Mahlers 3. Sinfonie mit den MDR-Ensembles

Eine Art Schöpfungsgeschichte erzählt Gustav Mahler in seiner 3. Sinfonie d-Moll, die Dirigent Sebastian Weigle mit den MDR-Ensembles ins Gewandhaus bringt. In dem groß besetzten Monumentalwerk sind das MDR-Sinfonieorchester sowie die Damen des MDR-Rundfunkchors und die Knaben des MDR-Kinderchors gemeinsam auf der Bühne zu erleben. Michaela Schuster übernimmt bei dem Konzert am Samstag, dem 28. März um 20 Uhr den Alt-Part.

Dirigent Sebastian Weigle
Dirigent Sebastian Weigle Bildrechte: Barbara Aumüller

Als eine der längsten Sinfonien der Musikgeschichte gilt Mahlers 3. Sinfonie d-Moll. Kein Wunder, hat der Österreicher in den Sommermonaten der Jahre 1895 und 1896 doch mit Tönen die ganze Welt nachempfunden – komponierend in seinem kleinen Häuschen am Attersee. In sechs Sätze entwickelt er in dieser Sinfonie zunächst die Wandlung von roher Materie zu Leben und führt über die Natur, die Tiere und Pflanzen, die Menschen schließlich zu Gott.

Überschriften wie „Pan erwacht“, „Der Sommer marschiert ein“, „Was mir die Blumen auf der Wiese erzählen“ oder „Was mir die Engel erzählen“ zog er allerdings wieder zurück, aus Angst vor falschen Interpretationen. Denn natürlich können solche Sätze nicht eins zu eins in Musik übersetzt wiedergefunden werden, aber sie helfen doch zu verstehen, wohin Mahler mit der Sinfonie wollte: Und so bildet mein Werk ein[e] alle Stufen der Entwicklung in schrittweiser Steigerung umfassende musikalische Dichtung. – Es beginnt bei der leblosen Natur und steigert sich bis zur Liebe Gottes!, äußerte sich Mahler über sein kompositorisches Anliegen.

Was die Zeitdauer, die Formkonzeption, die Tiefe des Ausdrucks und das Aufgebot an Musikerinnen und Musikern betrifft, lotet Mahler mit seiner 3. Sinfonie die Grenzen der Gattung beherzt aus. Obwohl beim Konzert im Gewandhaus eine monumental große Besetzung des MDR-Sinfonieorchesters auf der Bühne platziert ist, verlangt die Partitur auch nach einem Fernorchester inklusive Posthorn. Im vierten und fünften Satz treten die Damen des MDR-Rundfunkchors und die Knaben des MDR-Kinderchors als Gesang der Engel hinzu. Solistisch ist Michaela Schuster zu erleben, deren inniges Altsolo „Mitternacht“ auf Worte Friedrich Nietzsches komponiert ist.

Michaela Schuster, Mezzosopran
Michaela Schuster, Mezzosopran/Alt Bildrechte: Nikola Stege

Mezzosopranistin Michaela Schuster ist im Opern-, Lied- und Konzertbereich gleichermaßen aktiv. Die Werke Gustav Mahlers bilden dabei einen ihrer Repertoireschwerpunkte. Engagements führen sie regelmäßig an große Opernhäuser wie die Staatsoper Berlin, die Wiener Staatsoper, den Londoner Covent Garden oder die Bayerische Staatsoper München.

Dirigent Sebastian Weigle hat sich in seiner Karriere sehr intensiv mit den Sinfonien Mahlers auseinandergesetzt. Der gebürtige Berliner ist seit der Spielzeit 2008/2009 Generalmusikdirektor der Oper Frankfurt und übernahm 2019 zusätzlich die Position des Chefdirigenten des Yomiuri Nippon Symphony Orchestra in Tokyo. Er dirigiert regelmäßig an den großen Opernhäusern und begann seine Laufbahn als Solohornist der Staatskapelle Berlin.

Weitere Informationen über Komponisten, Werke und Künstler erhalten Sie bei der Konzerteinführung um 19.15 Uhr im Schumann-Eck.

Dieses Konzert im MDR-Programm: MDR KULTUR und MDR KLASSIK senden das Konzert am 29. März 2020 um 19.30 Uhr in ihren Programmen.

Zuletzt aktualisiert: 13. Januar 2020, 12:10 Uhr