MDR-Sinfonieorchester
Bildrechte: MDR/Hagen Wolf

Zum Bauhaus-Jubiläum: Mussorgskis "Bilder einer Ausstellung" mit Visualisierung

Anlässlich des Bauhaus-Jahrs bringt das MDR-Sinfonieorchester Mussorgskis Zyklus „Bilder einer Ausstellung“ ins Gewandhaus – mit einer Video-Visualisierung von Kandinskys Bühnenbildentwürfen, die sich auf Formen, Farbe und Bewegung stützen. Von Ravel stammt nicht nur die an diesem Abend aufgeführte Orchesterfassung, sondern auch das Klavierkonzert G-Dur, das der französische Pianist Roger Muraro interpretiert. Andris Poga leitet das Konzert am Samstag, dem 13. April um 20 Uhr.

MDR-Sinfonieorchester
Bildrechte: MDR/Hagen Wolf

Als der Maler und Bauhaus-Meister Wassily Kandinsky 1928 um eine Inszenierung für das Dessauer Theater gebeten wurde, entschied er sich für Mussorgskis farbenprächtigen Klavierzyklus „Bilder einer Ausstellung“ (1874). Er schuf dazu ein Bühnenbild aus farbigen geometrischen Flächen und Formen, die sich zum Klang der Musik zu Bildern aufbauen und wieder verschwinden. Diese originalen Entwürfe hat der Schweizer Künstler Arthur Spirk mit heutiger Videotechnik animiert und nach den Notizen Kandinskys mit der Musik synchronisiert. Im Gewandhaus erklingt allerdings nicht die Klavierfassung des Werks, sondern die berühmtere und klangprächtige Orchesterfassung Maurice Ravels aus dem Jahr 1922.

Von Ravel stammen auch die weiteren Stücke des Konzertabends. Als Eingangsstück erklingt seine Orchestersuite „Le Tombeau de Couperin“, in dem er sich mit barock-höfischen Elementen und Tänzen auf den französischen Barockkomponisten François Couperin bezieht. Zudem ist das Stück als Trauermusik angelegt, denn jeden der einzelnen Sätze widmete Ravel einem im Ersten Weltkrieg gefallenen Kameraden.

Jazzeinflüsse, die Ravel auf einer Nordamerika-Tournee einsog, geben seinem Klavierkonzert G-Dur seine harmonischen Finessen und rhythmischen Extravaganzen. „Ich bin wirklich der Meinung, dass die Musik eines Konzerts heiter und brillant sein kann; sie braucht keinen Anspruch auf Tiefgründigkeit zu erheben oder nach dramatischen Effekten zu trachten“, äußerte er über das 1932 uraufgeführte Werk.

Roger Muraro (Pianist)
Der französische Pianist Roger Muraro Bildrechte: Bernard Martinez

Beim Konzert mit dem MDR-Sinfonieorchester mit dem MDR-Sinfonieorchester sitzt der französische Pianist Roger Muraro am Klavier, der bereits Ravels gesamtes Klavierwerk aufgenommen hat. Eng ist der Pianist und Pädagoge, der weltweit konzertiert, auch den Werken Olivier Messiaens verbunden, bei dessen Frau Yvonne Loriod er am Pariser Conservatoire studierte.

Andris Poga (Dirigent)
Der lettische Dirigent Andris Poga Bildrechte: Noslegums

Am Pult steht der lettische Dirigent Andris Poga, der 2010 den Dirigierwettbewerb „Jewgeni Swetlanow“ in Montpellier gewann und daraufhin Assistenzen beim Orchestre de Paris und beim Boston Symphony Orchestra antrat. Seit der Saison 2013/14 ist er Chefdirigent des lettischen Nationalorchesters in Riga.

Dieses Thema im MDR-Programm : MDR KULTUR und MDR KLASSIK senden den Mitschnitt am 14. April um 19.30 Uhr in ihren Programmen.

Zuletzt aktualisiert: 11. April 2019, 13:09 Uhr