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MDR-Kammermusik zum Bauhaus-Jubiläum

In einem vielseitigen Programm nehmen Mitglieder von MDR-Sinfonieorchester und MDR-Rundfunkchor auf das 100. Bauhaus-Jubiläum 2019 Bezug. Neben Arnold Schönbergs „Pierrot lunaire“, Schlüsselwerk der musikalischen Moderne, erklingen weitere Kammermusikwerke aus der Bauhaus-Zeit von Lyonel Feininger, Stefan Wolpe und Josef Matthias Hauer. Der Konzertabend beginnt am 29. März um 19 Uhr im UT Connewitz.

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Klare Linien, Reduktion auf das Wesentliche, Sachlichkeit und – vor allem – Aufbruch in neue, zeitgemäße Ausdruckswelten: Die musikalische Moderne um 1920 und die Ideen des Staatlichen Bauhauses, das Walter Gropius vor genau 100 Jahren gründete, haben viel gemeinsam. Immer wieder haben die Avantgardisten aus Weimar und Dessau deshalb den Kontakt zu Musik und Komponisten gesucht.

Das Bauhaus in Dessau in einer Archivaufnahme von 1935
Das Bauhaus in Dessau im Jahr 1935 Bildrechte: imago/Arkivi

Stefan Wolpe (1902 – 1972) etwa war regelmäßig zu Gast im Staatlichen Bauhaus und traf mit seinen futuristisch-ekstatischen, doch streng rhythmischen Werken den dortigen Nerv. Beim MDR-Kammerkonzert stehen drei seiner Sechs Klavierstücke auf dem Programm, die er 1920-29 komponierte.

Den interdisziplinären Bauhaus-Gedanken lebte der Maler, Grafiker und Karikaturist Lyonel Feininger (1871 – 1956), der 1919 zum ersten Bauhaus-Meister berufen wurde. In seine Bauhaus-Zeit fällt auch sein kompositorisches Werk, das sich in seiner rationalen Klarheit an Johann Sebastian Bach anschließt. Von Feininger erklingt die Fuge I für Klavier, interpretiert von Heiko Reintzsch.

Josef Matthias Hauer (1883 – 1959), der noch vor Schönberg eine eigenständige Zwölftontechnik entwickelte, ist im Programm mit Auszügen aus den Klavierstücken op. 25 (mit Überschriften nach Worten von Friedrich Hölderlin) und dem Sonnenmelos für Gesang und Klavier vertreten.

Der Komponist Arnold Schönberg
Der Komponist Arnold Schönberg beim Dirigieren Bildrechte: dpa

Als Schlüsselwerk der musikalischen Moderne gilt Arnold Schönbergs „Pierrot lunaire“, das bei einer Weimarer Aufführung 1922 als Skandalwerk große Aufmerksamkeit bei den Mitgliedern des Bauhauses erregte. Es markiert einen Wendepunkt in deren Beschäftigung mit Musik: weg von barocker Strenge hin zu gegenwärtiger Subjektivität. Musikalisch changiert das Werk ständig in Form und Gestalt, denn Schönberg setzt die fünf Instrumente in stets wechselnden Kombinationen ein. Dazu rezitiert die weibliche Sprechstimme den Text der drei mal sieben Gedichte. In ihnen dreht sich alles um Pierrot, eine clownähnliche Figur der Commedia dell‘arte.

Karina Schoenbeck-Götz, Altistin im MDR-Rundfunkchor
Karina Schoenbeck-Götz, Altistin im MDR-Rundfunkchor Bildrechte: MDR/Andreas Lander

Zu erleben sind an diesem Kammermusikabend die MDR-Musiker Karina Schoenbeck-Götz (Alt), Ute Günther (Flöte), Andreas Pietschmann (Klarinette), Yukiko Suzuki (Violine), Christian Seifert (Viola) und Anna Niebuhr (Violoncello).

Dieses Thema im MDR-Programm: MDR KULTUR und MDR KLASSIK senden dieses Konzert am 2. April 2019 um 20.05 Uhr in ihren Programmen.

Zuletzt aktualisiert: 28. März 2019, 11:39 Uhr