeichen eines intimen Liederabends. Das große Thema „Liebe“ ist es, dem sich Falk Hoffmann, Tenor im MDR-Rundfunkchor, und sein Klavierpartner Michael Schütze widmen. Beim Konzert am Freitag, dem 8. November erklingen neben Schumanns Liederzyklus „Dichterliebe“ auch Lieder von Britten und Liszt im MDR-Studio am Augustusplatz.

Falk Hoffmann, Tenor im MDR-Rundfunkchor
Bildrechte: MDR/Andreas Lander

Zu den bedeutendsten Liederzyklen aus der Hochzeit des romantischen Kunstlieds zählt Robert Schumanns „Dichterliebe“ mit ihren feinsinnigen Reflexionen über eine unglückliche Liebe. Den aus 16 Liedern bestehenden Zyklus schrieb der junge Komponist 1840, in seinem „Liederjahr“, in dem er endlich und nach vielen Widerständen seine angebetete Clara heiraten konnte. Aus Heinrich Heines „Buch der Lieder“ stammen die vertonten Texte, die zwischen hoffnungsvoller Erwartung, Schmerz, Bitterkeit und feiner Ironie schwanken.

Gut 100 Jahre später schrieb auch der Brite Benjamin Britten einen Liederzyklus – allerdings unter völlig anderen Lebensumständen. 1945 besuchte er das gerade erst befreite Konzentrationslager Bergen-Belsen und war erschüttert über das dort erlebte Leid und Elend. Kurz darauf begann er mit der Vertonung von neun Sonetten des englischen Schriftstellers John Donne (1572–1631), dem wichtigsten metaphysischen Dichter. Über weite Strecken klingt in The Holy Sonnets of John Donne eine fieberhaft angespannte Atmosphäre an, getragen von einem oft deklamatorischen Vokalstil. Außergewöhnlich ist das Werk auch wegen der Verschmelzung von Elementen aus Lied und Oper sowie dem großen Tonumfang für die Tenorstimme. Komponiert hatte Britten den Liederzyklus für sich und seinen Lebenspartner, den Tenor Peter Pears. Gemeinsam brachten sie das Werk auch zur Uraufführung.

Franz Liszts „Tre sonetti di Petrarca“ (Drei Sonette von Petrarca) sind vor allem in der Version für Klavier solo bekannt, die in der Sammlung von Klavier-Charakterstücken „Années de pèlerinage“ enthalten ist. Ursprünglich hatte Liszt die Sonette des italienischen Dichters Petrarca, der als einer der herausragenden Vertreter der frühen italienischen Literatur gilt, aber für Klavier und Tenorstimme vertont. Die Titel der drei ausgewählten Sonette lauten „Pace non trovo“, „Benedetto sia’l giorno“ und „I‘ vidi in terra angelici costumi“.

Falk Hoffmann, Tenor im MDR RUNDFUNKCHOR
Tenor Falk Hoffmann, Mitglied im MDR-Rundfunkchor Bildrechte: MDR KLASSIK

Tenor Falk Hoffmann ist gebürtiger Dresdner und war Mitglied des Dresdner Kreuzchors. Nach seinem Gesangsstudium in seiner Heimatstadt war er von 2003 bis 2010 im Ensemble der Landesbühnen Sachsen, wo er in zahlreichen Hauptrollen des lyrischen Tenorfachs zu erleben war. Auch im MDR-Rundfunkchor, wo er seit 2010 Mitglied ist, übernimmt er regelmäßig solistische Verpflichtungen.

Pianist Michael Schütze unterrichtet Korrepetition und Liedgestaltung an der Hochschule für Musik Dresden, wo er seit 2011 Professor ist. Oft wird er als offizieller Begleiter für internationale Gesangswettbewerbe und Meisterkurse verpflichtet. Als Gastdozent unterrichtet er regelmäßig in den USA.

Zuletzt aktualisiert: 16. Oktober 2019, 13:46 Uhr