Ausblick Wie wird das Kulturjahr 2021 in Sachsen-Anhalt?

Niemand kann mit Gewissheit sagen, wie das Jahr wegen Corona kulturell tatsächlich aussehen wird. Dennoch stehen große Dinge an, entweder verschoben aus dem Vorjahr oder genauso geplant. Vom Domjubiläum in Merseburg bis zur großen Sonderausstellung rund um die Himmelsscheibe von Nebra – ein Vorausblick, was Sachsen-Anhalt 2021 erwarten könnte.

Stadtansicht Merseburg - Merseburger Dom St. Johannes und St. Laurentius Straße der Romanik einstige Pfalz- und Bischofsstadt Merseburg
Tausend Jahre Merseburger Dom – 2021 soll das Jubiläum gefeiert werden Bildrechte: imago images / Steffen Schellhorn
Außenansicht des Merseburger Doms 4 min
Bildrechte: MDR/Christiane Fritsch
Außenansicht des Merseburger Doms 4 min
Bildrechte: MDR/Christiane Fritsch

Eröffnung der Anhaltischen Gemäldegalerie

Wenn alles gutgeht, wird 2021 für Sachsen-Anhalt tatsächlich ein Jahr mit großen Ausstellungen und auch Musik- und Theaterfestivals. Ein Highlight ist die für Mitte Mai geplante Eröffnung der sanierten Anhaltischen Gemäldegalerie im Schloss Georgium in Dessau. Der Bau ist fertig – nun werden noch die Gemälde für die neue Präsentation aufgehängt.

Blick auf das Schloss Georgium.
Das Schloss Georgium öffnet wieder als Ort der Anhaltischen Gemäldegalerie. Bildrechte: dpa

"Die Welt der Himmelsscheibe von Nebra"

Ein weiterer Höhepunkt folgt Anfang Juni – die verschobene Landesausstellung befasst sich einmal mehr mit der Himmelsscheibe und ihrem kulturellen Kontext. Eine großangelegte Kooperation mit dem British Museum, erzählt der Chef vom Museum für Vor- und Frühgeschichte in Halle, Harald Meller: "Die Leute erwartet eine überwältigende Präsentation der besten bronzezeitlichen Funde Mitteleuropas und Europas. Man wird Dinge sehen und Goldschätze, die noch nie gezeigt wurden, Funde aus dem britischen Museum aus Heraklion, aus dem Libanon."

Die Himmelsscheibe von Nebra steht in einer Glasvitrine
Die Sonderausstellung in Halle, rund um die Himmelsscheibe von Nebra, ist ab dem 4. Juni 2021 geplant. Bildrechte: dpa

1.000 Jahre Merseburger Dom

Von der Bronzezeit geht es dann ins Mittelalter: Zuerst in Merseburg, denn dort wurde vor 1.000 Jahren der Dom geweiht, einer der bedeutendsten Kathedralbauten Deutschlands und Lieblingsort des einzigen heiliggesprochenen Kaiserpaars, Heinrich II. und Kunigunde. Daran möchte man mit einem ganzen Festjahr erinnern, sagt Stiftkustos Holger Kunde: "Unser Ziel ist es, so viele Menschen wir möglich mit diesem wunderbaren Dom in Beziehung zu bringen, dass sie ihn als Symbol anerkennen für Kulturgeschichte. Deswegen sind wir so daran interessiert, ein Fest auf die Beine zu stellen, was ganz Merseburg, aber auch die Region auf den Dom aufmerksam macht. Wir machen tolle Veranstaltungen, gemeinsam mit der Stadt, der Hochschule und Vereinen natürlich."

Ladegast-Orgel im Merseburger Dom
Der Merseburger Dom wurde im Jahr 1021 geweiht. Bildrechte: Eckehard Schulz/dapd

Jubiläum der Prämonstratenser in Magdeburg

Eine weitere große Ausstellung, die noch dazu etliche Korrespondenzregionen miteinbezieht, gibt es ab September in Magdeburg. Im Kulturhistorischen Museum widmet man sich dem 900-jährigen Jubiläum des Prämonstratenser-Ordens.

Der Begründer Norbert von Xanten war später Erzbischof von Magdeburg – auch das wird Thema sein, verspricht Musemschefin Gabriele Köster: "Magdeburg war in der Zeit des heiligen Norbert ein Zentrum der Prämonstratensischen Bewegung. Er hat natürlich seinen Orden auch mit hierher geholt. Das Kloster Unser Lieben Frauen ist dann zu einem ganz wichtigen Stützpunkt der Prämonstratenser geworden, und von hier aus gab es wiederum Ausgründungen, nach Norden und Osten. Das versuchen wir, mit unserem Zentrum für Mittelalterausstellungen wieder sichtbar zu machen und regen Menschen von hier und Touristen an, sich auf die Spur der Prämonstratenser im Land zu begeben."

Kloster Unser Lieben Frauen Magdeburg
Das Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg war ein wichtiger Stützpunkt der Prämonstratenser. Bildrechte: imago images/Westend61

Figurentheaterfestival in Magdeburg

Zudem darf die Landeshauptstadt mit zwei weiteren kulturellen Höhepunkten rechnen: So wurde wegen Corona auch das Internationale Figurentheaterfestival "Blickwechsel" auf 2021 verschoben. Vom 26. Juni bis 3. Juli sollen, so die Pandemie es zulässt, 32 Companies aus zehn Ländern ihre Produktionen zeigen. Der künstlerische Leiter vom Puppentheater Magdeburg Frank Bernhardt frohlockt: "Wir werden im gesamten Festivalprogramm circa 60 Vorstellungen präsentieren, die sich auseinandersetzen mit den aktuellen ästhetischen Entwicklungen des Genres. Das ist sowohl die Arbeit im digitalen Medium, als auch die klassische Theaterpuppe. Das Festival steht unter dem Motto 'Beste Freunde', insofern wird es auch ein Wiedersehen geben mit legendären Inszenierungen der letzten 18 Jahre Blickwinkel-Festival."

Pressefoto zum Internationalen Figurentheaterfestival "Blickwechsel"
Beliebte Puppen aus Magdeburg beim Figurentheaterfestival "Blickwechsel" Bildrechte: Internationales Figurentheaterfestival Blickwechsel 2014

Dann gibt es im Juni noch mal große Open-Air-Unterhaltung: Das Magdeburger Theater plant zumindest das preisgekrönte Musical "Hairspray" auf dem Domplatz zu zeigen. Spritzige Musik, eine lebensfreudige Protagonistin, die ihren Traum verwirklicht und damit sicher für gute Laune sorgt.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 04. Januar 2021 | 07:10 Uhr

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