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In Wettelrode bei Sangerhausen kann man die Tiefen des Röhrigschachts mit dem Kanu entdecken. Bildrechte: dpa

Kulturorte unter Tage

Ausflugsziele in Sachsen-Anhalt: Kultur unter Tage entdecken

Stand: 19. Juli 2021, 04:00 Uhr

Wo Bergmänner einst in Schwerstarbeit Salze, Kupfer, Erze, Stein- und Braunkohle zu Tage förderten, konservieren heute vielerorts sogenannte Schaubergwerke die reiche Bergbautradition Sachsen-Anhalts: Drei davon befinden sich in Sangerhausen, Elbingerode und Harzgerode. In den ehemaligen Bergwerken kann man heute mit der Seilbahn hinab in tiefe Stollen gleiten oder mit dem Kanu durch smaragdgrüne Seen paddeln. Diese Ausflugsziele lassen Sie in Sachsen-Anhalts faszinierende Welt unter Tage eintauchen.

Elbingerode: Schaubergwerk Büchenberg

"Glück Auf!" heißt es in Elbingerode im Harz schon am Eingang des Schaubergwerks. Hier im Büchenberg wurde bis 1970 Erz abgebaut – das Einsatzgebiet der Bergleute können Besucherinnen und Besucher bei einer Erkundungstour auf eigene Faust entdecken. Zu sehen gibt es unter anderem eine Seilbahnanlage und schweres Gerät, wie etwa Überkopflader, Bohrhammer und Erzschrapper. Beeindruckend ist auch das große Abbaufeld unter Tage. Wie enorm das Erzvorkommen hier ist, lässt die rote Färbung des Gesteins erkennen. Wieder zurück im Tageslicht, gibt es ein kleines Imbissangebot. Ganz in der Nähe lädt der Brocken zu einer anschließenden Wanderung oder einer Fahrt mit der Harzer Schmalspurbahn.

Bunte Kristalle und Gesteinsschichten im Schaubergwerk Büchenberg bei Elbingerode im Harz Bildrechte: IMAGO / Schöning

Mehr Informationen zum Schaubergwerk BüchenbergAdresse:
Büchenberg 2 I 38875 Elbingerode

Öffnungszeiten:
täglich 10 bis 16 Uhr
24. und 25. Dezember sowie 1. Januar geschlossen

Eintritt:
8 Euro, Kinder bis 16 Jahre frei

Harzgerode: Besucherbergwerk Glasebach

In diesem Schaubergwerk bei Straßberg, einem Ortsteil von Harzgerode, kann man sich auf die Spuren des Bergbaus im 18. Jahrhundert begeben. Die Grube Glasebach diente damals vor allem dem Fluorit- und Silberabbau. Unter Tage gibt es heute die Stollen und Gänge sowie die Überreste einer historischen Wasseranlage zu sehen. Aber auch im Freigelände an der Oberfläche gibt es einiges zu entdecken: Maschinen und die Anlagen mit einen Förderturm aus dem 20. Jahrhundert zum Beispiel. Im Museum kann man darüber hinaus mehr über die Geschichte der Grube Glasebach und die verschiedenen Mineralien erfahren.

Ein Stollen in der Grube Glasebach. Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Mehr Informationen zum Besucherbergwerk GlasebachAdresse:
Glasebacher Weg I 06493 Straßberg

Öffnungszeiten:
täglich 9:30 bis 16 Uhr

Führungen finden stündlich von 10 bis 15 Uhr statt und dauern bis zu zwei Stunden. Telefonische Anmeldung und Reservierung sind empfehlenswert: Tel. 039489 226

Eintritt:
12 Euro, Kinder (5 bis 14 Jahre) 8 Euro

Die Temperaturen liegen ganzjährig bei 8 bis 9 Grad.

Sangerhausen: Schaubergwerk Röhrigschacht Wettelrode

Der Förderturm des Röhrigschacht in Wettelrode Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Inmitten der historischen Bergbaulandschaft in der Region des südöstlichen Harzvorlandes befindet sich der Röhrigschacht Wettelrode bei Sangerhausen: Im 1991 eröffneten untertägigen Schaubergwerk können Besucherinnen und Besucher mit einer originalen Schachtförderanlage 283 Meter tief in den Schacht hinab fahren, um der Geschichte des Mansfelder Kupferschieferabbaus am Originalschauplatz nachzuspüren.

Mit Kanus paddelt eine Besuchergruppe durch die Tiefen des Röhrigschacht Wettelrode. Bildrechte: dpa

Neben der mehrmals pro Tag angeboteten Bergwerksführungen werden insgesamt vier Sonderexpeditionen hinab in die Welt unter Tage angeboten: Eine dieser Expeditionen führt zur Marienglasschlotte, vorbei an bergmännischen Spuren des 19. und 20. Jahrhunderts. Alle, die mehr vom Mansfelder Altbergbau erleben wollen, können den Segen-Gottes-Stollen und den körperlich anspruchsvollen Gonnaer Stollen ergründen, vorbei an Grubenbauen und zurückgelassenen Bergwerksmaschinen.

Die abenteuerlichste aller Expeditionen ergründet die wasserdurchfluteten Bereiche im tiefsten Inneren des Röhrigschachts in Kanus. Grubenhelm, Geleucht, Wathose, Knieschoner und Schwimmwesten werden gestellt. Zielort der Bootstour ist ein sogenannter "Rückenabbau" in einer Gebirgsverwerfung: Ein einmaliger Ort, um den Mansfelder Kupferschieferbergbau mit allen Sinnen zu ergründen.

Röhrigschacht Wettelrode Bildrechte: Rosenstadt Sangerhausen GmbH, EZB Röhrigschacht

Zurück am Tageslicht lässt sich die Geschichte des 800-jährigen Kupferschieferbergbaus außerdem in der dazugehörigen Dauerausstellung mit dem Titel "Dies und anderes mehr kommt alles vom Bergbau her" im Museum über Tage ergründen.

Mehr Informationen zum Schaubergwerk Röhrigschacht WettelrodeAdresse:
Lehde 17 I 06526 Sangerhausen / Wettelrode

Parkplätze sind vorhanden

Öffnungszeiten:
Ab 3. Juli: Samstag bis Sonntag + Feiertag: 10 bis 16 Uhr
Ab 21. Juli: Mittwoch, Donnerstag, Samstag, Sonntag + Feiertag: 10 bis 16 Uhr

Seilfahrtszeiten (für Kinder ab 5 Jahren):
10:30 Uhr, 11:45 Uhr, 13:00 Uhr, 14:15 Uhr

Eintritt:
Museumsbesuch über Tage und Schaubergwerk unter Tage: 16 Euro, Kinder und Jugendliche (5 bis 16 Jahre): 7 Euro

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Dieses Thema im Programm:MDR KULTUR - Das Radio | 19. Juli 2021 | 07:10 Uhr