Dirigent Kerem Hasan
Bildrechte: Marco Borggreve

Junge Senkrechtstarter beim MDR-Sinfonieorchester

Ganz im Zeichen junger Talente steht das Konzert „Zauber der Musik“ am 23. März um 17 Uhr im Congress Centrum Suhl. Während am Pult des MDR-Sinfonieorchesters der 26-jährige britische Dirigent Kerem Hasan die Fäden in der Hand hält, ist der 17-jährige Ausnahmeviolinist Daniel Lozakovich mit Mozarts Violinkonzert G-Dur KV 216 zu erleben. Gerahmt wird es von Rossinis Ouvertüre zur Oper „Semiramide“ sowie von Beethovens 3. Sinfonie „Eroica“.

Dirigent Kerem Hasan
Bildrechte: Marco Borggreve

Mozarts Violinkonzert G-Dur ist das dritte seiner fünf Solokonzerte für Violine. Diese schrieb er binnen zwei Jahren als Konzertmeister der Salzburger Hofkapelle. Mit dem 3. Violinkonzert hat er ein kontrastreiches Meisterwerk geschaffen, das humorige, als auch getragene Elemente vereint. Gleich das bekannte Eingangsmotiv stellt den typischen Mozart-Sound vor. Im dritten Satz lässt der Komponist über damals bekannte Melodien phantasieren. Sie waren es, die das Werk bei den Zeitgenossen sehr populär werden ließen.

Daniel Lozakovich (Violine)
Der junge Violinist Daniel Lozakovich Bildrechte: Sergey Andreev

Beim Konzert mit dem MDR-Sinfonieorchester wird der junge Ausnahmeviolinist Daniel Lozakovich den Solopart übernehmen. Lozakovich wurde 2001 in Stockholm geboren und begann 2007 mit dem Violinspiel. Er studiert seit 2012 in Karlsruhe und Genf und war als Solist mit Orchestern wie dem Orchestre National de France, dem Boston Symphony Orchestra und dem Orchester der Komischen Oper Berlin zu erleben. 2018 erschien sein erstes Soloalbum bei der Deutschen Grammophon. Als Kammermusiker konzertierte er u. a. mit Renaud Capuçon, Emanuel Ax und Martin Fröst.

Eröffnet wird das Konzert mit der Ouvertüre zu „Semiramide“, der gleichnamigen melodramatischen Oper Rossinis. Semiramide, die Königin von Babylon, ist in den Mord an ihrem Gatten verstrickt und stirbt am Ende irrtümlich durch die Hand ihres eigenen Sohnes. Schon in der Ouvertüre zeichnet Rossini die atmosphärischen Stimmungen nach und knüpft musikalisch enge Zusammenhänge mit der weiteren Handlung – und das alles bei dem ihm eigenen Reichtum an wunderbaren Melodien. So wurde die Ouvertüre auch losgelöst von der Oper zum populären Konzertstück.

Mit Beethovens gewaltiger 3. Sinfonie Es-Dur op. 55, der „Eroica“, emphatisch und hitzig im Ausdruck, endet das Konzert. Die zeitgenössischen Rezensenten attestierten dem knapp einstündigen Werk nach der Uraufführung 1805 zunächst Überlänge, Regellosigkeit und Bizarrerie – wobei immer das Bewusstsein mitschwang, etwas Herausragendes und vermutlich höchst Wertvolles erlebt zu haben. Die berühmte Widmung der Sinfonie an Napoleon tilgte Beethoven laut Mythos in einem Anflug rasenden Zorns, nachdem er erfahren hatte, dass Napoleon sich selbst zum Kaiser gekrönt hatte.

Kerem Hasan (Dirigent)
Dirigent Kerem Hasan Bildrechte: Tristan Fewings (Getty Images)

Der 26-jährige Brite Kerem Hasan wird mit Beginn der Spielzeit 2019/20 Chefdirigent des Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck. Er dirigierte bereits Klangkörper wie das ORF Radio-Symphonieorchester Wien, das London Symphony Orchestra und das Royal Concertgebouw Orchestra. 2017 gewann Hasan den Nestlé und Salzburg Festival Young Conductors Award, 2018 den Aspen Conductor Prize. Er ist Associate Conductor an der Welsh National Opera.

Zuletzt aktualisiert: 18. März 2019, 13:32 Uhr