Trauer Dresdner Kunstsammlungen trauern um Ex-Direktorin Annaliese Mayer-Meintschel

Erzbischof Agostino Casaroli mit Anneliese Meyer Meintschel (GDR/Direktorin Gemäldegalerie Alte Meister Dresden) während eines Besuches in Dresden. 1975
Annaliese Mayer-Meintschel führt 1975 Erzbischof Agostino Casaroli, Diplomat des Vatikans durch die Ausstellung Bildrechte: imago/Ulrich Hässler

Die langjährige Direktorin der Gemäldegalerie Alte Meister, Annaliese Mayer-Meintschel, ist tot. Sie starb am Donnerstag im Alter von 91 Jahren in ihrem Haus am Loschwitzer Elbhang, wie die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) am Freitag mitteilten. Mayer-Meintschel sei ihrem früheren Wirkungsort stets eng verbunden und bis zuletzt in der Forschung aktiv gewesen, heißt es in der Mitteilung weiter.

Der anregende, geistreiche, oft mit hintergründigem Humor gewürzte Dialog mit ihr, einer der letzten großen Zeitzeuginnen der Dresdener Kunst und Kultur der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts, wird uns schmerzlich fehlen.

Uta Neidhardt, Oberkonservatorin der Gemäldegalerie Alte Meister

Mayer-Meintschel machte die Alten Meister weltweit bekannt

Von 1968 bis 1991 war Mayer-Meintschel Direktorin der Dresdner Gemäldegalerie Alte Meister. Sie machte die bedeutende Sammlung von Kunstwerken zu DDR-Zeiten der internationalen Forschung zugänglich und brachte ein interessiertes Publikum aus Ost und West nach Dresden. Ausstellungen in Japan, den USA, Russland, Schweden, Mexiko oder Indien erweckten internationale Aufmerksamkeit. Bereits 1956 nahm Mayer-Meintschel als wissenschaftliche Assistentin die nach Ende des Zweiten Weltkrieges von der Sowjetarmee beschlagnahmten Hauptwerke der Sammlung in Empfang. Noch im Ruhestand forschte die Kunsthistorikerin weiter und begleitete die Arbeit ihrer Nachfolger.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kulturnachrichten | 24. April 2020 | 14:30 Uhr