Simone Young, Dirigentin
Bildrechte: Bertold Fabricius

Dirigentin Simone Young beim MDR-Sinfonieorchester

Den vielen Facetten der Liebe widmet sich Jörg Widmann in seinem Liederzyklus „Das heiße Herz“. Das Werk für Bariton und Orchester steht am Sonntag, 27.1. beim MDR-Sinfonieorchester auf dem Programm. Dirigentin Simone Young wendet sich bei dem Konzert um 19.30 Uhr im Gewandhaus auch Schumanns 3. Sinfonie („Rheinische“) zu. MDR KULTUR und MDR KLASSIK senden das Konzert live.

Simone Young, Dirigentin
Bildrechte: Bertold Fabricius
Dirigent und Klarinettist Jörg Widmann
Komponist und Klarinettist Jörg Widmann Bildrechte: Marco Borggreve

Liebe hat viele Gesichter. Das weiß auch Jörg Widmann (geb. 1973): „Es kann das Paradies sein, aber auch eine Schlangengrube, oder beides zugleich“, ist der Klarinettist und Komponist überzeugt, der diesem urmenschlichen Gefühl einen Liederzyklus für Bariton und Orchester widmet. „Radikal einfache und wahre, tief ins Herz treffende Texte“ habe er für „Das heiße Herz“ ausgesucht und sie bei Klabund, Brentano, Härtling und in der Sammlung „Des Knaben Wunderhorn“ gefunden. Himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt: Nirgendwo sind sich diese beiden Stimmungen näher als in der Liebe. Was Widmann zunächst als Kammermusikwerk für Bariton und Klavier komponierte, interpretieren das MDR-Sinfonieorchester und Bariton Thomas E. Bauer nun in der neuen Fassung für Orchester und Solist.

Bariton Thomas E. Bauer, Porträt sitzend
Bariton Thomas E. Bauer Bildrechte: Marco Borggreve

Ausgebildet bei den Regensburger Domspatzen, hat sich Bariton Thomas E. Bauer sowohl als Konzert- als auch als Liedsänger international etabliert. Er sang beim Boston Symphony, dem Gewandhausorchester oder dem Tonhalle-Orchester Zürich, tritt regelmäßig mit Jos van Immerseel auf und wurde mit dem Schneider Schott Musikpreis ausgezeichnet. In Blaibach im Bayerischen Wald initiierte er ein vielfach prämiertes Konzerthaus und war von 2016 bis 2018 Intendant der Festspiele Europäische Wochen Passau.

Wie nah sich Euphorie und Grübelei sein können, wusste auch Robert Schumann und hat es seiner 3. Sinfonie einkomponiert: Durch die rheinische Festtags- und ganz persönliche Aufbruchsstimmung klingt unterschwellig immer wieder auch der Zweifel. Diese letzte seiner Sinfonien, komponiert 1850 in einem Schaffensrausch nach dem Umzug der Familie nach Düsseldorf, ist fünfsätzig angelegt. Der vierte Satz mit seinen choralartigen Blechbläserklängen soll vom Anblick des Kölner Doms inspiriert sein.

Dirigentin Simone Young
Dirigentin Simone Young Bildrechte: Simone Young

Am Pult steht bei diesem Konzert die australische Dirigentin Simone Young, die regelmäßig international bei den wichtigsten Orchester und Opernhäusern zu Gast ist. Von 2005 bis 2015 war sie Intendantin der Staatsoper Hamburg und Generalmusikdirektorin der Philharmoniker Hamburg, seit 2017/18 ist sie erste Gastdirigentin des Orchestre Chambre de Lausanne.

Dieses Thema im MDR-Programm : MDR KULTUR und MDR KLASSIK übertragen das Konzert live in ihren Programmen

Zuletzt aktualisiert: 15. November 2018, 17:52 Uhr