Alexandre Bloch beim Dirigieren
Bildrechte: Alex Hungary

Französische Weihnacht mit Dirigent Alexandre Bloch und den MDR-Ensembles

„Joyeux Noël!“ heißt es am Abend des 1. Weihnachtstages, wenn MDR-Sinfonieorchester und MDR-Rundfunkchor ein französisches Weihnachtsprogramm ins Gewandhaus bringen. Dirigent Alexandre Bloch leitet das traditionelle Weihnachtskonzert, bei dem in diesem Jahr Werke von Strawinsky, Ravel und Chausson zu erleben sind und große Chorsinfonik von Poulenc erklingt. MDR KULTUR und MDR KLASSIK senden das Konzert live um 19.30 Uhr in ihren Programmen.

Alexandre Bloch beim Dirigieren
Bildrechte: Alex Hungary

In winterliche, weihnachtliche Fantasiewelten entführen die MDR-Ensembles am 25. Dezember mit ihrem traditionellen Konzert zum 1. Weihnachtstag.

Ein Wintermärchen erzählt Igor Strawinsky in seiner einaktigen Ballettmusik Le baiser de la fée (Der Kuss der Fee). Ähnlich wie in Hans Christian Andersens Erzählung „Die Schneekönigin“ wird hier ein junger Mann in einsame, eisige Landschaften entführt. Strawinskys Komposition, aus der das MDR-Sinfonieorchester das Divertimento interpretiert, ist auch eine Hommage an Tschaikowski, von dem Strawinsky musikalisches Material einiger früher Klavierstücke und Lieder verarbeitete.

Zwischen rauschhafter Romantik und einem filigranen Klang mit äußerst raffinierter Orchesterbehandlung bewegt sich die 1897/98 komponierte sinfonische Dichtung Soir de fête op. 32 von Ernest Chausson. Darin kontrastiert am Weihnachtsabend eine fröhlich feiernde Menge (erster Teil) mit der andächtigen Stille der Nacht (zweiter Teil), die von astral-irisierenden Klängen der Flöten und Harfe gemalt wird.

In Noël des jouets (1905) zeigt sich Maurice Ravel von seiner spielerischen Seite, indem er fünf selbstverfasste Verse über Weihnachtsspielzeug vertonte. Darunter sind etwa die Schafe in der Spielzeugkrippe und der Hund Beelzebub, den Engel gerade noch davon abhalten können, das aus Zucker hergestellte Jesuskind aufzufressen.

Zwei geistliche Werke des französischen Komponisten Francis Poulenc, der sich ab1936 wieder verstärkt dem Katholizismus zuwendete, stehen in der zweiten Konzerthälfte auf dem Programm:

Das Responsorium O magnum mysterium aus dem 9. Jahrhundert berichtet vom großen Wunder von Christi Geburt, das seit 2000 Jahren an jedem Weihnachtsfest weitererzählt wird. Poulenc verarbeitet das Thema in der ersten Motette seiner „Quatre motets pour le temps de noël“, in der sich die Musik zaghaft, fast starr vor Staunen an das „Geheimnis“ herantastet. Den Chorpart legte der Komponist dabei frei deklamatorisch an.

Poulencs Gloria für Sopran Solo, Chor und großes Orchester wurde 1961 uraufgeführt und drückt mit seiner farbenreichen Musik eine große Vielfalt von Emotionen aus. Das sechssätzige Werk ist dabei fromm und frech zugleich: „Als ich dieses Stück schrieb", erinnerte sich Poulenc später, „dachte ich an jene Fresken von Gozzoli, bei denen die Engel ihre Zunge herausstrecken, und auch an einige ernste Benediktinermönche, die ich einmal bei einem Fußballspiel gesehen hatte.“

Sopranistin Kate Royal
Die britische Sopranistin Kate Royal Bildrechte: Jason Joyce

Als Solistin ist im Gloria die Londoner Sopranistin Kate Royal zu erleben, die 2007 den Royal Philharmonic Society Young Artist Award gewann und mit führenden Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, den New Yorker Philharmonikern und der BBC Symphony auftrat. Auf der Opernbühne war sie u. a. in Glyndebourne, Luzern, in der Londoner Royal Opera und der Metropolitan Opera zu erleben.

Dirigent Alexandre Bloch
Der französische Dirigent Alexandre Bloch Bildrechte: Sebastian Ene

Erstmals am Pult des MDR-Sinfonieorchesters steht der französische Dirigent Alexandre Bloch. Er ist seit 2016/17 Musikdirektor des Orchestra National de Lille und seit 2015 Erster Gastdirigent der Düsseldorfer Symphoniker. Seine Karriere begann mit dem Gewinn des Donatella-Flick-Dirigierwettbewerbs des London Symphony Orchestras, dessen Assistenzdirigent er wurde. Gastdirigate führten ihn zu vielen französischen Orchestern sowie zum Concertgebouw Orchester, zum Vancouver Symphony Orchestra und zum Oslo Philharmonic.

Dieses Thema im MDR-Programm: Live-Übertragung bei MDR KULTUR und MDR KLASSIK | 25.12.2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. November 2019, 15:25 Uhr