MDR-Sinfoniekonzert mit Jörg Widmann im Gewandhaus

Als einer der gefragtesten zeitgenössischen Komponisten gilt Jörg Widmann. Der 46-jährige begeisterungsstarke Universalmusiker ist beim MDR-Sinfonieorchester in gleich drei Rollen zu erleben: als Komponist, Dirigent und Klarinettensolist. Beim Matineekonzert im Leipziger Gewandhaus am Samstag, 1. März 17 Uhr interpretiert er Carl Maria von Webers „Concertino“ auf der Klarinette, präsentiert seine eigene Orchesterouvertüre „Con brio“ und dirigiert Mendelssohns Hebriden-Ouvertüre sowie Mozarts Jupiter-Sinfonie. MDR KULTUR und MDR KLASSIK übertragen das Konzert am selben Abend 19.30 Uhr live in ihren Programmen.

Dirigent und Klarinettist Jörg Widmann
Bildrechte: Marco Borggreve

Mit einem der großen Meisterwerke der Wiener Klassik setzt Jörg Widmann am Dirigentenpult einen fulminanten Schlusspunkt beim 2. Konzert der Reihe „Zauber der Musik“ in Suhl: Mozarts Sinfonie C-Dur KV 551, auch Jupiter-Sinfonie genannt, ist vor allem für ihren vielschichtig gearbeiteten Schlusssatz mit dem Fugato bekannt. Als Höhepunkt der Satzkunst gilt die Coda, in der Mozart alle fünf Themen zeitgleich erklingen lässt. Auch wenn Mozarts Leben 1788 von Depressionen und Existenzängsten geplagt war, hinterließ er mit dieser letzten seiner Sinfonien doch ein maßgebendes Werk, von dem nicht klar ist, ob er es zu seinen Lebzeiten noch von einem Orchester gespielt erleben konnte.

Eröffnet wird das Konzert des MDR-Sinfonieorchesters mit Mendelssohns Ouvertüre „Die Hebriden“ h-Moll op. 26, einer sinfonischen Naturdarstellung über die eigentümliche und unberührte Landschaft der Hebriden-Inseln vor der Nordwestküste Schottlands. 

Dazu gesellt sich im Programm eine weitere Ouvertüre, die Jörg Widmann 2008 komponierte. Con brio heißt diese Konzertouvertüre für Orchester, die für Mariss Jansons und das BR-Symphonieorchester entstand. Sie bezieht sich auf Beethovens 7. und 8. Sinfonie, doch Widmann betont: „Ich zitiere keine einzige Note. Es ist der Gestus, den ich übernehme.“

Als Solist ist Jörg Widmann in Carl Maria von Webers Concertino für Klarinette und Orchester Es-Dur op. 26 zu erleben. Das einsätzige Werk komponierte von Weber 1811 innerhalb weniger Tage für Heinrich Joseph Baermann, einem der ersten Virtuosen auf der noch recht neuen Klarinette. Im Stück folgen auf das Thema einige bravouröse Variationen, bevor das Concertino lebhaft endet.

Jörg Widmann, Dirigent/Klarinettist
Jörg Widmann mit seiner Klarinette Bildrechte: Marco Borggreve

Jörg Widmann ist ein gefragter Klarinettist, einer der bekanntesten zeitgenössischen Komponisten und seit einiger Zeit auch als Dirigent tätig. Mit seinem sympathischen Drang, alle begeistern zu wollen, ist der gebürtige Münchner auch als Pädagoge tätig, etwa als Professor für Komposition an der Barenboim-Said-Akademie in Berlin.
Widmann war Residenzkünstler bei zahlreichen Orchestern und Festivals, etwa den Salzburger Festspielen. In der Saison 2017/18  war er der erste Gewandhauskomponist. In dieser Saison hat Widmann den Richard and Barbara Debs Composer’s Chair an der New Yorker Carnegie Hall inne. Für seine Kompositionen gewann er eine Vielzahl von Preisen.

Konzerteinführung: Weitere Informationen über Komponisten, Werke und Künstler erhalten Sie bei der Konzerteinführung um 10.15 Uhr im Schumann-Eck.

Dieses Konzert im MDR-Programm: MDR KULTUR und MDR KLASSIK übertragen das Konzert am 1. März 2020 um 19.30 Uhr live in ihren Programmen.

Zuletzt aktualisiert: 19. Dezember 2019, 18:44 Uhr