Ieoh Ming Pei
Ieoh Ming Pei Bildrechte: imago images / Xinhua

Trauer Star-Architekt Ieoh Ming Pei gestorben

Ieoh Ming Pei
Ieoh Ming Pei Bildrechte: imago images / Xinhua

Der Stararchitekt Ieoh Ming Pei ist tot. Der US-Architekt chinesischer Herkunft starb in der Nacht zum Donnerstag im Alter von 102 Jahren, wie das Architekturbüro seiner Söhne in New York mitteilte. Pei entwarf zahlreiche bedeutende Bauwerke, darunter die berühmte Glaspyramide im Innenhof des Louvre in Paris und den modernen Anbau des Deutschen Historischen Museums in Berlin.

Der Architekt wurde mit geometrischen Formen bekannt: Viele seiner Entwürfe basieren auf Dreiecken, Würfeln und Pyramiden. Das brachte ihm viel Widerstand ein, bescherte ihm aber auch zahlreiche internationale Preise. 1983 erhielt er den Pritzker-Preis, der auch als Nobelpreis für Architektur bezeichnet wird.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller würdigte Peis Werk in der deutschen Hauptstadt. Der Pei-Bau des Deutschen Historischen Museums sei ein "herausragendes Exponat moderner Architektur" und schaffe auf künstlerisch einmalige Weise eine selten harmonische Verbindung von Moderne und Vergangenheit. Berlin verdanke dem weltweit renommierten Architekten "einen Edelstein in seinem Stadtbild".

Studium bei Walter Gropuis

Die Glaspyramide des Grand Louvre.
Peis Arbeit für den Grand Louvre in Paris war von heftigen Auseinandersetzungen begleitet. Sein Entwurf löste erst Empörung aus, man sprach von einem Angriff auf ein nationales Symbol. Doch der damalige französische Präsident Mitterrand unterstützte den Architekten. Nach Fertigstellung der Pyramide 1989 stellte sich schließlich Begeisterung ein. Bildrechte: dpa

Geboren wurde Ieoh Ming Pei am 26. April 1917 im chinesischen Kanton und ging 1935 für sein Architektur-Studium in die USA. Nach einem Abschluss am angesehenen Massachusetts Institute of Technology studierte er in Harvard beim Bauhaus-Gründer Walter Gropius.

1955 eröffnete Pei sein eigenes Architekturbüro. Er entwarf unter anderem die Bibliothek für den ermordeten Präsidenten John F. Kennedy in Boston, den Erweiterungsbau der Nationalgalerie in Washington, den 72-stöckigen Wolkenkratzer der Bank of China in Hongkong sowie die Rock and Roll Hall of Fame in Cleveland.

Das Deutsche Historische Museum in Berlin mit dem moderner Anbau des Architekten Pei.
1998 begann Pei mit den Arbeiten am Deutschen Historischen Museum. Es galt, das barocke Zeughaus unaufdringlich durch zeitgemäße Architektur zu ergänzen. 2003 wurde in dem Neubau die erste Ausstellung eröffnet. Besonderer Fokus liegt bei dem Bau auf der Lichtgestaltung. Großflächige Glaskonstruktionen sind oft programmatisch in den Bauten von Pei. Er sagte: "Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass Licht der Schlüssel zur Architektur ist." Bildrechte: dpa

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kulturnachrichten | 17. Mai 2019 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Mai 2019, 06:30 Uhr

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