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Das Konzert auf dem halleschen Marktplatz steht unter dem Motto #HalleZusammen Bildrechte: Junge Angebote/Robert Erdmann

#HalleZusammen: MDR-Rundfunkchor setzte Zeichen für weltoffene Gesellschaft

Für die Opfer des Anschlags von Halle veranstalteten verschiedene Medienhäuser, darunter der MDR, und die Stadt Halle am 19. Oktober auf dem halleschen Marktplatz ein Gedenk- und Solidaritätskonzert. Neben nationalen Stars und lokalen Künstlerinnen und Künstlern waren der MDR-Rundfunkchor und sein designierter Künstlerischer Leiter Philipp Ahmann mit Musik jüdischer Komponisten dabei.

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Das Konzert auf dem halleschen Marktplatz steht unter dem Motto #HalleZusammen Bildrechte: Junge Angebote/Robert Erdmann

Ein breites Bündnis aus Medienhäusern, der Stadt Halle und der kulturellen Szene veranstaltete am Samstag, 19. Oktober, ab 14 Uhr ein Gedenk- und Solidaritätskonzert auf dem Marktplatz in Halle, um an die Opfer des Anschlags vom 9. Oktober zu erinnern sowie für ein offenes und friedliches Miteinander und gegen Antisemitismus und Rassismus zu demonstrieren. Zu den Künstlerinnen und Künstlern auf der Bühne zählten Max Giesinger, Alice Merton, Joris sowie Mitglieder des Ensembles der Oper Halle. Auch Sängerinnen und Sänger des MDR-Rundfunkchors waren mit ihrem designierten Künstlerischen Leiter Philipp Ahmann dabei und eröffneten das Gedenkkonzert. Zusätzlich gab es Gespräche und Interviews mit Menschen aus der Stadtgesellschaft. Der MDR übertrug die Veranstaltung online im Livestream.

Mitglieder des MDR-Rundfunkchors im Konzert
Der MDR-Rundfunkchor im Konzert Bildrechte: MDR/Stephan Witschas

Der MDR-Rundfunkchor sang zunächst "Toras Adonoj", die Vertonung des 19. Psalms von Louis Lewandowski, einem der einflussreichsten Komponisten synagogaler Musik. Im 19. Jahrhundert wirkte Lewandowski viele Jahre als Kantor der größten deutschen jüdischen Gemeinde in der Neuen Synagoge in Berlin. Solist in Lewandowskis Stück ist Falk Hoffmann, Tenor aus dem MDR-Rundfunkchor. Anschließend war das Stück "Segen" von Samuel Lampel zu hören, dem letzten Kantor der Synagoge in der Leipziger Gottschedstraße vor deren Zerstörung am 9. November 1938. Lampel wurde mit seiner Frau in den 1940er Jahren aus Leipzig nach Ausschwitz deportiert, wo das Paar ums Leben kam.

Der Auftritt bei #HalleZusammen, wenige Stunden vor ihrem Konzert am Abend in der Leipziger Oper, ist den Chormitgliedern und Philipp Ahmann ein Herzensanliegen. "Ich freue mich, dass wir so kurzfristig ein Programm auswählen und organisieren konnten. Die Sängerinnen und Sänger studieren die Werke mit Philipp Ahmann zusätzlich zu dem Stück 'Inseparable. Unteilbar' ein, das sie am Samstagabend in der Leipziger Oper uraufführen werden. Dafür gilt ihnen mein Dank und meine Anerkennung", sagt Heiner Louis, Hauptabteilungsleiter von MDR KLASSIK.

Über dieses Thema berichtet der MDR im Radioprogramm: MDR KULTUR - Das Radio | 15.10.2019 | 13:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Oktober 2019, 13:28 Uhr