Architekt "Berliner Palastbauer" Manfred Prasser gestorben

Der Architekt Manfred Prasser ist tot. Wie sein Sohn mitteilte, war Prasser bereits am Dienstag in einem Krankenhaus gestorben. Prasser wurde 85 Jahre alt. Er zählte zu den einflussreichsten Architekten der DDR, vor allem bei exponierten Bauprojekten in Ost-Berlin.

Manfred Prasser
Manfred Prasser (1932-2018) Bildrechte: IMAGO

Der "Tagesspiegel" hatte zuerst über den Tod Prasser berichtet und den Architekten als "nimmermüden Berliner Palastbauer" bezeichnet. So war er beim Bau des Palastes der Republik für den großen Saal im Innern verantwortlich, ebenfalls wirkte er am Neubau des Friedrichstadtpalastes und dem Bau des Grand Hotels an der Friedrichstraße mit.

Als der Palast der Republik, der auch Sitz der DDR-Volkskammer war, 2006 abgerissen wurde, meinte Prasser: "Es ist ein Haus, das Menschen gebaut haben und nicht Erich Honecker" und bekannte zudem "Ich bin stolz auf meine Arbeit." Den Abriss kritisierte er später in einem Zeit-Interview als "überflüssig" und bezeichnete es als "knallharten Kommunistenhass". Was die DDR gebaut habe, hätte weggemusst. Ähnlich sei es bereits bei Ulbricht gewesen, der das Berliner Schloss abreißen lies, weil er den Kaiser hasste.

Das war knallharter Kommunistenhass. Was die DDR gebaut hatte, musste weg.

Manfred Prasser in der "Zeit" zum Abriss des Palastes der Republik



Für seine Projekte wurde der 1932 in Chemnitz geborene Prasser mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet.

Palast der Republik
Der Große Saal im Palast der Republik, hier fanden Parteiveranstaltungen und Rockkonzerte statt. Bildrechte: imago/Werner Schulze

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 24. März 2018 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. März 2018, 11:50 Uhr