Sonderausstellung Dresdner Albertinum zeigt den unbekannten A. R. Penck

Ralf Winkler alias A.R. Penck ist vor allem bekannt als bildender Künstler. Doch er war ein Multitalent, spielte mehrere Instrumente, brachte rund 50 Platten heraus, filmte und verfasste mehr als 500 Texte, darunter zahlreiche Gedichte. Am 5. Oktober wäre Penck 80 Jahre alt geworden. Die Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden widmen ihm nun eine Ausstellung im Albertinum – mit dem ungewöhnlichen Titel: "Ich aber komme aus Dresden (check it out man, check it out)".

Eine Frau geht anlässlich eines Presserundgangs im Albertinum in der Ausstellung "A. R. Penck «Ich aber komme aus Dresden (check it out man, check it out)»" an dem 92-teiligen Kunstwerk "Ohne Titel" von A.R. Penck vorbei und spiegelt sich in einer Vitrine.
Die Schau zeigt vor allem frühe Werke bis zu Pencks Ausreise aus der DDR 1980. Bildrechte: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Die Direktorin des Albertinums, Hilke Wagner, nennt A.R. Penck, der 2017 starb, einen "Ausnahmemenschen", der universell begabt war. Außerdem sei er ein deutsch-deutscher Künstler gewesen, in dessen Werken sich beide politische Systeme wiedergespiegelt hätten.

Vor allem frühe Werke

Ein Mann steht anlässlich eines Presserundgangs im Albertinum in der Ausstellung "A. R. Penck «Ich aber komme aus Dresden (check it out man, check it out)»" neben dem Acrylgemälde "Italien - it alien" von A.R. Penck vorbei.
Acrylgemälde "Italien - it alien" von A.R. Penck Bildrechte: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Die Sonderausstellung im Albertinum heißt "Ich aber komme aus Dresden (check it out man, check it out)". Bei diesem eher ungewöhnlichen Titel handelt es sich um den letzten Satz von Pencks Einführungstext in die Ausstellung von 1992.

Zu sehen sind vor allem frühe Werke bis zu seiner Ausreise aus der DDR im Jahr 1980, darunter viele Porträts. Die Präsentation mit Bildern, Skulpturen, Filmen und Skizzen sei ein Streifzug durch sein vielseitiges und nahezu unüberschaubares Werk, sagt Kurator Mathias Wagner. Allein bis 1980 habe Penck rund 800 Gemälde geschaffen.

Penck als Musiker

Darüber hinaus, so Wagner, stehe Pencks Werk als Schöpfer von Super-8-Filmen sowie als Musiker im Fokus. Dieses Werk sei bis heute wenig beachtet worden. Die Schau zeigt dazu etliche vom Künstler selbst entworfene Plattenhüllen, auch unveröffentlichte Aufnahmen sind zu hören.

1968 stellte Penck erstmals in der BRD aus, schnell wurde er im Westen populär. Im Osten blieb er dabei weitgehend unbekannt, weil er im Verborgenen arbeitete. Penck galt als der heimliche Star der Dresdner Kunstszene. Offiziell hat er in der DDR nie Anerkennung gefunden. Studium und Mitgliedschaft beim staatlichen Verband Bildender Künstler blieben ihm verwehrt. Ausgeschlossen vom offiziellen Kunstbetrieb, erklärte er sich eigenmächtig zum Künstler.

Kaum Ausstellungen in der DDR

Im Westen habe Penck bis zur Ausreise 1980 rund 40 Ausstellungen gehabt, erzählt Kurator Mathias Wagner. Zur selben Zeit habe es in Dresden und Ostberlin nur etwa 15 selbst organisierte, kleine, illegale Ausstellungen gegeben. "Das heißt: Im Westen war sein Werk bekannt, aber nicht er als Künstler – und im Osten war es genau umgekehrt!" Penck als feste Größe sei in der Dresdner Szene ein Begriff gewesen, "aber sein Werk war im Grunde nicht präsent."

Der Maler und Bildhauer A.R. Penck alias Ralf Winkler
A.R. Penck alias Ralf Winkler starb 2017. Bildrechte: dpa

Die Ausstellung präsentiert auch Pencks "Weltbilder", eines von 1961, in dem er die deutsche Teilung aufgreift. Doch Penck sei kein Dissident gewesen, so Wagner. Wie viele andere Künstler habe er bis in die 1970er-Jahre hinein an die mögliche Umgestaltung des Systems der DDR geglaubt und seine künstlerische Arbeit als Beitrag zur Analyse und Lösung bestehender Probleme verstanden.

 Penck in verschiedenen Rollen

Wagner spricht vom "Künstler-Kosmos-Penck" – er sei in verschiedene Rollen geschlüpft. Berühmt ist er für seine dünnen, fast strichartigen Figuren. Die Dresdner Ausstellung zeigt etliche davon auf Pappe. Obwohl Penck als bildender Künstler bekannt wurde, habe er seine Begabungen stets gleichbedeutend gesehen, so Wagner.

Zwei Frauen gehen anlässlich eines Presserundgangs im Albertinum in der Ausstellung «A. R. Penck «Ich aber komme aus Dresden (check it out man, check it out)»» an dem 92-teiligen Kunstwerk «Ohne Titel» von A.R. Penck vorbei und spiegelt sich in einer Vitrine.
Das 92-teilige Kunstwerk "Ohne Titel" ist Teil der Ausstellung im Albertinum. Bildrechte: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Infos zur Ausstellung A. R. Penck: "Ich aber komme aus Dresden (check it out man, check it out)."

Albertinum Dresden

5. Oktober 2019 – 12. Januar 2020

Ausstellungs- und Ausflugstipps

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 05. Oktober 2019 | 08:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2019, 04:00 Uhr

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