Leidenschaft bis zum Exzess: Berlioz‘ Symphonie fantastique mit dem MDR-Sinfonieorchester

Seine glühend übersteigerte Liebe zur Schauspielerin Harriet Smithson verarbeitete der junge französische Komponist Berlioz in seiner dramatisch angelegten Symphonie fantastique. Beim Matineekonzert am Sonntag, 22. März, um 11 Uhr widmet sich das MDR-Sinfonieorchester dem groß besetzten Werk, geleitet von Kazuki Yamada. Der Japaner dirigiert zudem Nielsens „Helios“-Ouvertüre und Rautavaaras Flötenkonzert, in dem MDR-Soloflötist Christian Sprenger zu erleben ist. MDR KULTUR und MDR KLASSIK senden das Konzert zeitversetzt am selben Tag 19.30 Uhr in ihren Programmen.

Kazuki Yamada
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In seiner hochdramatischen Symphonie fantastique treibt Komponist Hector Berlioz seine Leidenschaft für die irische Schauspielerin Harriet Smithson bis zum Exzess. Während das Motiv der Angebeteten anfangs noch lieblich lockt, erscheint es später verzerrt und grotesk. Ob ein rauschender Ball, eine ruhige Szene auf dem Lande, ein komponierter Opiumrausch oder ein beängstigender Hexensabbat: Berlioz versteht es, in den fünf Sätzen durch die ganze Vielfalt der Gemütszustände zu führen. Die Konzeption eines solch programmatisch angelegten Orchesterwerks war bei der Uraufführung 1830 bahnbrechend und beeinflusste viele spätere Komponisten.

Christian Sprenger, Flöte
Christian Sprenger, Soloflötist im MDR-Sinfonieorchester Bildrechte: MDR/Andreas Lander

Atmosphärisch und mythisch wird es mit dem Konzert für Flöte und Orchester op. 69 „Dances with the Winds“ des finnischen Komponisten Einojuhani Rautavaara. Er schrieb das anspruchsvolle Solowerk 1974 für die schwedische Flötistin Gunilla von Bahr und setzt darin fast alle Instrumente der Flötenfamilie ein. Während in den Ecksätzen die Bassflöte dominiert, ist der zweite Satz der Piccolo, der dritte der Altflöte gewidmet. MDR-Soloflötist Christian Sprenger interpretiert das Werk.

Zu den meistgespielten Kompositionen Carl Nielsens zählt seine „Helios“-Ouvertüre, die den Gang der Sonne von der Morgenröte bis zur Abenddämmerung nachvollzieht. Dazu hat ihn das besondere Licht über der Ägäis inspiriert, das er während eines Aufenthalts in Athen bewunderte.

Der japanische Dirigent Kazuki Yamada ist Erster Dirigent und Künstlerischer Direktor des Orchestre Philharmonique de Monte Carlo. Die Position des Ersten Gastdirigenten bekleidet er zudem beim Yomiuri Nippon Symphony Orchestra und beim City of Birmingham Symphony Orchestra. Der zu seinen Studentenzeiten von ihm gegründeten Yokohama Sinfonietta ist er als Musikdirektor. In derselben Position leitet er auch die Geschicke des Japanischen Philharmonic Chorus of Tokyo.

Weitere Informationen über Komponisten, Werke und Künstler erhalten Sie bei der Konzerteinführung um 10.15 Uhr im Schumann-Eck.

Dieses Konzert im MDR-Programm: MDR KULTUR und MDR KLASSIK senden das Konzert am 22. März 2020 um 19.30 Uhr in ihren Programmen.

Zuletzt aktualisiert: 10. Januar 2020, 12:12 Uhr