Bergbauorte für Familien Ausflüge in Thüringen: Mit Kindern auf den Spuren des Bergbaus

Die Tropfsteinwelt der Saalfelder Feengrotten erkunden, in Walldorf unter Tage Märchenfiguren entdecken oder in einer Weimarer Ausstellung kritisch auf die Folgen des Tagesbaus für die Natur blicken – für Familien gibt es viele Möglichkeiten, sich mit der Bergbautradition Thüringens auseinanderzusetzen. Wir haben die besten Ausflugsziele zusammengestellt.

Figuren in der Märchenhöhle in Walldorf
Diese Figuren können Kinder in der Märchenhöhle in Walldorf unter Tage entdecken Bildrechte: IMAGO / imagebroker/siepmann

Ilmenau: Schaubergwerk "Volle Rose"

Eine Feldbahn
Auf Schienen fährt man im Schaubergwerk "Volle Rose" unter Tage. Danach kann es mit der Feldbahn durchs Schortetal weitergehen. Bildrechte: Schaubergwerk "Volle Rose"

Eingebettet in den Thüringer Wald hat die Goethe- und Universitätsstadt Ilmenau auch unter Tage etwas zu bieten: Das Schaubergwerk "Volle Rose" zeigt, unter welch schwierigen Bedingungen Bergleute hier einst schuften mussten. Wo einst die Güterloren rollten, können Besucherinnen und Besucher mit einer Grubenbahn nun rund 360 Meter in den Berg hineinfahren. Auf der etwa halbstündigen Fahrt bekommen sie ein Bild vom einstigen Bergbau und können etwas über den Gewinn von "Flussspat" lernen, wie das Mineral Fluorit in der Bergmannssprache genannt wird. Dabei die Jacke nicht vergessen! Im Inneren des Berges fällt die Temperatur schnell auf zehn Grad.

Nach der Bergwerksführung kann es dann auf Schienen weitergehen: Mit der historischen Feldbahn lässt es sich auf einer Rundfahrt durch das Schortetal entspannen. Wer sich lieber bewegt, kann die nahen Wanderwege erkunden – und mit ihnen das Biosphärenreservat Thüringer Wald.

Mehr Informationen zum Schaubergwerk "Volle Rose" Adresse:
Schorte-Bergwerk 1
98693 Ilmenau

Navi-Einstellung:
Schortestraße 57
98693 Ilmenau

Öffnungszeiten:
1. April bis 31. Oktober
Montag: geschlossen
Dienstag bis Freitag: 9 bis 16 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertag: 10 bis 18 Uhr

Einlass ist immer zur halben und vollen Stunde, letzter Einlass eine Stunde vor Schließung.

Preise:
Erwachsene und Kinder bis 14 Jahre
Bergwerk - 9 Euro / 6 Euro
Feldbahn - 6 Euro / 3 Euro
Kombikarte- 14 Euro / 9 Euro

Achtung: Für Kinder unter drei Jahren sowie Menschen mit Klaustrophobie ist kein Besuch möglich.

Eine Internetpräsenz befindet sich im Aufbau. Telefonnummer: +49 3677 4667734

Saalfelder Feengrotten

Am Rande des Thüringer Schiefergebirges, im Südwesten der Stadt Saalfeld, liegen in der Tiefe des Berges die Saalfelder Feengrotten verborgen. Vor über hundert Jahren wurde die Höhle als Sehenswürdigkeit eröffnet. Entdeckt wurde die Tropfsteinhöhle durch einen Zufall. Jahrhundertelang hatten Bergleute im Saalfelder Bergwerk "Jeremias Glück" Alaunschiefer abgebaut. Im Jahr 1910 wagten sich Wissenschaftler auf der Suche nach Heilwasser noch einmal in die alten Stollen vor – und stießen auf die Tropfsteinwelt, die das mineralhaltige Tropf- und Quellwasser seit der Schließung des Bergwerks geschaffen hatte.

Die Grotten leuchten in blau, rot, gelb und verschiedenen Brauntönen. Die größten und schönsten Tropfsteine finden sich im Märchendom. Die hohe Decke dieser farbenprächtigen und größten Grotte wölbt sich über einen See wie das Dach eines Domes. Hier gibt es Tropfsteine, die zwei Meter lang und schon 250 Jahre alt sind. Neben dem Schaubergwerk gibt es in Saalfeld auch den Abenteuerwald "Feenweltchen", der Kinder zum Toben und Spielen einlädt. Im Erlebnismuseum "Grottoneum" kann man die Entstehung des Bergwerks multimedial erfahren und Kinder können an Mitmachstationen selbt aktiv werden.

Feengrotten Saalfeld
Märchenhafte Tropfsteinwelt: Die Saalfelder Feengrotten Bildrechte: imago/Schöning

Mehr Informationen zu den Saalfelder Feengrotten Adresse:
Feengrottenweg 2
07318 Saalfeld

Öffnungszeiten:
10 bis 17 Uhr
Führungen alle 20 bis 30 Minuten

In den Schulferien werden spezielle Führungen für Kinder angeboten.

Eintritt:
Kombiticket 19 Euro
Kinder 4 bis 16 Jahre 14 Euro
Kinder 1 bis 3 Jahre 2 Euro
(Empfohlen für Kinder ab 4 Jahre)

Die Temperatur in der Grotte beträgt 8 bis 10 Grad.

Parkplatz vorhanden. Vom Bahnhof Saalfeld fährt ein Bus zu den Feengrotten.

Schleußingen: Naturhistorisches Museum

Der thüringische Bergbau hat viele Facetten: von der Goldgewinnung über den Kobalt- bis hin zum Uranabbau. Im Naturhistorischen Museum Schleusingen kann man diese Geschichte mithilfe von vielen Mineralien entdecken. Kinder freuen sich hier nicht nur über funkelnde Edelsteine, sondern auch über die Ausstellung "300 Millionen Jahre Thüringen", die mit Skelettrekonstruktionen und Modellen von Dinosauriern begeistert. Dazu passend gibt es einen Museumsführer für Kinder. Lohnenswert ist auch der Aufstieg zum Aussichtsturm, von oben hat man einen tollen Blick auf den Thüringer Wald. Das Museum liegt in Schloss Bertholdsburg, mitten in Schleußingen. Der Marktplatz ist nicht weit entfernt – dort kann man sich im Anschluss ein Eis gönnen.

Der lebensgroße Kopf eines Tyrannosaurus rex ist in der Ausstellung «Lebende und versteinerte Saurier»im Museum Schloss Bertholdsburg hinter einer Besucherin zu sehen.
Der lebensgroße Kopf eines Tyrannosaurus rex im Museum Schloss Bertholdsburg in Schleußingen Bildrechte: dpa

Mehr Informationen zum Naturhistorischen Museum Schleußingen Adresse:
Schloss Bertholdsburg Schleusingen
Burgstraße 6
98553 Schleusingen

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag, 9 bis 17 Uhr
Sa bis So sowie an Feiertagen, 10 bis 18 Uhr

Eintritt:
Erwachsene 6 Euro
Kinder 6 bis 16 Jahre 4 Euro

Parken ist nicht direkt am Schloss, sondern nur in der Stadt möglich.

Schmiedefeld: Schaubergwerk Morassina

Zwischen Neuhaus am Rennweg und Saalfeld an der Saale liegt die ehemalige Bergarbeitersiedlung Schmiedefeld. Das Schaubergwerk Morassina erinnert an die lange Tradition des Eisenerzabbaus der Region, die bis ins Mittelalter zurückreicht – im Rahmen einer Führung kann man das Bergwerk erkunden. Besondere Höhepunkte sind die zahlreichen unterirdischen Grotten, etwa die farbenfrohe Märchengrotte oder der "Rokokosal" mit den größten Tropfsteinen. Für Kinder gibt es eine Reihe von Spezialführungen, die zum Beispiel zu einer Schatzsuche in den Grotten einladen. Zurück über Tage kann man die Beine in einem Kneipp-Tretbecken entspannen oder über einen Barfußpfad laufen. Eine Gaststätte mit Sonnenterasse lädt zu einer Pause ein.

Schaubergwerk Morrasina
Eine der unterirdischen Grotten im Schaubergwerk Morassina Bildrechte: imago/PantherMedia / Heiko Eschrich

Mehr Informationen zum Schaubergwerk Morassina Adresse:
Schwefelloch 1
07318 Saalfeld, Schmiedefeld

Öffnungszeiten:
1. April bis 31. Oktober
Montag bis Freitag, 9 bis 17 Uhr
Samstag und Sonntag, 10 bis 17 Uhr

1. November bis 31. März
11 bis 15 Uhr

Eintritt:
10 Euro, Kinder 7,50 Euro

Führungen werden individuell zwischen 10 und 16 Uhr angeboten.

Parkplatz vorhanden.

Ronneburg: Neue Landschaft

Die Neue Landschaft Ronneburg in Ostthüringen wurde 2007 anlässlich der Buga in Gera angelegt: Eine 800 Hektar große Fläche, einst Uranerzbergbaugebiet, wurde zum Landschaftspark umgestaltet. Insbesondere das Gessental, ein circa sieben Kilometer langes Seitental der Weißen Elster, das von der Ronneburger Hochfläche bis zur tiefer gelegenen Elsteraue bei Gera-Pforten​ reicht, ist ein ultimativer Wandertipp.

Mehrere Highlights sorgen für Abwechslung bei der Wanderung – etwa die Drachenschwanzbrücke, der Klimaerlebnispfad oder die begehbare Landkarte mit Grubengeleucht auf der Schmirchauer Höhe. Kinder können sich besonders auf die Spielplätze entlang des Weges freuen. Möglichkeit für ein Familienpicknick bietet die längste Sitzbank der Welt auf den Lichtenberger Kanten: dabei handelt es sich um drei Terrassen, die den gigantischen Maßstab des ehemaligen Tagebaurestloches Lichtenberg erahnen lassen.

Drachenschwanzbrücke auf dem Gelände Neue Landschaft bei Ronneburg
Bildrechte: imago images/CHROMORANGE

Mehr Informationen zur Neuen Landschaft Ronneburg Adresse:
Weidaer Straße 40
07580 Ronneburg

Gebührenpflichtige Parkplätze in der Grobsdorfer Strasse und in der Forststrasse.

Eintritt:
Ab 16 Jahre 1 Euro

Weimar: "Ich hasse die Natur"

Die Ausstellung "Ich hasse die Natur" im Schiller-Museum Weimar thematisiert die extremen Folgen des Tagebaus für die Natur. Familien mit älteren Kindern können hier kritisch auf das Verhältnis zwischen Mensch und Umwelt schauen. Dabei wird die Natur in dieser Ausstellung nicht nur als zerbrechlich gezeigt, sondern auch als Bedrohung – zum Beispiel in Form eines großen Schleimpilzes am Eingang des Museums. Das provoziert und regt zur Diskussion an. Ein besonderer Höhepunkt ist "die Arena": ein runder Raum, ausgeleuchtet von elf Beamern. Die 360-Grad-Projektion reagiert sensibel darauf, wie viele Leute dazukommen – und die Landschaft verwandelt sich entsprechend. Das Schiller-Museum liegt in der Innenstadt von Weimar, gleich gegenüber gibt es ein Eiscafé.

Lichtprojektion "Die Arena"
"Die Arena" in der Weimarer Ausstellung zeigt eindrücklich, wie sehr der Mensch nur durch seine Anwesenheit die Umgebung beeinflusst. Bildrechte: André Kühn

Mehr Informationen zur Ausstellung Ausstellung "'Ich hasse die Natur!' Mensch, Natur, Zukunft"
Schillermuseum Weimar

Adresse:
Schillerstraße 12
99423 Weimar

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag, 09:30 bis 18 Uhr

Eintritt:
6 Euro, ermäßigt 4 Euro
Kinder bis 16 Jahre frei

Es gibt mehrere Parkmöglichkeiten in der Innenstadt. Vom Hauptbahnhof Weimar ist das Museum per Bus zu erreichen.

Walldorf: Sandstein- und Märchenhöhle

In Walldorf bei Meiningen liegt die Sandstein- und Märchenhöhle – eine 65.000 Quadratmeter große Höhle, die beim Abbau von Sand erschaffen wurde. Das unterirdische Labyrinth wurde zu einem Schaubergwerk, das vor allem Kinder begeistert. Beim Rundgang unter Tage gibt es zahlreiche, liebevoll gestaltete Märchenfiguren zu entdecken. Zudem erfährt man in der Führung etwas über Leben und Arbeit der Sandmacherfamilien und sieht dabei rechts und links des Weges Figuren und Szenen aus dem Alltag der Bergleute. Im Anschluss kann man über Tage einen Imbiss, Kaffee und Kuchen oder ein Eis genießen.

Figuren in der Märchenhöhle in Walldorf
Figuren in der Märchenhöhle in Walldorf Bildrechte: IMAGO / imagebroker/siepmann

Mehr Informationen zur Sandstein- und Märchenhöhle Walldorf Adresse:
An der Sandsteinhöhle 4
98617 Meiningen, OT Walldorf

Öffnungszeiten:
April und Mai, September und Oktober
täglich, 10 bis 17 Uhr

Juni bis August
täglich, 10 bis 18 Uhr

Eintritt:
7 Euro, Kinder von 3 bis 14 Jahre 3,50 Euro

Ein Parkplatz ist vorhanden. Walldorf ist mit der Regionalbahn zu erreichen.

Übersicht: Mehr Bergbauorte für Familien mit Kindern

Ausflugstipps rund ums Thema Bergbau

Mehr Ausflüge in Thüringen

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 19. Juli 2021 | 07:10 Uhr

Abonnieren

Kultur

Katrin Schumacher mit Audio
MDR Literaturexpertin Katrin Schumacher reist nach Brünn und Prag, um wichtige tschechische Autoren im Vorfeld der Leipziger Buchmesse zu treffen. Bildrechte: MDR/Uwe Mann, honorarfrei