Aretha Franklin
Aretha Franklin (1942-2018) bei einem Auftritt 2016 Bildrechte: IMAGO

Trauer um "Queen of Soul" Aretha Franklin gestorben

Die Sängerin Aretha Franklin ist tot. Mit dem Otis-Redding-Song "Respect" wurde sie weltberühmt. Franklin sang u.a. bei der Amtseinführung von US-Präsident Barack Obama 2009. Die Soul-Ikone wurde als erste Frau in der "Rock'n'Roll Hall of Fame" aufgenommen.

Aretha Franklin
Aretha Franklin (1942-2018) bei einem Auftritt 2016 Bildrechte: IMAGO

Aretha Franklin ist tot. Die Soul-Sängerin starb nach Angaben ihrer Sprecherin im Alter von 76 Jahren in Detroit nach langer Krankheit. Franklin litt seit 2010 an Bauchspeicheldrüsenkrebs, in den vergangenen Tagen hatte sich ihr Zustand deutlich verschlechtert. Franklin hinterlässt vier erwachsene Kinder.

Wir haben eure Liebe für Aretha gefühlt und es hilft uns zu wissen, dass ihr Erbe weiterleben wird.

Aretha Franklins Familie zum Tod der Künstlerin

"R-E-S-P-E-C-T"

1967 war sie mit dem Song "Respect" ("R-E-S-P-E-C-T") von Otis Redding berühmt geworden. Der Ohrwurm wurde zu einer der Hymnen zur Gleichberechtigung von Schwarzen und Weißen, Männern und Frauen. Außerdem trat sie im Film "Blues Brothers" auf und veröffentlichte weitere Nummer-Eins-Hits wie "Chain of Fools" und "I Say a Little Prayer" und sang Duette etwa mit George Michael, Annie Lennox, James Brown und Elton John.

Wichtigen Einfluss hatte ihr Vater Clarence LaVaughn Franklin, ein bekannter Baptistenprediger. Und das nicht nur musikalisch. So ging Martin Luther King bei den Franklins ein und aus. Berühmte Musiker wie Ray Charles, Mahalia Jackson oder Sam Cooke besuchten die Gottesdienste des Vaters.

Letzter Auftritt im November 2017

Aretha Franklin
Aretha Franklin wurde 1942 in Memphis, Tennessee geboren. Bildrechte: dpa

In den fünf Jahrzehnten ihrer Karriere hatte Franklin ca. 40 Top-Ten-Hits. Sie gewann 18 Mal den wichtigsten amerikanischen Musikpreis "Grammy" und ist eine der Sängerinnen, die mit 75 Millionen Stück weltweit die meisten Tonträger verkauft hat. 2010 wurde sie vom "Rolling Stone" zur besten Sängerin aller Zeiten erklärt. Zudem war sie die erste Frau in der "Rock'n'Roll Hall of Fame".

Franklin sang auch bei der Amtseinführung von US-Präsident Barack Obama 2009 vor dem Weißen Haus. Der schätzte ihre Musik dermaßen, dass er erklärte, er würde Franklins Musik mit auf eine einsame Insel nehmen. 2015 hatte sie ihn mit ihrer Interpretation des Songs "You Make Me Feel Like A Natural Woman" zu Tränen gerührt.

Das letzte Mal auf der Bühne stand die Soul-Ikone im November 2017 anlässlich der Elton-John-Aids-Foundation Gala in New York. Sie hat 38 Alben veröffentlicht, zu den erfolgreichsten zählen "A Rose Is Still a Rose" (1998), "Who's Zoomin' Who" (1985) und "Jump to It" (1982).

Die Königin ist abgetreten!

Johannes Paetzold, MDR KULTUR-Musikexperte

Fans und Weggefährten trauern

Aretha Franklin, US-amerikanische Soul-Sängerin, 2011
Aretha Franklin 2011 Bildrechte: dpa

Verschiedene Prominente und Musiker äußerten sich betroffen über den Tod der Künstlerin. Bill Clinton erklärte über Twitter, für ihn und seine Frau Hillary sei Franklins Musik "die letzten 50 Jahre solch ein wichtiger Teil unserer Leben" gewesen.

Barbra Streisand bekannte auf Twitter, dass es schwierig sei, sich eine Welt ohne Franklin vorzustellen, und weiter "sie war nicht nur eine brillante Sängerin, auch ihr Einsatz für die Bürgerrechte hat einen unauslöschlichen Einfluss auf die Welt hinterlassen.

Paul McCartney fand ebenfalls über Twitter bewundernde Worte: "Sie wird vermisst werden, doch die Erinnerung an ihre Größe als Musikerin und wunderbarer Mensch wird für immer in uns lebendig sein."

Die Jazzsängerin Uschi Brüning bezeichnete Franklins Stimme bei MDR KULTUR als einmalig. Die "Säule" Aretha Franklin bleibe für immer, sie sei ein Geschenk des Himmels: "Ihre Stimme schlug bei mir ein wie eine Granate. Sie hat mir neue Wege eröffnet, und sie hat mir auch die Liebe im Leben – über die sie ja auch gesungen hat neben ihrem politischen Engagement – zur wichtigsten Erkenntnis gemacht."

US-Präsident Barack Obama begrüßt Aretha Franklin bei der Ankunft im Justizministerium in Washington, DC, 2015.
Barack Obama schätzte Aretha Franklin sehr. Er schrieb nach ihrem Tod: "Sie hat uns dabei geholfen, uns verbundener zu fühlen, hoffnungsvoller und menschlicher. Und manchmal hat sie uns auch nur dabei geholfen, alles zu vergessen und zu tanzen." Bildrechte: dpa

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 16. August 2018 | 16:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. August 2018, 16:13 Uhr

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