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Im südwestlichen Teil Sachsen-Anhalts liegt das Mansfelder Land, das auf eine lange Bergbau-Tradition zurückblickt. Bildrechte: IMAGO / imagebroker

Bergbau erwandern

Wandern in Sachsen-Anhalt: Dem Bergbau auf den Spuren

Stand: 05. August 2021, 09:34 Uhr

Schachtanlagen, Kohlereviere und Restlöcher in ehemaligen Bergstädten wie Sangerhausen, Zeitz und Tilkerode zeugen von den vielfältigen Hinterlassenschaften des Bergbaus in Sachsen-Anhalt. Die Geschichte der Bergbau-Tradition wird heute nicht nur in Museen, sondern auch auf zahlreichen Naturlehrpfaden spannend aufbereitet. Folgende Wanderwege durch ehemalige Tagebau-Gebiete in Sachsen-Anhalt entführen Sie auf eine Zeitreise durch die jahrhundertealte Geschichte des Bergbaus in der Region.

Bergbaulehrpfad Wettelrode bei Sangerhausen

In Wettelrode gibt es gleich zwei Lehrpfade, die die Geschichte des Kupferschieferbergbaus im Mansfelder Land thematisieren: Der kürzere der beiden Rundwege dauert nur etwa eine halbe Stunde und führt vorbei an Objekten bergmännischer Tätigkeit am Ausgehen des Kupferschieferflözes. Der längere Pfad erstreckt sich über etwa fünf Kilometer und dauert knapp zwei Stunden: Hier wandert man entlang beeindruckender Sachzeugen des Kupferschieferbergbaus aus dem 14. bis 19. Jahrhundert. Die Rundwege führen vorbei an etlichen historischen Bergbaustätten, wie beispielsweise Schürf- und Kunstgräben und dem Johannschacht. Entlang des Weges vermitteln Informationstafeln spannendes Hintergrundwissen zur Geschichte des Kupferschieferbergbaus in der Region. Ein guter Ausgangspunkt für beide Rundwege, deren Wegesymbol ein weißes Quadrat mit grünem Punkt ist, markiert der Röhrigschacht: Ein ehemaliges Kupferschiefer-Bergwerk, das heute Bergbaumuseum und zugleich begehbares Schaubergwerk ist.

Der Förderturm des Röhrigschachts markiert einen guten Ausgangspunkt für den Bergbaulehrpfad Wettelrode. Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Mehr Informationen zum Bergbaulehrpfad WettelrodeAusgangspunkt:
Parkplatz Schaubergwerk Röhrigschacht Wettelrode
Lehde 17 I 06526 Sangerhausen

Strecke: 2 bis 5 km - je nach gewähltem Rundweg
Dauer: 30 min bis 2 h
Schwierigkeit: leicht bis mittel

Öffnungszeiten des Schaubergwerks:
Ab 3. Juli: Samstag bis Sonntag: 10 bis 16 Uhr
Ab 21. Juli: Mittwoch, Donnerstag, Samstag, Sonntag: 10 bis 16 Uhr

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Mit dem Bus von Sangerhausen Richtung Wettelrode VGS-461/VGS-462 oder Sangerhausen - Kunstteich
VGS-461

Rundwanderung durch das historische Opperöder Kohlenrevier

Die Geschichte des frühneuzeitlichen Steinkohlebergbaus im Gebiet zwischen Meisdorf und Opperode lässt sich am besten auf einer Rundwanderung durch das historische Opperöder Kohlenrevier erkunden. Idealer Startpunkt für die Wanderung ist das Selketal, wo auch der beschilderte Naturlehrpfad beginnt. Folgt man dem Waldweg erreicht man nach nur wenigen Kilometern das historische Mausoleum der Asseburger sowie das 1769 erbaute Meisdorfer Schloss. Weiter des Weges passiert man sodann eine mit "Grenzversteinung" beschilderte Stelle, nach deren Überquerung man sich offiziell im Bergbaurevier befindet. Entlang des Weges befinden sich überall durch Bergbautätigkeiten entstandene Senkungen, sogenannte Pingen. Außerdem passiert man einen Kohlenschacht und das Zechenhaus in Opperode. Von der Selkesicht aus genießt man einen eindrucksvollen Blick ins weite Tal. Vorsicht ist jedoch beim steilen Abstieg auf dem Lumpenstieg am Ende der Tour geboten. Der Wanderweg endet dort, wo er begonnen hat: dem Gasthaus "Falken", das der optimale Ort zum Einkehren und Verweilen ist.

Blick ins 660 Hektar große Naturschutzgebiet Selketal Bildrechte: IMAGO / Panthermedia

Mehr Informationen zur Rundwanderung durch das Opperöder KohlenrevierAusgangspunkt:
Gasthaus "Falken"
Falkensteiner Weg 2 I
06463 Meisdorf

Strecke: 12,8 km
Dauer: 3:31 h
Schwierigkeit: mittel

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Bus von Quedlinburg oder Aschersleben bis Meisdorf

Parkplätze am Gasthaus "Falken"

Recarbo Kohle-Rad- und Wanderweg in Zeitz / Hohenmölsen

Erholungspark Mondsee Bildrechte: IMAGO / Rainer Weisflog

Unweit des noch immer aktiven MIBRAG-Tagebaus Profen und nahe der Stadt Hohenmölsen befindet sich der Erholungspark Mondsee. Der Park im Burgenlandkreis wurde auf den Abraumkippen des einstigen Tagebaus Pirkau errichtet und ist Teil der Bergbaufolgelandschaft im Zeitz-Weißenfelser Braunkohlenrevier. Der Erholungspark mit dem 185 Hektar großen Mondsee, einem ehemaligen Tagebau-Restloch, ist Startpunkt des Recarbo-Rad- und Wanderweges zwischen Zeitz und Hohenmölsen, der die Entwicklung der Region vom ehemaligen Tagebau zum Naturparadies auf etwa 19 Kilometern eindrucksvoll demonstriert.

Der Wanderweg, der sich alternativ auch mit dem Fahrrad bewältigen lässt, beginnt mit den sogenannten Wandelgängen am Mondsee: Dabei handelt es sich um kunstvolle Erinnerungsorte an umgesiedelte Dörfer, deren Bewohner ihre Häuser aufgrund des Bergbaus verlassen mussten. Die Wanderroute führt vorbei an der Bergarbeiterkirche und dem Bergbaumuseum in Deuben und der Schachtanlage Paul II. Möglichkeit zur Rast gibt es in Trebnitz: Dort zeugen die Heimatstube, die Bergarbeiterkirche und die Bergarbeitesiedlung vom einstigen Braunkohlevorkommen. Nach einer Abkühlung im Strandbad Kretzschau und einem weiteren Halt im ehemaligen Industriestandort Groitzschen endet der Wanderweg bei der Brikettfabrik Herrmannschacht in Zeitz, der ältesten erhaltenen Brikettfabrik der Welt.

Das Museum Brikettfabrik "Herrmannschacht" in Zeitz Bildrechte: imago/Köhn

Mehr Informationen zum Recarbo Kohle-WanderwegAusgangspunkt:
Museum Brikettfabrik Herrmannschacht
Naumburger Straße 99 I 06712 Zeitz
Ziel: Erholungspark Mondsee Sonnenweg 1 I 06679 Hohenmölsen

Strecke: 18,7 km
Schwierigkeit: mittel

Parkplätze sind vorhanden

Öffnungszeiten: Erholungspark:
täglich von 8 bis 22 Uhr

Brikettfabrik Herrmannschacht:
April bis November: Montag bis Freitag sowie an Feiertagen: Führungen um 10 und 13 Uhr

Natur- und Bergbaulehrpfad von Tilkerode

Das ehemalige Bergbaurevier Tilkerode liegt im Unterharz östlich des namensgebenden Ortes zwischen den Flußtälern der Wiebeck im Norden und der Eine im Süden. Durch das ehemalige Abbaugebiet von Eisenerz führt ein etwa fünf Kilometer langer Natur- und Bergbaulehrpfad vorbei an alten Stollenmundlöchern, Pingen und Halden. Informationstafeln am Wegesrand erläutern die Geschichte der Tilkeröder Erze, deren Goldhaltigkeit dem Revier bei Mansfeld im 19. Jahrhundert zu überregionaler Bekanntheit verhalf. Heute steht das Areal des Altbergbaus als Flächendenkmal unter Schutz. Die einstigen bergbaulichen Anlagen dürfen nicht betreten werden und auch die Entnahme von Mineralen ist nicht erlaubt. 

Mehr Informationen zum Natur- und Bergbaulehrpfad von TilkerodeAusgangspunkt:
Einestollen Revier I 06343 Mansfeld

Strecke: 5 km
Schwierigkeit: leicht

Anreise per Bus und Bahn
über Bahnhöfe in Goslar, Bad Harzburg, Wernigerode, Herzberg oder Walkenried.

Elbingerode: Montanhistorischer Rundwanderweg im Bodfeld

Im Raum Elbingerode in Oberharz am Brocken liegt eines der bedeutendsten Massenkalkvorkommen ganz Deutschlands. Ausgangspunkt der Wanderung durch den Altbergbau im Bodfeld ist das ehemalige Eisenerzbergwerk und heutige Schaubergwerk Büchenberg. Der Rundweg hat insgesamt 16 Stationen und führt vorbei am Hildebrandstollen, am Porphyritsteinbruch, an den wernigerödischen Eisensteingruben und am Hermannschacht. Informationstafeln entlang des Rundwegs vermitteln spannendes Hintergrundwissen über den Alltag im ehemaligen Bergbau-Gebiet.

Eingang zum Schaubergwerk Büchenberg Bildrechte: IMAGO / imagebroker

Mehr Informationen zum Montanhistorischer Rundwanderweg im BodfeldAusgangspunkt: Schaubergwerk Büchenberg
Büchenberg 2 I
38875 Oberharz am Brocken OT Elbingerode

Kostenloser Großparkplatz

Strecke: 16 km
Dauer: 4 h
Schwierigkeit: mittelschwer

Rastmöglichkeiten:
"Am Felsen" in Königshütte (halbe Strecke) oder im
"Berghof" in Elbigerode

Übersicht: Wanderrouten zu Bergbauorten in Mitteldeutschland