Festival- und Konzertabsagen Verbot wegen Corona: Wann ist eine Veranstaltung eine Großveranstaltung?

Rudolstadt-Festival, Highfield oder Rock im Park – nach dem Aus für Großveranstaltungen bis zum 31. August 2020, wegen der verlängerten Corona-Auflagen, sind zahlreiche Festivals abgesagt worden. Auch Veranstaltungen wie die Dresdner Musikfestspiele oder die Händel-Festspiele in Halle sind aufgrund des Coronavirus in diesem Jahr gestrichen. Kritisiert wird von Konzert- und Festivalveranstaltern allerdings, dass unklar bleibt, ab welcher Größe eine Veranstaltung als Großveranstaltung gilt. Das sollen die Länder definieren. MDR KULTUR hat nachgefragt.

Auf dieser Seite:

Viele Festival- und Konzertfans hatten es schon länger befürchtet, am 15. April haben der Bund und die Länder dann beschlossen, dass Großveranstaltungen wegen der Ausbreitung des Coronavirus offiziell bis zum 31. August 2020 untersagt sind. Zahlreiche Festivals und Veranstaltungen wurden seitdem abgesagt. Darunter das Bachfest Leipzig, die Händel-Festspiele Halle, das Rudolstadt-Festival, das Highfield, SPUTNIK SPRING BREAK und MELT-Festival, die Dresdner Musikfestspiele, das Figuren Theater Festival in Magdeburg und viele mehr.

Unklarheit herrscht allerdings bei denjenigen, die kleinere Musikfestivals und Konzerte mit weniger Besuchern organisieren. Denn: Was genau eine Großveranstaltung ist, hat der Bund dabei nicht festgelegt. Die Entscheidung, ab welcher Größe Veranstaltungen verboten sind, liegt bei den einzelnen Bundesländern. Der Bundesverband Konzert und Veranstaltungswirtschaft hat in dieser Frage Klarheit von den Ländern gefordert. MDR KULTUR hat bei den Ministerien in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen nachgefragt.

Sachsen

Was genau man unter einer Großveranstaltung versteht, ist in Sachsen aktuell noch nicht näher definiert. Auf Anfrage von MDR KULTUR hieß es aus dem Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt: "In unserer aktuellen Corona-Schutz-Verordnung haben wir dies noch nicht festlegen können, da diese nur bis zum 3. Mai gilt. Zur Anzahl von Teilnehmern ist in Sachsen nichts festgelegt." Die neue Corona-Landesverordnung, die seit dem 20. April gilt, untersagt alle Veranstaltungen, Versammlungen und sonstige Ansammlungen. Das gilt zunächst bis zum bis zum 3. Mai.

Wann und wie Regelungen zu Veranstaltungen gelockert oder geändert werden könnten, dazu könne nach Auskunft des Gesundheitsministeriums derzeit noch keine Angabe gemacht werden. Das hänge von der weiteren Entwicklung bei der Eindämmung der Infektionen mit dem Coronavirus ab und sei "im Moment nicht einschätzbar".

Sachsen-Anhalt

Auch in Sachen-Anhalt sind Veranstaltungen bis zum 3. Mai weiter untersagt. Hinsichtlich Großveranstaltungen in den kommenden Monaten verweist die Landesregierung auf die Regelungen des Bundes vom 9. März, die Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern generell verbietet. Für Veranstaltungen unter 1.000 Teilnehmern erarbeite die Landesregierung Konzepte, um schrittweise Veranstaltungsverbote zu lockern, wenn es die Infektionslage zulasse.

Die Staatskanzlei weist zudem darauf hin, dass zur nächsten Abstimmung zwischen Bundeskanzlerin Merkel und den Ministerpräsidenten eine einheitliche Definition des Begriffs Großveranstaltung angestrebt sei. Diese findet am 30. April 2020 statt. Kleinere Veranstaltungen bereits vorher flächendeckend abzusagen, dazu gebe es derzeit keinen Anlass, so die Staatskanzlei.

Thüringen

Auch in Thüringen sind Versammlungen und Veranstaltungen weiterhin untersagt. Ab dem 3. Mai sollen Versammlungen mit bis zu 30 Teilnehmern in geschlossenen Räumen und bis zu 50 unter freiem Himmel wieder zugelassen werden. Die Frage mit Blick auf die kommenden Monate, wann eine Veranstaltung letztendlich eine Großveranstaltung ist, sei allerdings noch in Arbeit, hieß es aus der Staatskanzlei.

Corona-Krise: Abgesagte Veranstaltungen

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 17. April 2020 | 16:40 Uhr

Abonnieren