Maryse Conde
Ausgezeichnet für ihr Lebenswerk: die Schriftstellerin Maryse Condé. Bildrechte: imago/Leemage

Nach Skandal in der Schwedischen Akademie Schriftstellerin Maryse Condé bekommt Alternativen Literaturnobelpreis

Maryse Conde
Ausgezeichnet für ihr Lebenswerk: die Schriftstellerin Maryse Condé. Bildrechte: imago/Leemage

Die Schriftstellerin Maryse Condé ist mit dem alternativen Literaturnobelpreis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet worden. Die französischsprachige Autorin nahm den Preis am Sonntag in Stockholm entgegen. Er ist mit umgerechnet knapp 25.000 Euro dotiert.

Die 81-jährige Condé wurde von der Initiative "Die Neue Akademie" als eine große Erzählerin gewürdigt. Ihr Werk über die Gewalt des Kolonialismus und das Chaos danach gehöre zur Weltliteratur, so die Initiative. Die Auszeichnung "New Academy Prize in Literature" wurde in diesem Jahr einmalig anstelle des eigentlichen Literaturnobelpreises vergeben. Der wichtigste Preis für Literatur war wegen einer Krise der Schwedischen Akademie abgesagt worden.

Nobelpreis via Crowdfunding

Das Preisgeld wurde über Crowdfunding gesammelt. Zum Zeitpunkt der Preisverleihung waren 252.766 Kronen, knapp 25.000 Euro, zusammengekommen. Der reguläre Literaturnobelpreis im vergangenen Jahr war mit neun Millionen Schwedischen Kronen dotiert.

Maryse Condé wurde als jüngstes von acht Kindern 1937 auf der Karibik-Insel Guadeloupe geboren. Die Autorin lebt heute abwechselnd dort und in New York. Für ihren 1984 erschienenen Roman "Segu - Die Mauern aus Lehm" wurde sie vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem "Prix de l'Académie Française" und dem sogegannten "LiBeraturpreis", der an Autoren aus Afrika, Asien und Lateinamerika vergeben wird. Die Familien-Saga erzählt von Ethnien, Religionen und vom Untergang der Stadt Segu. Condé, die viel in Westafrika unterwegs war, hatte Anregungen dazu in Mali gesammelt.

Nächstes Jahr gibt es zwei Preise

Weitere Romane der promovierten Literaturwissenschaftlerin sind "Ich, Tituba, die schwarze Hexe von Salem", "Unter den Mangroven" und "Insel der Vergangenheit". Condé schrieb auch Kinderbücher, Theaterstücke und zahlreiche Essays.

Unter den Finalisten waren auch die Kanadierin Kim Thuy, der britische Fantasy-Autor Neil Gaiman und der Schriftsteller Haruki Murakami. Der Japaner hatte seine Teilnahme allerdings zurückgezogen. Die "Neue Akademie" wollte sich nach der Preisverleihung wieder auflösen. Nachdem die Schwedische Akademie wegen eines Skandals mit Belästigungs- und Korruptionsvorwürfen nicht abstimmungsfähig war, wurde der Literaturnobelpreis 2018 ausgesetzt. Der schwedische Alternativ-Preis wurde nur in diesem Jahr ausgelobt. Im kommenden Jahr soll der Literaturnobelpreis zwei Mal vergeben werden.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kultur Kompakt | 10. Dezember 2018 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Dezember 2018, 10:18 Uhr

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