Region entdecken Ab in die Altmark: Ausflugsziele für den Norden von Sachsen-Anhalt

In Stendal steht das größte trojanische Pferd, in Gardelegen verweilte einst Zar Alexander und Schönebeck hat ein lebensrettendes Wahrzeichen – nicht gewusst? Höchste Zeit, den Norden Sachsen-Anhalts zu entdecken. Von architektonischen Highlights über Museen, Theater und Picknickkonzerte bis hin zu beliebten Erholungsorten wie Havelberg an der Elbe. Dort wo Mittelalter auf Moderne trifft, hat die Region der Altmark nördlich von Magdeburg einiges zu bieten.

Picknick im Klostergarten in Stendal
Wie wär's mit einem Picknickkonzert im Klostergarten in Stendal? Bildrechte: Altmärkisches Museum Stendal

Jagdschloss Letzlingen in märchenhafter Kulisse

In Letzlingen steht das einzig heute noch erhaltene Hohenzollernschloss in Sachsen-Anhalt. Im Jahr 1560 erbaut, verdankt das Schloss seinen Namen dem Kurfürsten Johann Georg von Brandenburg, der einst ein adäquates Jagdquartier inmitten der Wildnis suchte. Noch bis ins 20. Jahrhundert hinein fanden in Letzlingen Hofjagden statt, die ein bedeutendes gesellschaftliches Ereignis darstellten und Gäste von hohem Rang, darunter Otto von Bismarck und Zar Alexander II., nach Gardelegen lockten.

Heute informiert eine spannende Daueraustellung über die wechselvolle Geschichte des Schlosses, das nach Ende des Ersten Weltkrieges zur Internatsschule wurde, im Zweiten Weltkrieg als Lazarett, anschließend bis 1991 als Krankenhaus diente – und heute ein beliebtes Ausflugsziel ist.

Jagdschloss Letzlingen
Jagdschloss in Letzlingen ist das einzig noch erhaltene Hohenzollernschloss in Sachsen-Anhalt. Bildrechte: IMAGO / NBL Bildarchiv

Mehr Informationen Jagdschloss Letzlingen
Schlossstraße 10
39638 Hansestadt Gardelegen

Öffnungszeiten:

April bis Oktober
Montag geschlossen
Dienstag bis Freitag: 10 bis 16 Uhr
Samstag/Sonntag/Feiertag: 10 bis 16:30 Uhr

November bis März
Montag und Freitag: geschlossen
Dienstag bis Donnerstag: 10 bis 16 Uhr
Samstag/Sonntag/Feiertag: 11 bis 16 Uhr


Havelberg: Einer der Top-Erholungsorte in Sachsen-Anhalt

Unweit der Mündung der Havel in die Elbe liegt die Hansestadt Havelberg, einer der Top-Erholungsorte in Sachsen-Anhalt im Landkreis Stendal. Oberhalb der Stadtinsel ragt der im 12. Jahrhundert erbaute Dom Sankt Marien empor. Mehr Informationen über die Dombaugeschichte sowie einen Blick in die beeindruckende Sammlung zur Sakralkunst erhält man im Havelberger Pritgnitz-Museum.

Eine der schönsten Aussichten kann man übrigens auf der Petroleuminsel genießen: Inmitten der Havel gelegen verbindet eine Fußgängerbrücke diese mit der Havelberger Altstadt. Auf der Insel befindet sich außerdem das Haus der Flüsse. Und als wäre das noch nicht genug, sind der Salzmarkt, das Beguinenhaus und das ehemalige Synagogenhaus defintiv einen Besuch wert.

Blick auf den Dom in Havelberg, im Vordergrund eine Brücke.
Die Petroleuminsel wird durch eine Fußgängerbrücke mit der Havelberger Altstadt verbunden. Bildrechte: MDR/Michael Rosebrock

Architektonische Highlights in Schönebeck

Pretziener Wehr

Seit etwa 145 Jahren schützt der Staudamm Pretziener Wehr die Städte im Salzlandkreis vor Hochwasser. Errichtet wurde das gewaltige Bauwerk mit seinem 163 Meter langen Sandstein-Unterbau zwischen 1871 und 1875. Ein Wahrzeichen der Ingenieursbaukunst, dass bald Unesco-Welterbe werden könnte und schon jetzt ein Top-Ausflugsziel entlang des Elberadwegs ist.

Blick auf das Pretziener Wehr bei Schönebeck
Der Sandstein-Unterbau des Pretziener Wehrs ist fast 163 Meter lang und 7,5 Meter breit. Der Staudamm ist damit bei einem Spaziergang entlang der Elbe nicht zu verfehlen. Bildrechte: MDR/André Plaul

Die hölzernen Zwillingstürme

Ökologisches Bewusstsein bei städtischem Flair: In den hölzernen Zwillingstürmen von Schönebeck wird Nachhaltigkeit groß geschrieben. Beim Bau der zwei Wohnhäuser in einer innerstädtischen Baulücke mitten in Schönebeck wurde weitgehend auf die Verwendung chemischer Baustoffe verzichtet. Die 34 Zentimeter dicken, massiven Holzwände haben bei ihrer Entstehung der Atmosphäre sogar weitaus mehr Treibhausgase entzogen als zugeführt. Somit sind die hölzernen Zwillingstürme Schönebecks ein lohnendes Ausflugsziel für nachhaltig denkende Architekturbegeisterte.

Mehr Informationen Die hölzernen Zwillingstürme
Steinstraße 23/24
Schönebeck (Elbe)


Kunst und Kultur in Stendal

Winckelmann-Museum

Einer der bedeutendsten Söhne Stendals ist der 1717 geborene Archäologe und Begründer der modernen Kunstwissenschaft Johann Joachim Winckelmann. Seinem Leben und Wirken widmet sich heute die Winckelmann-Gesellschaft und das dazugehörige Museum, das 1955 an der Stelle seines Geburtshauses, der heutigen Winckelmannstraße 36, eröffnet wurde.

Der dramaturgische Ausgangspunkt der Dauerausstellung ist übrigens der grausame Mord Johann Joachim Winckelmanns 1768 in Triest. In einem weiteren Ausstellungsbereich mit dem Titel "8.000 Jahre Kunst – das Mäzenaten-Museum" werden Werke und Künstlernachlässe gezeigt, die von Mitgliedern der Winckelmann-Gesellschaft gestiftet wurden. Und im Winckelmann-Museum kommen auch Katzenliebhaber auf ihre Kosten: mit der aktuellen Sonderausstellung "Diese Katze ist die Sonne selbst", die aus 4.000 Jahren Katzen-Geschichte schöpft.

Vor den Türen des Museums laden der Skulpturenhof und der Winckelmann-Park zum Verweilen an der frischen Luft ein. Neben dem größten begehbaren Trojanischen Pferd der Welt bietet der Park außerdem ein Hörtheater, eine Spielstraße und ein Labyrinth.

Ein Holzpferd
Das Winckelmann-Museum beherbergt das weltgrößte begehbare trojanische Pferd. Bildrechte: Heiko Janowski

Mehr Informationen Winckelmann-Museum
Winckelmannstraße 36,
39576 Stendal

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr

Theater der Altmark

Mit etwa 14 Premieren pro Spielzeit versorgt das Theater der Altmark die Region rund um Stendal mit zeitgenössischem und klassischem Schauspiel. Auf dem Spielplan stehen dabei vor allem aktuelle Themen von gesellschaftlicher Relevanz, etwa bei dem Stück "Wende.Punkte", das sich mit der Wiedervereinigung auseinandersetzt, aber auch traditionsreiche dramatische Stücke, musikalische Produktionen wie der Liederabend "Ich war noch niemals in New York" und Komödien.

Theater der Altmark in Stendal
Das Theater der Altmark in Stendal Bildrechte: dpa

Mehr Informationen Theater der Altmark
Karlstraße 6
39576 Stendal


Picknickkonzerte im Klostergarten des Altmärkischen Museums

Den architektonischen Hinterlassenschaften der Stadtentwicklung widmet sich das Altmärkische Museum in seiner Dauerausstellung "Die alte Hansestadt Stendal – Stadt der Backsteingotik". Die Ausstellung beinhaltet Zeugnisse der europäischen Backsteingotik und beleuchtet die politische und wirtschaftliche Bedeutung der Stadt im Mittelalter. Außerdem erfahren Gäste etwas über die bedeutendsten Töchter und Söhne Stendals, wie beispielsweise den Forscher und Diplomat Gustav Nachtigal.

Im Sommer finden im Klostergarten übrigens regelmäßig Picknickkonzerte in der Abendsonne statt. Infos zu Tickets und den auftretenden Künstlerinnen und Künstlern hat die Tourist-Information der Hansestadt Stendal.

Picknick im Klostergarten in Stendal
In den Sommermonaten finden im Klostergarten Picknickkonzerte statt. Bildrechte: Altmärkisches Museum Stendal

Mehr Informationen Altmärkisches Museum
Schadewachten 48
39576 Stendal

Öffnungszeiten:
Montag und Samstag: geschlossen
Dienstag bis Freitag, 10 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr
Sonntag und Feiertag, von 13 bis 17 Uhr


Mittelalterlicher Flair in Tangermünde

Tangermünde an der Elbe ist aus vielen Gründen einen Ausflug wert: Allein der mittelalterliche Flair der rund 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner umfassenden Stadt ist faszinierend. Über der Mündung des Tangers in die Elbe thront die mittelalterlichen Burganlage, deren Burgtor, die Alte Kanzlei, der ehemalige Gefängnisturm, der Burggraben sowie das Augustiner-Chorherrenstift noch immer gut erhalten sind. Der 50 Meter hohe Kapitelturm ist nach umfangreichen Sanierungsarbeiten im Rahmen von Führungen als Aussichtsturm zugänglich.

Außerdem laden das Burgmuseum und das Stadtgeschichtliche Museum im historischen Rathaus dazu ein, mehr über die Geschichte Tangermündes zu erfahren. Interessiert man sich jedoch mehr dafür, wie der Alltag der Menschen in den letzten beiden Jahrhunderten in der Altmark aussah, lohnt sich ein Besuch des Museums Zeitzeug am Eulenturm.

Tangermünder Altstadt am Ufer des Tangers mit der St. Stephanskirche
Tangermünder Altstadt am Ufer des Tangers mit der St. Stephanskirche. Bildrechte: IMAGO / F. Berger

Mehr Informationen Stadtgeschichtliches Museum
Adresse:
Altes Rathaus
39590 Tangermünde
geöffnet Dienstag bis Sonntag, 13:00 bis 17:00 Uhr

Burgmuseum
Adresse:
Schloßfreiheit 5
39590 Tangermünde

Das Burgmuseum ist derzeit wegen Bauarbeiten geschlossen, die Wiedereröffnung ist laut Museum für Oktober 2021 geplant. Ab November folgt dann eine Winterpause.

Alle Ausflugsziele in Sachsen-Anhalt

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 25. Juni 2021 | 17:10 Uhr

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Katrin Schumacher mit Audio
MDR Literaturexpertin Katrin Schumacher reist nach Brünn und Prag, um wichtige tschechische Autoren im Vorfeld der Leipziger Buchmesse zu treffen. Bildrechte: MDR/Uwe Mann, honorarfrei