Die Arbeit mit dem Titel Falaise der norwegischen Malerin Anna-Eva Bergman
Das Werk der norwegischen Malerin Anna-Eva Bergman trägt den Titel "Falaise" ("Steilküste") Bildrechte: dpa

Ausstellung im MdbK Leipzig Das gemalte Licht Norwegens

Werke der norwegischen Malerin Anna-Eva Bergman gibt es derzeit unter dem Ausstellungstitel "Licht" im Leipziger Museum der bildenden Künste zu sehen. Bergmans Werke erinnern an Mark Rothko, mit dem sie auch befreundet war.

von Andreas Höll, MDR KULTUR-Kunstredakteur

Die Arbeit mit dem Titel Falaise der norwegischen Malerin Anna-Eva Bergman
Das Werk der norwegischen Malerin Anna-Eva Bergman trägt den Titel "Falaise" ("Steilküste") Bildrechte: dpa

Anna-Eva Bergman gehört zu den wichtigsten Malerinnen Norwegens im 20. Jahrhundert. In Leipzig wird nun im erstmals ihr Spätwerk gezeigt. Es entstand an der Côte d'Azur, in einem lichtdurchfluteten Atelier in Antibes von 1973 bis zu ihrem Tod 1987. Passend daher auch der Titel der Ausstellung: "Licht".

Norwegen auf das Wesentliche reduziert

Die Arbeit mit dem Titel Terre ocre avec ciel doré der norwegischen Malerin Anna-Eva Bergman
Manche Arbeiten von Anna-Eva Bergman erinnern an das Schaffen Rothkos Bildrechte: dpa

Bergmans Arbeiten sind stark geprägt von ihrer norwegischen Heimat mit den grandiosen Panoramen aus Felsen und Meer, aus Fjorden und Horizonten. Doch der Künstlerin geht es dabei nicht um ein naturgetreues Abbild der Landschaft, ihr geht es um die radikale Konzentration auf das Wesentliche. Und so schafft sie kühle Bilder aus schroffen, strengen Formen, die mitunter an Felsen erinnern oder an die Horizonte des Meeres.

Bergman verwendet dabei meist Farben wie Blau, Silber oder Schwarz. In der Tradition von Caspar David Friedrich stehend, wird hier der Bildraum zu einer Art geistigem Raum. Es ist eine kontemplative Malerei und es gibt zuweilen auch Verbindungen zu Mark Rothko und seiner berühmten Farbfeldmalerei. Mit Rothko war die Künstlerin auch befreundet. In ihren besten Arbeiten, schafft Bergman so Bildwelten mit einer ganz eigenen Magie.

Im Schatten des Leipziger Ehemanns

Geboren 1909, stand Bergman lange im Schatten ihres Ehemannes, des in Leipzig geborene Malers Hans Hartung. Dieser wurde ab den 1950er-Jahren zu einem internationalen Star der abstrakten Kunst und hat damals das sogenannte "Informel" entscheidend mitgeprägt. In den letzten Jahren wurde aber zunehmend auch das Werk Bergmans als eigenständige Malerin wahrgenommen.

Leipziger MdbK will Frauenquote von 50 Prozent

Eine Frauenquote von 50 Prozent für die Kunstausstellungen im Leipziger Museum der bildenden Künste - das hat der neue Direktor Alfred Weidinger zu seinem Amtsantritt im Sommer 2017 bei MDR Kultur verkündet. Er scheint damit auch ernst zu machen, denn nun wurden gleich drei Ausstellungen eröffnet, bei denen Künstlerinnen unterschiedlicher Generationen gezeigt werden. Es sind sehr unterschiedliche Kunstschöpferinnen, die gezeigt werden: die Malerin Anna-Eva Bergman, die Fotografin Carina Brandes und als Gruppenschau "Netzkünstlerinnen 2.0".

Die Ausstellung Anna-Eva Bergman - "Licht"
12. Januar bis 8. April 2018

Museum der bildenden Künste Leipzig
Katharinenstraße 10
04109 Leipzig

Öffnungszeiten:
Montags geschlossen
Di, Do–So: 10-18 Uhr
Mi: 12-20 Uhr
Feiertage: 10-18 Uhr

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 12. Januar 2018 | 08:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Januar 2018, 14:33 Uhr