Ausflugsziel Posterstein im Altenburger Land: Eine Burg wie im Märchen

Die eindrucksvolle Burg Posterstein haben bestimmt schon viele im Vorbeifahren von der Autobahn A4 aus gesehen. Wer noch nicht zu einem Besuch abgebogen ist, hat etwas verpasst. Weit über 800 Jahre ist die Burg alt, verfügt unter anderem über einen Geheimgang und eine phänomenale Aussicht. Hier erfahren Sie, warum sich der Ausflug lohnt – vor allem mit Kindern.

Luftaufnahme der Burg Posterstein, sie ist auf einem Berg, darunter liegt der Ort
Dir Burg thront über dem Ort Bildrechte: MDR/Steffi Peltzer-Büssow

Hierhin wollte ich schon lange mal. Immer, wenn ich auf der Autobahn A4 zwischen dem Hermsdorfer Kreuz und Chemnitz unterwegs bin, fällt sie mir ins Auge: die Burg Posterstein.

Erst sieht man ihre Silhouette auf einem dieser braunen Schilder, die die Vorbeibrausenden auf kulturelle Highlights entlang der Strecke hinweisen. Und plötzlich taucht sie dann ganz in echt auf. Knapp nur und pittoresk ragt ihr Turm aus den derzeit gelben Rapsfeldern. Rund, fein und klein wirkt sie, wie die perfekte Kulisse für einen Märchenfilm.

Eine Burg mit mehreren Türmen, umgeben vom Grün der Natur
Burg Posterstein erinnert eher an ein Märchenschloss als an eine kampferprobte Ritterburg Bildrechte: Museum Burg Posterstein

Eine Reise in eine andere Welt

Wer Burg Posterstein mit dem Auto besuchen möchte, nimmt, egal ob aus Richtung Chemnitz oder Jena kommend, die Abfahrt Nr. 60, Ronneburg. Von dort sind es nur noch knappe zehn Minuten bis in eine andere Welt. Das kleine Dorf Posterstein liegt am Flüsschen Sprotte und wie zu Füßen der Höhenburg.

Der heutige Burgherr heißt Klaus Hofmann, und auf seiner Visitenkarte steht Museumsdirektor. Weswegen er sich auch bestens auskennt, in der über 800-jährigen Burggeschichte. Burg Posterstein wurde erstmals im Jahre 1191 erwähnt. Da war Barbarossa gerade gestorben. Der berühmte Kaiser, der im nahen Altenburg eine Pfalz unterhielt und mit solchen Burgen die Landnahme durch seine Ritter absicherte. Heute ist die einstige Höhenburg nach diversen Umbauten eigentlich ein Schloss, seit 1952 Museum.

Ein Raum mit Parkettboden, mehreren alten Holzmöbeln und drei Schautafeln
Die Innenräume von Burg Posterstein im Altenburger Land sind noch gut erhalten. Bildrechte: Yellow Table Media GmbH

Posterstein präsentiert große Geschichte – auch für kleine Leute

Franziska Huberty arbeitet in dem Museum und führt mich durch ihr Reich – und damit gleichsam durch die Kulturgeschichte des Altenburger Landes im Allgemeinen und die des Salons der Herzogin von Kurland im benachbarten Schloss Löbichau im Besonderen. Denn auch ohne Autobahn kamen hier im 18. Jahrhundert Staatskarossen aus Paris, Wien und Petersburg vorbei.

Große Themen sind das, die aber auch für die kleinen Besucher anschaulich und zum Mitmachen animierend präsentiert werden. Da geht es zum Beispiel in der Abteilung Geologie um ein schweres Erdbeben, das im 19. Jahrhundert die Region erschütterte; da können die kleinen Besucher auf dem Boden rumhopsen – und der digitale Seismograph an der Wand veranschaulicht ihre ganz persönlichen Schwingungen auf seinem Screen. Das ist Geschichte zum Mitmachen, und so macht Museum Spaß.

Ein Gang mit einer Vitrine, darin zwei Ritterrüstungen, an der Wand daneben verschiedene Hellebarden
Wie es sich für eine alte Burg wie Posterstein gehört, werden auch hier Ritterutensilien gezeigt. Bildrechte: dpa

Ein Geheimgang und eine Aussicht bis ins Erzgebirge

Schade nur, dass der Geheimgang, der aus einem alten Holzschrank im ehemaligen Gerichtszimmer hinunter ins Verlies führt, mit einer Kette abgesperrt ist. Dafür geht es im alten Turm der Burg ganz hoch hinaus. Auf alten, ausgetretenen und knarrenden Holzstufen geht es immer an der Wand entlang bis zu einer alten quietschenden Tür. Hinter der eröffnet sich eine Aussichtsplattform mit einem Blick, der einen bei klarem Himmel bis ins Erzgebirge schauen lässt.

Ausstellung und Mitmach-Zirkus

Und sehenswert ist auch eine Sonderausstellung, in der das Lindenau-Museum Altenburg vom Sonntag, dem 8. Mai an bis zum 3. Juli Zirkusgrafik aus seiner Sammlung präsentiert.

Mehrere Ritter in Rüstungen sitzen auf prachtvoll geschmückten Pferden
Auch Ritterfeste finden auf Burg Posterstein statt, so wie hierim Jahr 2018. Bildrechte: dpa

Und weil man auf Burg Posterstein auch ans Mitmachen und die kleinen Besucher denkt, gibt es vom 13. bis zum 17. Juni auch noch eine Zirkuswoche, bei der der Kinderzirkus "Tasifan" dazu einlädt, sich einmal selbst in Luftartistik, Clownerie, Akrobatik und Jonglieren auszuprobieren. In diesem Sinne: "Manege frei" auf der Burg Posterstein, dem äußerst lebendigen Schatzkästchen im Altenburger Land gleich an der Autobahn A4.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 06. Mai 2022 | 12:40 Uhr

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