Mitglieder des Konzertchors des MDR KINDERCHORS halten sich lachend an den Händen.
Bildrechte: MDR/Nikolai Kuzmanic

MDR KINDERCHOR: 70 Jahre und doch ganz jung

70 Jahre alt und doch immer gleich jung: Der MDR KINDERCHOR feiert Geburtstag. In einem Festkonzert am 24. März sang er sich selbst ein Ständchen. Gleichzeitig wurde der neue Künstlerischer Leiter Alexander Schmitt offiziell im Amt begrüßt. Ein Blick auf Vergangenheit und Gegenwart des jüngsten Ensembles von MDR KLASSIK.

Mitglieder des Konzertchors des MDR KINDERCHORS halten sich lachend an den Händen.
Bildrechte: MDR/Nikolai Kuzmanic
Mitglieder des MDR KINDERCHORS mit ihrem Leiter Alexander Schmitt
Bildrechte: MDR/Nikola Kuzmanić

Von den drei MDR-Ensembles bleibt der MDR KINDERCHOR immer das jüngste – nicht nur, weil er nach dem „großen“ Chor und dem Orchester gegründet wurde, sondern vor allem, weil er gar nicht altern kann: Die Chorkinder heute sind genauso alt wie diejenigen, die 1948 beim ersten Auftritt des damaligen Rundfunkkinderchores Leipzig auf der Bühne standen. Hans Sandig hatte den Chor ins Leben gerufen und prägte ihn über vier Jahrzehnte lang als sein Leiter. Unzählige Lieder hat er für „seinen“ Chor geschrieben, von „Sind die Lichter angezündet“ über den „Pi-pa-putzigen Igel“ bis zu seiner berühmten Kantate „Besuch im Zoo“. In der DDR war der Chor regelmäßig in Radio und Fernsehen zu erleben, die Rundfunkproduktionen bestimmten oft den Probenplan. Nicht selten bekamen die Kinder erst kurz vor der Aufnahme die Noten zu neuen Stücken, die Sandig am Abend zuvor fertiggestellt hatte.

Einzigartig und breit aufgestellt

Mitglieder des Nachwuchschor 1 des MDR KINDERCHORS
Bildrechte: MDR/Nikolai Kuzmanic

Und heute? 70 Jahre nach seiner Gründung besteht der MDR KINDERCHOR aus rund 180 Kindern und Jugendlichen und ist der einzige seiner Art in der ARD. Von Leipzig aus bereist er das Sendegebiet des MITTELDEUTSCHEN RUNDFUNKS zu vielseitigen Konzerten in Kirchen, Hallen, Festsälen oder open-air. „Das Profil des MDR KINDERCHORES ist sehr breit aufgestellt“, sagt der frisch ernannte Künstlerische Leiter Alexander Schmitt. Er ist seit Anfang Januar 2018 im Amt und hat sich anlässlich des 70-jährigen Jubiläums intensiv mit der Geschichte und Gegenwart des Chores befasst. Das breite Profil sieht er gleichzeitig als schöne Aufgabe und große Herausforderung: „Die Programmgestaltung ist ein weißes Blatt Papier. Wir können anspruchsvolle Konzerte mit sakraler oder weltlicher Musik machen, wir können aber auch ganz einfache Kinderlieder singen. Wir wirken bei Radio- oder Fernsehproduktionen genauso mit wie in Konzerten mit dem MDR RUNDFUNKCHOR und dem MDR SINFONIEORCHESTER, ob in der Saison oder im MDR MUSIKSOMMER, in unserer Heimat Leipzig oder im gesamten Sendegebiet“, erklärt der Dirigent.

Musikalische Zeitreise zum Geburtstag

Alexander Schmitt dirigiert den Konzertchor des MDR KINDERCHORS
Bildrechte: MDR/Nikola Kuzmanić

Im Festkonzert am 24. März – seinem Antrittskonzert als Künstlerischer Leiter – hat Alexander Schmitt genau diese Vielfalt abgebildet und eine musikalische Zeitreise durch die Ensemblegeschichte unternommen. „Nach meiner Recherche hatte ich einen riesigen Berg von passender Musik vor mir, aus dem wir ein sehr abwechslungsreiches Programm zusammengestellt haben mit Werken von Mendelssohn, Bernstein und Humperdinck, aber auch mit internationalen Kinderliedern, zwei Uraufführungen und natürlich Musik von Hans Sandig“, erzählt er. Auf die lange Tradition des MDR KINDERCHORES blicken die heutigen Sängerinnen und Sänger mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Gelassenheit: „Ich finde das alles ziemlich aufregend und ich bin auch stolz – aber im Alltag mache ich mir darüber keine großen Gedanken“, sagt die 11-jährige Paula aus dem Konzertchor. Die 13-jährige Josefine erklärt: „Wir führen heute die Tradition weiter, das ist schön.“ Und ihr Kollege Jonas (13) ergänzt: „Das ist auch eine Ehre, hier mitzusingen. Es ist ja nicht selbstverständlich, hier aufgenommen zu werden, und da ist es natürlich besonders toll, dass wir jetzt dieses Jubiläum miterleben dürfen.“

Zuletzt aktualisiert: 26. März 2018, 21:56 Uhr