Sehenswert Zehn Ausflugsziele für Architektur-Interessierte in Sachsen-Anhalt

Am 26. und 27. Juni 2021 findet bundesweit der "Tag der Architektur" statt. In diesem Jahr laden Architektinnen und Architekten unter dem Motto "Architektur gestaltet Zukunft" ein, ihr kreatives Schaffen zu besichtigen. Sachsen-Anhalt hat zahlreiche interessante Bauwerke, wie die Grüne Zitadelle in Magdeburg, die Bauhaus-Siedlung Dessau-Törten oder die Gartenstadt Piesteritz bei Wittenberg, deren Besuch das ganze Jahr über lohnt. Eine Auswahl an Architektur-Sehenswürdigkeiten.

Luftaufnahme Grüne Zitadell in Magdeburg
Die Grüne Zitadelle in Magdeburg Bildrechte: imago/Hans Blossey

Grüne Zitadelle in Magdeburg

Unübersehbar steht die Grüne Zitadelle in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt. Das Gebäude wurde vom Künstler Friedensreich Hundertwasser entworfen. Es war das letzte Projekt, an dem Hundertwasser noch bis kurz vor seinem Tod im Jahr 2000 gearbeitet hat. Da alle Planungen vorlagen, konnte das Architekturprojekt ohne ihn postum realisiert werden. Das Gebäude ist geprägt vom typischen Hundertwasser-Stil: Gerade Linien und Ecken sucht man vergebens, stattdessen hat es "tanzende" Fenster, leuchtend goldene Kugeln auf den Türmen, Blumenwiesen auf den Dächern und wellenförmige Böden. Alles wirkt im Fluss.

Weitere Informationen Adresse:
Breiter Weg 8/10
39104 Magdeburg

Anfragen zu Führungen im Info-Shop
Öffnungszeiten: täglich 10 bis 18 Uhr
Telefon: 0391-598 48 317


Bauhaus-Siedlung Dessau-Törten

Moses-Mendelssohn-Zentrum, Reihenhaus in der Bauhaussiedlung, Dessau-Törten
Die Siedlung Törten in Dessau Bildrechte: IMAGO / imagebroker

Während der Weimarer Republik gab es enormen Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Hieraus entstand im Auftrag der Stadt Dessau die Siedlung Törten – eine Versuchssiedlung von Walter Gropius, die beispielhaft für kostensparendes und funktionelles Bauen war. Zwischen 1926 uns 1928 realisierte der Bauhaus-Direktor mit seinem Architekturbüro 314 Reihenhäuser. Es gibt drei unterschiedliche Gebäudetypen mit Wohnflächen zwischen 57 und 75 Quadratmetern. Jedes Haus verfügt über einen kleinen Garten zur Selbstversorgung.

Die zweigeschossigen, hellen Kuben fasste Gropius zu Doppelhäusern und zu Gruppen von vier bis zwölf Einheiten zusammen. Bei der äußeren Gestaltung setzte er auf Sichtbeton und weiß verputzte Fassaden mit schwarzen Metallfensterrahmen. Das einheitliche Erscheinungsbild ist nach Umbauten und Renovierungen heute nicht mehr gegeben. Einige Häuser wurden aber originalgetreu wiederhergestellt. Zudem ist das Haus Anton als einziges in der Siedlung weitgehend im Originalzustand erhalten und kann besichtigt werden.

Weitere Informationen Siedlung Dessau-Törten
06849 Dessau-Roßlau

Im Besucherzentrum im Konsumgebäude erhalten die Besucherinnen uns Besucher Informationen zur Siedlung Dessau-Törten und Tipps für den eigenen Rundgang.

Führungen sind Montag bis Donnerstag 15 Uhr und ab 11. Juli täglich 15 Uhr möglich.

Öffnungszeiten Besucherzentrum (ab 28. Juni 2021 wieder geöffnet):
Mai bis Dezember: täglich 10 bis 15 Uhr


Umweltbundesamt in Dessau

Umweltbundesamt in Dessau
Das Umweltbundesamt in Dessau Bildrechte: IMAGO / Panthermedia

Das Umweltbundesamt (UBA) in Dessau ist direkt am historischen Wörlitzer Bahnhof angesiedelt. Dieser ist quasi Bestandteil des Dienstgebäudes. Es ist als lange viergeschossige, fließende "Büroschlange" konzipiert, die sich zu einer langgestreckten Schlaufe ausformt. Im Hof befindet sich ein freistehender Hörsaal, in einem integrierten alten Fabrikgebäude ist eine Bibliothek eingerichtet. Der Eingang des UBA bildet den Übergang zwischen geschlossenem Baukörper und Stadt und ist daher für die Öffentlichkeit zugänglich. Entworfen wurde das 2005 fertiggestellte Gebäude von Sauerbruch Hutton Architekten aus Berlin.

Weitere Informationen Adresse:
Wörlitzer Platz 1
06844 Dessau


Die Piesteritzer Werkssiedlung bei Wittenberg

Gartenstadt Piesteritz
Die Gartenstadt Piesteritz in Wittenberg Bildrechte: imago/Panthermedia

Das Neue Bauen Anfang des 20. Jahrhunderts hinterließ von 1916-1919 steinerne Spuren in Piesteritz bei Wittenberg. Die Piesteritzer Werkssiedlung diente den mehr als tausend Mitarbeitern des ehemaligen Reichsstickstoffwerkes einst als zu Hause.

Der Stadtplaner Georg Haberland und der Architekt Otto Rudolf Salvisberg hatten sie von 1916 bis 1919 mit dem Ziel gebaut, eine schöne einheitliche Arbeitersiedlung mit gleichbleibender baulicher Qualität zu realisieren. Entstanden sind kräftige, moderne Innenräume mit Liebe zum Detail. Mit der Siedlung haben sie ein zu Stein gewordenes Lehrbuch des Städtebaus und seiner Neuen Sachlichkeit geschaffen. Im Jahr der Expo 2000 wurde Piesteritz originalgetreu saniert und so zur ersten autofreien Siedlung in Deutschland.

Weitere Informationen Adresse:
Liebknecht-Platz 20
06886 Lutherstadt Wittenberg


Hundertwasserschule Wittenberg

Hundertwasserhaus Luther Melanchthon Gymnasium in Wittenberg
Haus Hundertwasser der Luther-Melanchthon-Gymnasiums in Wittenberg Bildrechte: imago/Christian Schroedter

Das Haus Hundertwasser des Luther-Melanchthon-Gymnasiums in Wittenberg besticht mit vielen bunten Farben und einem begrünten Dach. In den 90er-Jahren wurde es nach Plänen des Künstlers und Architekten Friedensreich Hundertwasser umgebaut. Im Original bot der 1975 errichtete Plattenbau einen eher tristen Anblick. Anfang der 90er überlegten die Schülerinnen und Schüler im Kunstunterricht, wie sie dem Abhilfe schaffen könnten. Die Entwürfe bezogen sich alle auf den Hunderwasser-Stil. Letztendlich wurde ein Brief an den Künstler verfasst, der sich daraufhin der Sache annahm. Seit Mai 1999 steht das Hundertwasserhaus in der Lutherstadt.

Weitere Informationen Adresse:
Luther-Melanchthon-Gymnasium
Schillerstraße 22a
06886 Lutherstadt Wittenberg

Auch das Innere der Schule wurde von Künstlern und Schülern im Stil Hundertwassers gestaltet. Ein Förderverein bietet Führungen durch das Gebäude an.


Das Josephskreuz bei Stolberg

Josephskreuz
Das Josephskreuz auf dem Großen Auerberg Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Im Südharz, an der Landesgrenze zwischen Thüringen und Sachsen-Anhalt, ist der kleine Bruder des Pariser Eiffelturms zu bewundern: das Josephskreuz auf dem 580 Meter hohen Auerberg bei Stolberg. Es ist mit 38 Metern Höhe das größte eiserne Doppelkreuz der Welt. Namensgeber war sein Auftraggeber Graf Joseph von Stolberg.

Das Josephskreuz wurde 1896 durch die Braunschweiger Dampfkessel- und Gasometerfabrik nach dem Vorbild des Pariser Eiffelturms gebaut. Die Konstruktion wird von 100.000 Nieten zusammengehalten. Über 200 Stufen kann man die Spitze erklimmen. Von hier aus hat man bei gutem Wetter einen einzigartigen Blick zum Brocken, zum Inselsberg, zum Kyffhäuser und bis hin zu den Turmspitzen des Magdeburger Domes.

Weitere Informationen Adresse:
Großer Auerberg

Öffnungszeiten zum Besteigen:
Mai bis Oktober: Montag 11 bis 16 Uhr
Dienstag bis Sonntag und Feiertage: 10 bis 18 Uhr
November bis April: Dienstag bis Sonntag und Feiertage: 10 bis 16 Uhr

Bei starkem Regen, Gewitter, Sturm oder Nebel bleibt das Josephskreuz aus Sicherheitsgründen geschlossen.

Eintritt:
Erwachsene 3,50 Euro/ermäßigt 2 Euro


Rathaus in Tangermünde

Blick auf das historische Rathaus von Tangermünde im Landkreis Stendal
Das historische Rathaus von Tangermünde im Landkreis Stendal Bildrechte: MDR/Michael Rosebrock

Das Tangermünder Rathaus im Kreis Stendal zählt zu den bekanntesten Profanbauten norddeutscher Backsteingotik. Der Ostflügel mit seiner 24 Meter hohen spätgotischen Schauwand aus Backstein und einem prächtigen Festsaal wurde um 1430 errichtet. Etwa 50 Jahre wurde der quergerichtete Baukörper mit der Gerichtslaube und darüber befindlicher Ratsstube angebaut, die heute als Trauzimmer dient. Das Gebäude verdeutlicht den einstigen Wohlstand der Bürger der Stadt. Im Erdgeschoss und in den Kellerräumen befindet sich heute das Stadtgeschichtliche Museum.

Weitere Informationen Adresse:
Altes Rathaus
39590 Tangermünde


Naumburger Dom

Naumburger Dom
Der Naumburger Dom Bildrechte: imago/epd

Der Dom St. Peter und Paul in Naumburg ist ein einzigartiges Zeugnis der Architektur und Kunst im europäischen Hochmittelalter. Auch für das Unesco-Welterbe-Komitee stellt der Dom ein "Meisterwerk menschlicher Schöpferkraft" dar und so wurde er am 1. Juli 2018 in die Liste des Welterbes aufgenommen.

Begonnen wurde der Bau des Gotteshauses um 1210 als Bündelpfeiler-Basilika im romanischen Stil. Mitte des 13. Jahrhunderts wurde der Westchor im gotischen Stil errichtet. Stilistisch ist der Dom eine Mischung aus spätromanischen und gotischen Elementen. Der Westchor des Doms übt auch die größte Anziehungskraft aus: Dort befinden sich die zwölf Stifterfiguren, geschaffen durch die Hand des Naumburger Meisters. Vor allem die Stifterfigur Uta als Sinnbild für die "schönste Frau des Mittelalters" zieht Besucher in ihren Bann.

Wer nach dem Naumburger Dom noch ein weiteres Meisterwerk besuchen möchte, kann gleich noch ins 34 Kilometer entfernte Merseburg fahren, um den Merseburger Dom und seinen Domschatz mit den Merseburger Zaubersprüchen zu besichtigen. Der Merseburger Dom feiert in diesem Jahr seine 1.000-jährige Domweihe.

Weitere Informationen Adresse:
Domplatz 16
06618 Naumburg

Öffnungszeiten:

März bis Oktober:
Montag bis Samstag 9 bis 18 Uhr
Sonntag/kirchl. Feiertag 11 bis 18 Uhr

November bis Februar:
Montag bis Samstag 10 bis 16 Uhr
Sonntag/kirchl. Feiertag 12 bis 16 Uhr


Bitterfelder Bogen

Bitterfelder Bogen, 2013
Der Bitterfelder Bogen Bildrechte: imago/STAR-MEDIA

Auf dem Bitterfelder Berg erhebt sich seit 2006 der Bitterfelder Bogen – eine schwungvolle stählerne Bogenkonstruktion, die aus der Ferne an eine Brückenarchitektur erinnert. Verantwortlich für die 28 Meter hohe und 81 Meter lange Konstruktion ist der Frankfurter Künstler Claus Bury. Es ist seine bisher größte Skulptur. Die Form entlehnte er der Bewegung einer Baggerschaufel. Symbolisch soll das Kunstwerk die Brücke von den Altindustrieanlagen zum modernen Chemie-Park und vom Braunkohletagebau zur gestalteten Landschaft schlagen.

Weitere Informationen Adresse:
06808 Bitterfeld-Wolfen


Dom in Halberstadt

Dom zu Halberstadt
Der Dom St. Stephanus und St. Sixtus in Halberstadt Bildrechte: IMAGO

Der Halberstädter Dom St. Stephanus und St. Sixtus wurde zwischen 1236 und 1486 nach dem Vorbild französischer Kathedralen und in reinster Gotik errichtet. Durch Planänderung während der Bauzeit erhielt er seine steilen Proportionen. In seinen Fenstern leuchten 290 mittelalterliche Glasmalereien. Als Meisterwerk mittelalterlicher Bildschnitzer gilt die um 1210 entstandene riesige Triumphkreuzgruppe. Jede Menge mittelalterlicher Kunstwerke sind im Dom und auch im Domschatz zu finden – einem der kostbarsten Kirchenschätze der Welt. Der Halberstädter Dom mit seiner beeindruckenden Architektur zählt zu den bedeutendsten Bauwerken an der Straße der Romanik.

Weitere Informationen Adresse:
Domplatz 16a
38820 Halberstadt

Öffnungszeiten Dom:
November bis April: Dienstag bis Samstag 10 bis 17 Uhr, Sonn- und Feiertag 11 bis 17 Uhr
Mai bis Oktober: Mittwoch bis Samstag 10 bis 17 Uhr, Sonn- und Feiertag 11 bis 17 Uhr

Öffnungszeiten Domschatz:
Mittwoch bis Sonntag/Feiertag: geöffnet in zwei Zeitfenstern: 10 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr

Tipp

Marktplatz in Schönebeck 4 min
Bildrechte: MDR/Kalina Bunk

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 25. Juni 2021 | 17:10 Uhr

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