Beatles-Museum Halle
Im Beatles-Museum in Halle können Besucher Teil des legendären "Abbey Road"-Albumcovers werden und sich mit George Harrison, Paul McCartney, Ringo Starr und John Lennon fotografieren. Bildrechte: MDR/Hanna Romanowsky

Am 26. September 1969 erschienen Warum Paul McCartney barfuß über den Zebrastreifen ging

Manchmal schreiben Platten auch Kunstgeschichte – das Cover von "Abbey Road" ist sicher das meistkopierte der Musikgeschichte. Vor 50 Jahren erschien diese letzte Zusammenarbeit der Beatles. Denn "Abbey Road" erschien zwar vor dem "Let It Be"-Album, wurde aber später eingespielt.

von Thomas Hartmann, MDR KULTUR

Beatles-Museum Halle
Im Beatles-Museum in Halle können Besucher Teil des legendären "Abbey Road"-Albumcovers werden und sich mit George Harrison, Paul McCartney, Ringo Starr und John Lennon fotografieren. Bildrechte: MDR/Hanna Romanowsky

"Das ist total gefährlich. Es ist lächerlich, wenn Leute mitten auf der Straße stehenbleiben oder träge herumspazieren. Wenn sie über die Straße gehen, sollten sie das nicht so langsam tun" – so beklagt sich eine Autofahrerin über Fußgänger auf einem Londoner Zebrastreifen. Sie hat verkehrstechnisch gesehen sicher nicht unrecht. Andererseits verliert sie aus dem Blick: Es ist nicht irgendein Zebrastreifen. Es ist der Zebrastreifen schlechthin, eine Zebrastreifenikone. Vor fünfzig Jahren marschieren John, Paul, George und Ringo darüber. Eines der dabei entstehenden Fotos schmückt seitdem das Cover des Beatles-Albums "Abbey Road". Es ist ein Foto, dem ein gewisser Symbolwert nicht abzusprechen ist: Die Herren laufen zwar hintereinander, aber miteinander scheinen sie nicht mehr viel zu tun zu haben. Auffällig: Paul McCartney verzichtet auf Schuhwerk. Ein Auftritt, den John Lennon einmal so erklärt:

Paul ging barfuß über die Straße, weil das seine Art ist, sich von anderen abzuheben: zum Beispiel ziemlich normal auszusehen, sich aber das Ohr blau anzumalen – so ein bisschen subtil eben.

John Lennon

Streit um Kekse

Die Beatles arbeiten an "Abbey Road" im Frühjahr und Sommer 1969. Produzent George Martin zeigt sich im nachhinein angetan vom Betriebsklima im Studio: "Obwohl jeder der vier wusste, dass 'Abbey Road' ihr letztes gemeinsames Album sein würde, war eine gute Stimmung zu spüren. Natürlich gab es die üblichen Meinungsverschiedenheiten zwischen John und Paul über das, was auf dem Album erscheinen sollte. Aber ansonsten verstanden sie sich sehr gut."

Selbst wenn man von einer produktiven Atmosphäre bei der Produktion ausgehen kann – ein wenig idealisiert Martin die Zustände. Die Spannungen innerhalb der Band können nicht ausgeblendet werden. Die Selbstbedienung Yokos an George Harrisons Keksen ist da schon ein schwerer Streitfaktor, George und Ringo reiben sich an Pauls vermeintlichem Bossgebaren. John bleibt auch mal weg. Nun ja, bis zum Ende der Beatles ist es nun mal nicht mehr weit.

Klassiker wie "Here Comes The Sun", "Come Together" und "Something"

Das fertige Album ist wie aus einem Guss. Es enthält Klassiker wie "Here Comes The Sun", "Come Together" oder das wundervolle "Something". Bemerkenswert ist das Medley. Weil es an fertigen Songs fehlt, wird eine Reihe unvollendeter Stücke zu einer Einheit verschmolzen – Pauls Idee. Und was sich nach Lückenfüllung und Notlösung anhört, gerät zum Kunstwerk. Beatles-Biograph Mark Heertsgaard schreibt: "Wäre es nach Lennon gegangen, wären die Fragmente vermutlich unvollendet geblieben, was wiederum hieß, dass es kein Album gegeben hätte. Martin und McCartney gelang es jedoch, die Fragmente in eine kleine Symphonie zu überführen und das Album damit zu retten." Zum Glück. Denn "Abbey Road" ist ein Album, dass Musikliebhaber in aller Welt bis heute begeistert. Von dem Paul McCartney sagt, es sei, glaube er, "ganz gut geworden". Und das sogar einen Zebrastreifen hat zur Legende werden lassen.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kalenderblatt | 26. September 2019 | 06:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. September 2019, 04:00 Uhr

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