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Ein Ausflug zur Burgruine Regenstein lohnt sich allein schon wegen der Aussicht. Bildrechte: Andreas Knoll

FreizeitAusflugsziele im Harz: Wandertouren, Höhlentheater und Unesco-Welterbe

Stand: 05. Dezember 2022, 21:28 Uhr

Der Harz lohnt immer einen Besuch: Theaterstücke in der Baumannshöhle versprechen auch im Winter ein märchenhaftes Familien-Erlebnis. Eine Wanderung durch die idyllischen Buchenwälder des Ilsetals verbindet Literatur und Natur. Bei einem Städtetrip nach Quedlinburg oder zur Burg Falkenstein gibt es Einblicke in die Vergangenheit – und beim Ausflug zur Rappbodetalsperre einzigartige Ausblicke. In dieser Übersicht finden Sie einige der schönsten Ausflugsziele rund um Wernigerode, Quedlinburg, Thale und Halberstadt.

WANDERN UND ABENTEUER

Heinrich-Heine-Weg von Ilsenburg zum Brocken

1824 soll der Dichter und Schriftsteller Heinrich Heine (1797-1856) diesen Weg hinauf zum Brocken gewandert sein. Seine Erlebnisse verarbeitete er in der bekannten Reisebeschreibung "Harzreise". Der 26 Kilometer lange Rundwanderweg führt durch urwüchsige Buchenwälder des Ilsetals, vorbei an den Ilsefällen und am Heinrich-Heine-Denkmal bis hoch zum Brockenplateau.

Blick ins Ilsetal mit den Ilsefällen. Bildrechte: dpa

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Route: von Ilsenburg bis zum Brockengipfel und zurück
Länge: ca. 26 km
Dauer: Je drei bis vier Stunden für Auf- und Abstieg einplanen

Ausblicke an der Rappbodetalsperre

Im Oberharz am Brocken liegt die Rappbodetalsperre – ein technisches Meisterwerk. Mit 106 Metern Höhe und einer Länge von 415 Metern ist sie die größte Talsperre Deutschlands. Die Gegend um die Rappbodetalsperre hat einiges zu bieten und lässt sich beim Wandern zu den schönsten Aussichtspunkten besonders gut erkunden. Für einen besonderen Ausblick sorgt ein Gang über die Hängebrücke, die sich von einer Talseite zur anderen spannt.

Die Hängebrücke an der Rappbodetalsperre gilt als die längste in Deutschland. Bildrechte: Christian Binder

Wem das nicht genug hoch hinaus geht, kann einen neuen Ausblicksturm oberhalb der Rappbodetalsperre besteigen, der einen sensationellen Blick über Staumauer, Hängebrücke und Stausee, bis zum Brocken und Wurmberg verspricht. Abenteuerlustige können sogar ein Katapult ausprobieren – wie das aussehen kann, zeigt der MDR-Youtubekanal #hinReisend, der Attraktionen getestet hat, die um die Rappbodetalsperre für Adrenalin sorgen:

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Titan-RT
Rappbodetalsperre an der L96
38889 Oberharz am Brocken

Öffnungszeiten:
täglich von 8 bis 21:30 Uhr

Ticketpreise:
Für Erwachsene 6 Euro
Für Kinder 4 Euro
Für Gruppen ab 20 Personen 5 Euro

Aussichtsturm "Solitair"
"Harzdrenalin"

Öffnungszeiten:
ganzjährig/täglich von 9 bis 21:30 Uhr

Preise:
Für Erwachsene 5,50€
Für Kinder 3,50€

THEATER

Thale: Baumannshöhle

Theater inmitten von Tropfsteinen gibt es in der Baumannshöhle, der ältesten Schauhöhle Deutschlands. Auf der unterirdischen Naturbühne zeigt das freie Ensemble Theater der Tiefe im Winter "Die Schneekönigin". Die Höhlenlandschaft ist wie gemacht für das Märchen-Theater, das Groß und Klein mit Märchenmusik verzaubert. Ab April 2023 wird wieder das Familienstück "Die kleine Hexe" nach Otfried Preußler aufgeführt.

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Adresse: Rübeländer Tropfsteinhöhlen (Harz)
38889 Oberharz am Brocken OT Rübeland

"Die Schneekönigin"
9. und 11. Dezember, 16 bis 17 Uhr
Diverse Termine im Januar und Februar 2023

"Die kleine Hexe"
4.,5.,6. April 2023

Eintritt: Erwachsene: 16 Euro Kinder (4 bis 14 Jahre): 9 Euro Bitte beachten Sie, dass die Temperatur in der Höhle konstante 8 Grad Celsius beträgt.

Nordharzer Städtebundtheater

Das Nordharzer Städtebundtheater zeigt im Winter nach der langen Freilufttheater-Saison wieder Stücke in den Häusern in Halberstadt und Quedlinburg. Premiere feiern Henrik Ibsens "Nora oder Ein Puppenhaus", das Märchen "Die verzauberten Brüder" von Jewgenij Schwarz und Verdis Oper "Otello". Außerdem findet regelmäßig der Kammertanzabend "Gravitas" statt, der eine atmosphärische Verbindung aus Tanz, sphärischen Klängen, Licht und Video schafft.

Das Nordharzer Städtebundtheater belebt die Region mit Kultur. Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

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Nordharzer Städtebundtheater

Großes Haus Halberstadt
Straße der Opfer des Faschismus 38
38820 Halberstadt

"Die verzauberten Brüder" - Märchen in drei Akten von Jewgenij Schwarz:
Premiere: 27.11.2022, 15 Uhr, weitere Aufführungen: 6. und 7. Dezember

"Nora oder ein Puppenhaus" - Schauspiel von Henrik Ibsen Premiere: 22. Oktober, 19:30 Uhr, weitere Aufführungen: 9. Dezember

Großes Haus/Neue Bühne Quedlinburg
Marschlinger Hof 17/18
06484 Quedlinburg

"Der Froschkönig", Premiere: 27. November, weitere Aufführungen: 6. Dezember

SCHLÖSSER UND BURGEN

Burg Falkenstein

Auf dem Berg mitten im Wald mutet sie aus der Ferne wie eine mittelalterliche Festung an – und als solche wurde die Anlage zwischen 1120 und 1180 auch erbaut. Burg Falkenstein trotzte in den Folgejahren allen Feinden, denn dieser Prototyp einer Ritterburg konnte tatsächlich niemals erobert werden.

Ihre Entstehung verdankt Burg Falkenstein der Sage nach einem Mordfall: Sich diese Geschichte bei einer Führung genauer erzählen zu lassen lohnt sich. Aber auch sonst gibt es einiges zu sehen, vom Zwinger bis zum Bergfried. Die Anlage ist mächtig und in ihrer Architektur so typisch, dass sie auch schon in über 30 Filmen zur Kulisse wurde.

Auf der Burg gibt es nicht nur ein Museum, das unter anderem Ritterrüstungen bereithält, sondern auch Sonderausstellungen und eine Falknerei. Anfang Oktober gibt es ein "Burgfest". Auch kulinarisch geht es auf der Burg mittelalterlich zu, so kann man dort etwa ein zünftiges Rittermahl genießen.

Die Burg Falkenstein ist eine beliebte Filmkulisse. Bildrechte: dpa

WEITERE INFORMATIONEN

Burg Falkenstein

Adresse: Pansfelde
Burg Falkenstein 1
06543 Falkenstein (Harz)

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 16.30 Uhr, letzter Einlass 16 Uhr

Es wird empfohlen im Voraus ein Online-Ticket zu buchen. Eintrittskarten gibt es aber auch vor Ort.

Blankenburg: Schloss

Eingebettet in das hügelige Harzvorland erstreckt sich eine vielgestaltige barocke Gartenanlage: an der Stadtmauer entlang, zwischen den beiden Schlössern, das Große auf dem Berg, das Kleine am Fuß. Das Ensemble gilt als größtes noch erhaltenes Welfenschloss und ist das Wahrzeichen der Stadt Blankenburg mit einer über 900-jährigen Geschichte.

Neben einem relativ kleinen symmetrischen Terrassenidyll reihen sich weitere Erlebnisräume des weitläufigen Gartenensembles am Hang entlang: der 1668 angelegte Tiergarten, der Schlosspark, der heute von Künstlern gestaltete Fasanengarten, der Orangerieplatz als bedeutender Teil des Lustgartens und der Berggarten – zusammen bilden sie eine ästhetisch funktionale Einheit. 

Das Schloss Blankenburg gilt als eines der Wahrzeichen der Stadt im Harz. Bildrechte: IMAGO

Auch die Bewässerung der riesigen Gartenanlage ist genial: einst baute man ein ausgeklügeltes Brunnensystem mit dem Schlossteich als Wasserreservoir. Immer wieder wurden die einzelnen Gärten überformt, Anfang des 18. Jahrhunderts gestaltete sie der Leibarzt des Herzogs, Dr. Reck, weiter: Er ließ eine 35 Meter lange Sandsteintreppe bauen, von der aus man die schönsten Ausblicke in die Umgebung hat. Und während die Prinzessinnen einst in einem der Wehrtürmchen spielten (heute übrigens eine Ferienwohnung) gab es für das Adelsgeplänkel das Teehaus: sozusagen eine Gartenlaube fürs "Stelldichein", in der man heute Kaffee und Kuchen genießen kann.

Drumherum gibt’s einige Wandermöglichkeiten: zum Beispiel zum Regenstein, einer weiteren Burgruine mit altem Wasserrad. Die Route ist bestens erschlossen und bietet viele Klettermöglichkeiten für Kinder.

WEITERE INFORMATIONEN

Schloss Blankenburg

Adresse:
Großes Schloß 1
38889 Blankenburg (Harz)

Öffnungszeiten:
In den Monaten Januar und Februar ist das Schloss geschlossen.
März bis Dezember: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr

Die Führungen finden immer am Samstag und zu besonderen Anlässen statt. Beginn ist jeweils 14 Uhr und 15 Uhr Dauer ca. 1 Stunde.

Anfahrt:
Mit dem Auto:
Autobahn A36 (die ehemalige B6n) und die Bundesstraßen B27 und B81. Auf der A36 Abfahrt Blankenburg-Zentrum oder Blankenburg-Ost. Mit dem Auto erreichen Sie das Schloss über die Zufahrt vom Schieferberg und Herzogsweg. Die Anfahrt über den Vogelherd ist auch möglich. Kostenlose Parkplätze stehen in begrenzter Anzahl direkt am Schloss zur Verfügung.

Anreise auch zu Fuß, oder per Fahrrad, Bus und Bahn möglich.

Blankenburg: Burg und Festung Regenstein

Beliebtes Ausflugziel im Vorharz ist der Regenstein bei Blankenburg: Dort sind die denkmalgeschützten Reste der im Jahre 1162 erstmals erwähnten Burg zu besichtigen. Vom 12. bis zum 15. Jahrhundert war sie Herrschaftsitz der Grafen zu Regenstein. Einer von ihnen, Graf Albrecht II., fiel negativ als Raubritter auf. Vermutlich wusste er die spektakuläre Lage auf einem 290 Meter hohen Sandsteinfelsen, der nach drei Seiten steil abfällt, für seine Beutezüge zu nutzen.

Der Felssporn des Regensteins war einfach ideal für die Anlage einer Höhenburg nahe einer wichtigen Heer- und Handelsstraße im Dreieck von Wernigerode, Halberstadt und Quedlinburg. Vom Mauerwerk sind heute nur die Reste eines Turms vorhanden. Auch von der späteren kurbrandenburgischen Festung blieben nur Ruinen. Dennoch lohnt sich der Besuch allein schon wegen der Aussicht. Spektakulär sind außerdem die großteils zugänglichen Sandstein-Höhlen im Heers und die Regenstein-Mühle. Für Wanderfreunde bietet sich eine große oder kleine Rundtour über die Höhlen zur Regenstein-Mühle und Burg an. Taschenlampe und Frisbee nicht vergessen!

Die Burgruine Regenstein in Blankenburg ist ein besonderes Ausflugsziel im Harz. Bildrechte: Andreas Knoll

Graf Albrecht II. verärgerte die Bürger von Quedlinburg übrigens so sehr, dass sie ihn 1336 gefangen nahmen und bis zur Zahlung des Lösegeldes in einen Holzkasten setzten. Der so genannte Raubgrafenkasten lässt sich im Museum des Schlosses Quedlinburg besichtigen. Im 15. Jahrhundert wurde die Burg aufgegeben, die Grafen zogen vom Regenstein ins Blankenburger Schloss. 1671 konfiszierte Friedrich Wilhelm von Brandenburg das Gelände. Schließlich grenzte der Regenstein an die Herrschaftsgebiete der Brandenburger, Preussen und Braunschweiger. Erdschanzen und die Überreste der Heerstraße, die aus Richtung Goslar kommend bis nach Bernburg an der Saale führt, lassen sich im Wald um den Regenstein finden.

Zu Ostern, zu Pfingsten und im Juli wird die Vergangenheit der Burg Regenstein etwa bei Ritterspielen lebendig. Verpflegen kann man sich an einem Kiosk. Oder man bringt alles für ein Picknick mit und genießt den Panoramblick über das Harzvorland.

WEITERE INFORMATIONEN

Burg und Festung Regenstein
Am Platenberg 38889
Blankenburg (Harz)

Für Kinder geeignet, aber Vorsicht geboten.

Öffnungszeiten:
April bis Oktober:
Täglich von 10 bis 18 Uhr

November bis März:
Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr

Geschlossen am: 24. und 31. Dezember sowie bei extrem schlechter Witterung

Einlassschluss: 30 Minuten vor Schließzeit

Der Kiosk auf der Burg und Festung Regenstein ist täglich während der Öffnungszeiten geöffnet.

Anreise:
Mit der Bahn:
Über Halberstadt und Blankenburg, dann mit der Buslinie 250 Richtung Wernigerode (nicht täglich)

Mit dem Auto:
Freier Parkplatz ca. 500 Meter unterhalb des Regensteins Menschen mit Behinderung können bis in den Vorhof fahren. Die Begehung der Anlage ist stellenweise anspruchsvoll.

Vom Parkplatz aus ist die Anlage nach einem kleinen Waldspaziergang zu erreichen. Oben angekommen bietet sich ein wunderbarer Panoramablick über das Harzvorland.

Quedlinburg: Unesco-Weltkulturerbestadt mit Stiftskirche und Schloss

Das malerische Panorama von Quedlinburg lässt sich auch im Winter genießen. Bildrechte: imago/Panthermedia

Verwinkelte Gassen, Fachwerkhäuser, mittelalterliche Plätze: All das zieht Besucherinnen und Besucher nach Quedlinburg. Seit 1994 gehören die Stiftskirche, das Schloss und die Altstadt von Quedlinburg zum UNESCO-Weltkulturerbe. Im Sandsteinbau der Stiftskirche können bis heute die Königsgräber von Heinrich I. und seiner Gemahlin Mathilde besucht werden. Außerdem befindet sich dort die Schatzkammer mit dem Domschatz, der ebenfalls von Heinrich I. begründet wurde.

WEITERE INFORMATIONEN

Stiftskirche St. Servatii
Schlossberg 1g 06484
Quedlingburg

Öffnungszeiten:
Krypta und Teppichkammer sind Dienstag bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr zur individuellen Einkehr geöffnet.

Wernigerode: Schloss

Wie entrückt ragen die Türme und Zinnen von Schloss Wernigerode aus den Wipfeln des Waldes – hoch oben über dem Städtchen. Schloss Wernigerode wirkt geradezu wie ein Märchenschloss und diente deswegen bereits verschiedenen Märchenfilmen als Kulisse. Man kann zum Schloss hinaufwandern oder mit einer Bahn fahren und es sich im zauberhaften Innenhof auch kulinarisch gutgehen lassen: zwischen plätscherndem Brunnen und einem faszinierenden Architektur-Mix, denn dieser reicht vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert.

Im Schloss Wernigerode wurden schon mehrere Märchenfilme gedrecht. Bildrechte: imago images / imagebroker / Andreas Vitting

Das Interieur wirkt durch viel Holz und feste Mauern eher rustikal und dunkel, aber für Märchenstunden am Kamin ist es damit bestens geeignet (und wird auch dafür genutzt, beispielsweise beim nachweihnachtlichen Markt "Winterschloss"). Im Sommer hingegen dient der Innenhof als Festivalkulisse – die Wernigeröder Schlossfestspiele warten hier durch den abgeschlossenen Raum mit bestem Klang auf. Es lohnt sich auch, die Kapelle zu besichtigen. Schloss Wernigerode kann man immer wieder besuchen, denn regelmäßig finden Sonderausstellungen statt.

WEITERE INFORMATIONEN

Schloss Wernigerode
Am Schloß 1
38855 Wernigerode

Öffnungszeiten:
April bis Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr (letzter Einlass 17.30 Uhr)

Zeitgleich zu der Öffnung des Schlosses werden auch Schloss- und Bimmelbahn wieder ihren Betrieb aufnehmen und jeden, der es mag, auf den Schlossberg fahren.

Informationen zur Barrierefreiheit:
Die Anreise zum Schloß ist mit Einschränkungen verbunden; die Schloß- und Bimmelbahnen halten außerhalb des Schloßgeländes. Eine Anfahrt mit einem Privat-PKW ist nur in Ausnahmefällen und nach vorheriger Absprache mit den Mitarbeitern der Schloß Wernigerode möglich.

Burgruine Anhalt in Harzgerode und Schloss Ballenstedt

Von der Selketalmühle bei Harzgerode schlängelt sich der Weg 130 Meter in die Höhe, bis man hinter dichtbewachsenen Bäumen die einstige Stammburg der Askanier entdeckt, die sozusagen die "Begründer" Anhalts waren. Der Anblick sorgt für ein erhebendes Gefühl, obwohl die Burg schon 1140 zerstört wurde: Gerade die Ruinen haben offensichtlich etwas mythisches oder magisches.

Ehrenamtlichem Engagement ist es zu verdanken, dass man auf einer Tafel die Geschichte der Ruine nachlesen kann, sonst könnte man sich nicht vorstellen, wie mächtig die Burg einst war: Bereits im 12. Jahrhundert wurde hier mit roten Ziegelsteinen gebaut – quasi "High-Tech" für die damalige Zeit.

Um die Burg im Modell zu sehen und auch etwas mehr über die Askanier zu erfahren, sollte man ins rund zehn Kilometer entfernte Ballenstedt fahren. Denn nach der Zerstörung ihrer Burg zog es die Askanier in das dortige Kloster, woraus sie dann nach und nach das Schloss errichteten. Außerdem liegt dort Albrecht der Bär begraben, eine der Schlüsselfiguren Anhalts. Für Kinder gibt es im Schloss manchmal Taschenlampenführungen, außerdem locken Konzerte im wundervollen Hoftheater.

2021 wurde die Dauerausstellung zur Geschichte neu gestaltet und bietet viele technische Überraschungen. Bildrechte: Christian Mühldorfer-Vogt/Kulturamt Ballenstedt

Weitere Informationen

Burg Anhalt
Vom Parkplatz an der Selkemühle (Selkemühle 1, 06493 Harzgerode) ist die Burgruine über einen ausgeschilderten Wanderweg erreichbar.

Schloss Ballenstedt
Schlossplatz 3
06493 Ballenstedt

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr

AUSSTELLUNGEN

Quedlinburg: Lyonel-Feininger-Galerie

Quedlinburg, nördlich des Harzes, hat mit seinem Schlossberg und der Stiftskirche ein beeindruckendes Wahrzeichen über der Stadt. Am Fuße dieses Berges befindet sich die Lyonel-Feininger-Galerie. Hier kann man den umfangreichsten und umfassendsten Bildbestand des deutsch-amerikanischen Malers außerhalb der USA sehen. Lyonel Feininger (1871–1956) lebte überwiegend in Deutschland, bis sein Werk von den Nazis als "entartet" diffamiert wurde und er in die USA zurückkehrte. Einen Teil seiner Arbeiten übergab er vor seiner Ausreise an einen Quedlinburger Kunstsammler, der sie in seiner Heimatstadt versteckte.

2022 wurde die Sammlung des Personalmuseums neu gestaltet und um einige neue Dauerleihgaben erweitert. Die neue Ausstellung versucht, die verschiedenen Aspekte und Phasen im Werk von Feininger zu betrachten und in Beziehung zu Zeitgenossen und Weggefährten zu setzen. So geht es beispielweise um Bauhaus und geometrische Bildgestaltung, maritime Motive oder karikaturistische Arbeiten. Begleitet wird das alles durch einen neuen Audioguide und andere multimediale Angebote, die Hintergründe bieten. In der Mitmachausstellung "Form, Farbe, Feininger" können Kinder und alle Interessierte selbst Bilder schaffen. Außerdem gibt es regelmäßig Sonderausstellungen.

Die Lyonel-Feininger-Galerie lädt mit Mitmachstationen zum Sehen, Hören und Entdecken ein. Bildrechte: Foto: Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, © VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Wer die Stadt noch nicht kennt, sollte etwas mehr Zeit einplanen und die romanische Stiftskirche St. Servatius besichtigen sowie Quedlinburgs wunderschöne Altstadt mit ihren Kirchen und Fachwerkhäusern erkunden.

MEHR INFORMATIONEN ZUM MUSEUM

Lyonel-Feininger-Galerie
Museum für grafische Künste
Schlossberg 11
06484 Quedlinburg

Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Montag 10 bis 18 Uhr
Dienstags geschlossen

Neue Dauerausstellung:
"Lyonel Feininger. Meister der Moderne"

Eine Mitmachausstellung für Kinder:
"Form, Farbe, Feininger"

Aktuelle Sonderausstellung:
"Sabine Moritz: Lobeda oder die Rekonstruktion einer Welt"
Vom 28. August bis 8. Januar 2023

Halberstadt: Domschatz

Das Armreliquiar des Heiligen Nikolaus ist eines der bemerkenswerten Stücke des Domschatzes. Bildrechte: Domschatz Halberstadt

"Ein Schatz kostbarer als Gold und Edelstein" kann in Halberstadt bewundert werden. Die Einschätzung stammt von Konrad von Krosigk, der im 13. Jahrhundert Bischof der Stadt war. Der Domschatz gilt der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt zufolge aber auch heute noch als einer der bedeutendsten Kirchenschätze der Welt. Darunter befinden sich Bildteppiche aus dem Mittelalter, byzantinische Textil- und Goldschmiedewerke, Handschriften aus dem Früh- bis Spätmittelalter und Bichofs-Gewänder aus Gold und Seide. Verbinden können Sie dem Besuch mit einem Rundgang durch den Dom, der im Stil der französischen Gotik errichtet wurde.

Der Halberstädter Dom ist ein bemerkenswertes Beispiel für französische Gotik auf deutschem Boden. Bildrechte: imago/Köhn

WEITERE INFORMATIONEN

Dom St. Stephanus und St. Sixtus zu Halberstadt

Adresse:
Domplatz 16a
38820 Halberstadt

Öffnungszeiten:
April bis Oktober: Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 17 Uhr

November bis März:
Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 16 Uhr

Der Dom kann an Sonn- und Feiertagen erst am 11 Uhr besichtigt werden.

Halberstadt: Gleimhaus Literaturmuseum

Der Dichter Johann Ludwig Gleim kam 1747 nach Halberstadt, wo er sich um die Alltagsgeschäfte des Domstifts kümmerte. Vor allem im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts wurde er zu einem wichtigen Förderer der zeitgenössischen Literatur und unterhielt Austausch mit zahlreichen Dichtern und Denkern der Aufklärung. Die zahlreichen Briefe stellen ein Herzstück der Ausstellung im Gleimhauses dar, die von dem Mäzen und den Ideen seiner Zeit erzählt. Dazu gehören auch multimediale Spielereien und ein Kostümfundus mit Mode des 18. Jahrhunderts.

In Halberstadt lebt und wirkte der Dichter Johann Gleim einen Großteil seines Lebens. Bildrechte: dpa

Eine Zeitgenossin war die Dichterin Anna Louise Karsch, die Gleim als die "Sappho" seiner Zeit betitelte – nach der legendären griechischen Dichterin. Er stellte ihre Gedichte in Halberstadt vor und lud sie zu einer Ehrenfeier in den Harz ein. Aus Anlass des 300. Geburtstags beschäftigt sich das Gleimhaus bis April 2023 nicht nur mit dieser Dichterin, sondern mit ganz unterschiedlichen herausragenden Künstlerinnen.

WEITERE INFORMATIONEN

Adresse:
Gleimhaus
Domplatz 31
38820 Halberstadt

Die Sonderausstellung "Plötzlich Poetin!? Leben und Werk. Ausstellung zum 300. Geburtstag der Dichterin Anna Louisa Karsch bis 30. April 2023

Öffnungszeiten:
Mai bis Oktober:
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr

November bis April:
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr

Halberstadt: Museum Heineanum

Das Museum Heineanum ist ein auf Vogelkunde spezialisiertes Naturkundemuseum. Die Dauerausstellung zeigt Vögel aus aller Welt und informiert über deren Biologie und Verhaltensweisen. Sie basiert auf der Sammlung des Halberstädter Gutsbesitzers und Ornithologen Ferdinand Heine aus dem 19. Jahrhundert, die sich durch ihre Artenvielfalt auszeichnet. Ein Schwerpunkt liegt auf Kolibris. Jedes Jahr gibt es eine Sonderausstellung zum jeweiligen Vogel des Jahres. Über die ornithologischen Ausstellungsstücke hinaus besitzt das Museum auch zwei Saurierskelette, Plateosaurus und Plesiosaurus, die im Stadtgebiet von Halberstadt gefunden wurden. Das Heineanum ist an Forschungsprojekten beteiligt, unterstützt den Artenschutz und ist Einsatzstelle für das Freiwillige Ökologische Jahr.

WEITERE INFORMATIONEN

Museum Heineanum
Domplatz 36
38820 Halberstadt

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag von 13 bis 17 Uhr

Wernigerode: Harzmuseum

Im Harzmuseum können Sie die Geschichte des Harzes entdecken. Ausgehend von Fossilien, Steinen und Mineralien über die Pflanzen- und Tierwelt des Harzes geht es bis hin zu den typischen Fachwerkbauten und der Handwerkskunst der Region. Auch die wechselvolle Geschichte des prachtvollen Wernigeroder Rathauses wird erzählt. Ein Teil der Ausstellung beschäftigt sich mit dem Thema "Kunst im Harz". Die aktuelle Sonderausstellung "Begraben und Vergessen – Die Toten der Jungsteinzeit" werden jahrtausendalte Funde aus dem nördlichen Harzvorland gezeigt, die das Leben und Sterben der ersten Bauern in der Region widerspiegeln.

Das Museum wirft einen Blick auf die reiche Geschiche der Fachwerkstadt Wernigerode. Bildrechte: MDR/Leonard Schubert

WEITERE INFORMATIONEN

Adresse:
Harzmuseum
Klint 10
38855 Wernigerode

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Samstag von 10 bis 17 Uhr
Sonntag und an Feiertagen von 11 bis 16 Uhr

PARKS UND GÄRTEN

Bürger- und Miniaturenpark Wernigerode

Einer der schönsten Miniaturenparks Deutschlands zeigt mehr als 60 Harzer Sehenswürdigkeiten in einer faszinierenden Miniatur-Landschaft mit Zwerggehölzen, Felsen und Wasserläufen. Zwischen den Modellen schlängeln sich schnaubend die Harzer Schmalspurbahnen zum Brocken empor. Der anschließende Besuch des Bürgerparks mit seinen Themengärten, Spielplätzen und Picknickecken, dem Tiergehege und den wunderschönen Blickachsen auf die Harzer Landschaft, runden den Aufenthalt ab.

Der Miniaturpark bei Wernigerode zeigt 60 wichtige Bauwerke des Harzes auf kleiner Fläche. Bildrechte: MDR SACHSEN-ANHALT

WEITERE INFORMATIONEN

Park und Garten GmbH Wernigerode
Dornbergsweg 27
38855 Wernigerode

Öffnungszeiten:
Im April täglich 9 bis 18 Uhr
Mai bis August täglich 9 bis 19 Uhr
September bis Oktober täglich 9 bis 18 Uhr
Im November täglich 9 bis 16 Uhr

Es können Rollstühle oder Bollerwagen ausgeliehen werden.

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Dieses Thema im Programm:MDR KULTUR - Das Radio | 01. April 2022 | 07:40 Uhr