Kill 'Em All, Buch von John Niven
"Kill 'em All" von John Niven Bildrechte: randomhouse

Neues Buch von John Niven In "Kill 'em all" lässt John Niven einen Popstar sterben – und der ist froh darüber

Mit seinem Roman "Kill your friends" um den skrupellosen Musikmanager Steven Stelfox landete der schottische Autor John Niven einen Bestseller. Nun gibt es mit "Kill 'em all" Lesenachschub, der nicht nur die Fans von Stelford begeistern dürfte. MDR KULTUR-Krimiexperte Stefan Maelck hat das Buch gelesen.

Kill 'Em All, Buch von John Niven
"Kill 'em All" von John Niven Bildrechte: randomhouse

Der Autor John Niven ist Jahrgang 1968. Er hat viele Jahre für eine Plattenfirma gearbeitet und Talente entdeckt. Seine bitterböse Abrechnung mit dieser Zeit  war die Groteske "Kill your friends", die ein Bestseller wurde. Niven vermittelte darin einen tiefen Einblick in die korrupte Welt der Musikindustrie und erzählte zugleich eine atemberaubend spannende und zugleich lustige Geschichte seines Protagonisten Steven Stelfox.

Sein zweiter Roman "Coma" war ähnlich spannend und voll von schwarzem Humor, spielte allerdings in der Welt des Golfs und des Kleinverbrechens. Nach Golf und Rock’n’Roll blieb dann nur noch Gott und Castingshow und ein kurzer Gastauftritt von Stelfox. Niven hat einige weitere durchgeknallte Thriller mit hoher Geschwindigkeit und Gagdichte vorgelegt und jetzt geht der Traum der Legionen von Steven-Stelfox-Fans in Erfüllung: Die größte Arschgeige des Pop-Musik-Universums ist zurück und schlägt sofort einen vertrauten Ton an.

Problematischer Popstar

Der typische Stelfox-Sound ist zynisch, arrogant, skrupellos. Stelfox hat nach seiner Tätigkeit in der Musikindustrie die Fernsehshow "American Pop Star" ins Leben gerufen und ist mittlerweile Multimillionär im Ruhestand. Er wird jedoch hin und wieder von seinem alten Kumpel James Trellick für pikante Jobs engagiert. Dieser leitet inzwischen den Musik-Major "Unigram" (der natürlich an "Universal Music" erinnert).

John Niven, Schriftsteller
Der Schriftsteller John Niven war selbst im Musikbusiness tätig Bildrechte: Erik Weiss

Und Trellick hat ein Riesenproblem: Lucius du Pre, der größte Popstar der Welt, der wiederum sowas wie ein umgekehrter Michael Jackson ist, macht Probleme. Du Pre ist weiß und will so gern Schwarz sein. Dafür unterzieht er sich komplizierten Hormon- und Hautbehandlungen.

Und du Pre spielt gern mit kleinen Jungs rum. Da die Eltern dieser Jungs meist mit Geld und Luxusgütern bestochen werden, geht das solange gut, bis das drogensüchtige Sexmonster Lucius du Pre von einem Elternpaar erpresst wird. Und das auch noch kurz vor der absolut nötigen Comeback-Welttournee des mittlerweile 50-jährigen Kinderschänders, der kurz vor der Pleite steht.

Todsicherer Plan?

Zeit für den Trump-Fan Stelfox den Unigram-Privatjet nach Los Angeles zu nehmen. Er hat natürlich schon einen Plan, wie man das mit du Pre und seinen Erpressern regeln kann: du Pre muss sterben, zumindest für die Öffentlichkeit. Dann kann man ein paar postume Alben veröffentlichen und später eine Räuberpistole erfinden um ihn zurück zu holen.

Du Pre wird bei einem arabischen Scheich untergebracht, seine Erpresser vertröstet und die Archive ausgeschlachtet. Das Album geht überall auf eins und der Rubel rollt. Doch dann, kurz bevor Stelfox und Trellick ihren Star zurückholen wollen, um so richtig zu verdienen, läuft die Sache aus dem Ruder: Du Pre nimmt sein Leben selbst in die Hand und verschwindet. Und dann geht der Wahnsinn erst so richtig los.

Angaben zum Buch John Niven: "Kill 'em all"
aus dem Englischen von Stephan Glietsch
384 Seiten, gebunden, 20 Euro
ISBN: 978-3-453-27157-9
Heyne Hardcore

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Krimi der Woche | 28. Februar 2019 | 12:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. März 2019, 04:00 Uhr