Schauspieler und Sprecher Dominique Horwitz
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"Ödipus" mit MDR-Ensembles und Dominique Horwitz

Durch die verwobenen Handlungsstränge der antiken Tragödie „Oedipus Rex“ führt Sprecher Dominique Horwitz beim Konzert mit MDR-Sinfonieorchester und MDR-Rundfunkchor. Im Gewandhaus erklingt Sophokles‘ Klassiker als konzertantes Opern-Oratorium Igor Strawinskys am 2. Februar um 20 Uhr unter der Leitung von Risto Joost. Auch das Sinfonische Vorspiel von Ildebrando Pizzetti greift den Stoff auf. Ganz ins zeitliche Umfeld passen Debussys „Trois Nocturnes“ für Frauenchor und Orchester.

Schauspieler und Sprecher Dominique Horwitz
Bildrechte: Ralf Brinkhoff

Der antike Stoff von Sophokles „Ödipus“ wird in diesem Konzert gleich von zwei Komponisten beleuchtet. Zunächst von Ildebrando Pizzetti (1880–1968) mit „L’Edipo Re di Sofocle“, das Sinfonische Vorspiel Nr. 2. Hier hatte der als einer der einflussreichsten italienischen Kompositionslehrer seiner Zeit geltende Pizzetti eine Bühnenmusik zur dreisätzigen Suite umgearbeitet, die er im Rahmen einer Mailänder Theaterproduktion von Sophokles „König Ödipus“ komponiert hatte.

Mezzosopranistin Annely Peebo
Mezzosopranistin Annely Peebo Bildrechte: Annely Peebo

Während Pizzetti in der Klangsprache des 19. Jahrhunderts verhaftet ist, setzt Strawinsky (1882–1971) in seinem „Oedipus Rex“ auf starke Rhythmen und eine Mischung von Klassik und Jazz. Er legt das Werk, das auf einer Version Jean Cocteaus von Sophokles‘ Texten beruht und auf Latein gesungen wird, als Opern-Oratorium für Chor und Orchester an. Die Arien und Duette interpretieren Tenor Nobert Ernst (Oedipe), Mezzosopran Annely Peebo (Jocaste), Bariton Luciano Batinić (Creon und Le Messager), Bass Oleg Tsibulko (Teiresias) sowie Tenor Raimonds Bramanis (Le Berger).

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Dominique Horwitz Bildrechte: MDR/Marco Prosch

Durch die Vertonung der antiken Tragödie mit dem MDR-Rundfunkchor und dem MDR-Sinfonieorchester im Gewandhaus führt Sprecher Dominique Horwitz. Er ist nicht nur gefragter Sprecher, sondern auch Sänger, Schauspieler und Schriftsteller. Ob in Filmen wie „Stalingrad“ oder dem Weimarer „Tatort“, ob am Theater oder als Interpret der Chansons von Jacques Brel: Horwitz hat viele künstlerische Facetten. Gemeinsam mit dem MDR-Sinfonieorchester interpretierte er 2012 bereits mehrmals antike Stoffe als Sprecher; entstanden ist aus dieser Zusammenarbeit u. a. eine CD mit Werken Mendelssohns.

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Die Nuancierung des Klangs feiert Claude Debussy in seinen „Trois Nocturnes“, einem sinfonischen Triptychon für Frauenchor und Orchester. Inspiriert wurde er zu diesen drei impressionistischen Nachtstücken vermutlich von Gemälden James McNeill Whistlers. Zu Beginn breitet Debussy in „Nuages“ (Wolken) das Kolorit der Holzbläser über einem dynamisch äußerst fein abgestuften Streicherteppich aus. Für die grellen, spukhaften Effekte setzt er im rhythmusbetonten „Fêtes“ (Feste) das Schlagzeug ein. Im letzten Teil, „Sirènes“, übernimmt der vokalisierende Frauenchor die Rolle der geheimnisvoll-verführerischen Sirenen und sorgt damit für die übernatürliche Wirkung von Debussys Klanggemälde.

Dieses Thema im MDR-Programm : MDR KULTUR & MDR KLASSIK senden das Konzert am 3. Februar ab 19.30 Uhr.

Zuletzt aktualisiert: 31. Januar 2019, 16:14 Uhr