Ausstellung Burg Posterstein zeigt Gartenkunst vom Mittelalter bis heute

Im Museum Burg Posterstein in Thüringen gibt es eine neue Ausstellung zu sehen: "#GartenEinsichten: 'Wie der Gärtner, so der Garten' – Gartenkultur als Spiegel der Gesellschaft". Die Sonderschau widmet sich der Frage, welche Rolle historische Gärten im Altenburger Land spielten und spannt den Bogen in die Gegenwart: Fünf Instagramer aus der Region zeigen Gärten aus ihrer Perspektive. Mit dem Hashtag #Garteneinsichten können Sie selbst Teil der Ausstellung werden und ergründen, was Ihr Garten über Sie aussagt.

Burg Posterstein
"Zeige mir Deinen Garten und ich zeige Dir, wer Du bist" – diesem Motto folgt das Museum Burg Posterstein in seiner aktuellen Sonderschau. Bildrechte: Museum Burg Posterstein

Während in Erfurt die Bundesgartenschau stattfindet, wollen sich auch Museen des Altenburger Landes mit der Geschichte des Gartens befassen. Eine Kooperation des Residenzschlosses Altenburg, des Lindenau-Museums, des Naturkundemuseums Mauritanium und des Museums Burg Posterstein will aufzeigen, wie historische Gärten das Landschaftsbild und die Gesellschaft geprägt haben.

Burg Posterstein 5 min
Bildrechte: Museum Burg Posterstein

MDR KULTUR - Das Radio Do 10.06.2021 18:00Uhr 04:47 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Burg Posterstein 5 min
Bildrechte: Museum Burg Posterstein

MDR KULTUR - Das Radio Do 10.06.2021 18:00Uhr 04:47 min

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Von Bauerngärten bis Urban Gardening

Auf Burg Posterstein ist daher in diesen Wochen eine der Ausstellungen zu historischen Gärten im Altenburger Land zu sehen. Die Ausstellung #Garteneinsichten mit dem Untertitel "Wie der Gärtner, so der Garten" widmet sich der Frage, wie Gärten in ihrer Form und Funktion auch immer ein Spiegel der Gesellschaft waren.

Christiane Nienhold
Die Erfurter Gartenarchitektin Christiane Nienhold Bildrechte: MDR/Ole Steffen

Wir stellen – vom Bauerngarten bis zum Urban Garden der heutigen Zeit – die Gärten aus 1.500 Jahren Zeitgeschichte vor. Kurz beschrieben und immer im Zusammenhang mit den gesellschaftlichen Entwicklungen der Zeit.

Christiane Nienhold, Co-Kuratorin und Gartenarchitektin

Bei der Ausstellung geht es auch um die Frage, wie der Garten der Zukunft aussehen soll. Welche Bedürfnisse müssen Gärten künftig erfüllen? Schlägt Effizienz irgendwann Natürlichkeit? Schon jetzt sieht man vielerorts Schotter- und Steingärten statt blühendem Zier- und Nutzgarten. Ist das zu bedauern oder schlichtweg eine weitere Facette dessen, was "Garten" sein kann? Die Ausstellung will dazu anregen, über diese Fragen nachzudenken.

Historische Gärten im Altenburger Land

Blumenbeete im Vorgarten
Noch heute gestalten viele Altenburger ihre Gärten nach historischem Vorbild. Bildrechte: MDR/Ole Steffen

In Posterstein stehen zwei Gartenformen im Fokus: Die Bauerngärten und die Gärten der Rittergüter. Co-Kuratorin Christiane Nienhold hat sich mit der Geschichte der Bauerngärten im Altenburger Land befasst. Sie haben sich in ihrer Form an den frühen Klostergärten orientiert. "Das hängt damit zusammen, als im 12. Jahrhundert die Altenburger Region Reichsland wurde und Klöster eingeführt wurden – vorher war das slawisch besiedelt", sagt Nienhold.

Die Klöster mit ihren Kreuzgängen und dem grünen Rasen, die Aufteilung ihrer Gärten in einen Obst-, Gemüse- und Kräutergarten – das ist an den Höfen der Bauern kopiert worden.

Christiane Nienhold

Schlösser, Rittergüter und ihre Gärten

Ausstellung GartenEinsichten Burg Posterstein
Bauerngärten und Rittergüter stehen bei der Sonderschau im Fokus. Bildrechte: Museum Burg Posterstein

Als zweite Form werden die zu Schlössern und Rittergütern zugehörigen Gärten beleuchtet. Ein Highlight der Ausstellung ist dabei der landschaftliche Park des Schlosses Tannenfeld. Vor gut 200 Jahren ist er von der Herzogin von Kurland angelegt worden. Über 50 Rhododendronarten sind dort noch heute zu bestaunen.

1899 gründete Arthur Tecklenburg ein Sanatorium für "Gemüts- und Nervenkranke" auf dem Gelände und erweiterte die Parkanlage um Nutzgärten, "um ein autarke Versorgung der Patienten zu ermöglichen", so Nienhold. Nach dem Besuch in der Ausstellung ist der Ausflug in den Schlosspark Tannenfeld nur eine 15-minütige Autofahrt entfernt. So kann das Ausstellungsobjekt direkt in natura betrachtet werden.

SchlossparkTannenfeld
Schlosspark Tannenfeld in der Thüringer Gemeinde Löbichau. Bildrechte: Museum Burg Posterstein

Mitmachaktion auf Instagram und Twitter #Garteneinsichten

Zur Ausstellung gehört auch der Hashtag #Garteneinsichten. Hobbyfotografinnen und -fotografen können darunter auf allen gängigen sozialen Medien Fotos, Videos oder Blogbeiträge veröffentlichen. Das Material wird von Co-Kuratorin Marlene Hofmann ausgewertet und im Laufe der Zeit in die Ausstellung integriert. Außerdem soll auf der Website eine Auswahl der zugespielten Beiträge veröffentlicht werden.

Wir bitten die Leute, uns ihre Lieblingsgärten zu zeigen; uns zu sagen, warum sie denn gerne gärtnern, warum sie gerne in Parks spazieren gehen und wie der Garten der Zukunft aussehen könnte.

Marlene Hofmann, Co-Kuratorin

Burg Posterstein

Mitten im Altenburger Land thront die Burg Posterstein. Um 1191 entstanden, ist sie durch Um- und Überbauten im Laufe der Jahrhunderte zu einem beliebten Ausflugsziel geworden. Seit 1952 beherbergt sie das "Museum Burg Posterstein".

Die Ausstellung #GartenEinsichten:
"Wie der Gärtner, so der Garten" –
Gartenkultur als Spiegel der Gesellschaft

2. Mai bis 14. November 2021

Museum Burg Posterstein
Burgberg 1, 04626 Posterstein

Öffnungszeiten:
Dienstag-Sonntag, Feiertag: 10-17 Uhr

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 10. Juni 2021 | 18:05 Uhr

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