Kulturministerkonferenz hat entschieden Chemnitz freut sich über die endgültige Kulturhauptstadt-Zusage

Die Kulturministerkonferenz hat sich einstimmig für Chemnitz als Kulturhauptstadt 2025 entschieden. Nun erfolgt die Umsetzung, unterstützt durch 50 Millionen Euro von Bund und Land. Zunächst solle eine GmbH gegründet werden. Und auch gebührend gefeiert soll die Entscheidung für Chemnitz, sobald es die Coronalage zulässt.

Blick auf den Eingang des  Kulturhauptstadtbüro mit dem Logo "Chemnitz 2025"
Der Eingang des Kulturhauptstadtbüros mit dem Logo "Chemnitz 2025" Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Nun ist es endgültig beschlossen, Chemnitz wird im Jahr 2025 Europäische Kulturhauptstadt. Die Kulturministerkonferenz votiert am Montag einstimmig für die sächsische Kommune und folgte damit dem Votum einer europäischen Expertenjury. In der Stadt ist der Jubel und die Erleichterung groß, gab es doch in der Presse Kritik.

Ja, wir waren schon sehr erleichtert. Das kann man ja ganz unumwunden zugeben. Auch wenn wir sehr optimistisch in den Tag gegangen sind, weil wir wussten ja, dass wir eine gute Bewerbung abgegeben hatten.

Matthias Nowak, Pressesprecher der Stadt Chemnitz

Unstimmigkeiten entkräftet

Vorgeworfen wurde unter anderem in einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung Intransparenz bei der Vergabe und eine merkwürdige Verflechtungen einer Riege von Kulturmanagern und Beratern, die für verschiedene Städte in verschiedenen Funktionen tätig waren.

Das Karl-Marx-Monument in Chemnitz in der blauen Stunde des Tages.
Chemnitz ist architektonisch durch die DDR-Zeit geprägt Bildrechte: dpa

Das richtete sich weniger gegen Chemnitz als gegen das gesamte Verfahren, sagt auch der Pressesprecher der Stadt Chemnitz, Matthias Nowak. Er hält diese Verfahrenskritik für völlig legitim und verweist darauf, dass sich die Kulturministerkonferenz bei der EU dafür einsetzen wolle, dass das Verfahren in Zukunft transparenter wird. Gleichzeitig verweist Nowak darauf, dass alle Kandidatenstädte die Spielregeln kannten und alle die gleichen Voraussetzungen hatten.

Ein Mann im Interview
Matthias Nowak Bildrechte: mdr

Alle kannten die gleichen Spieler in diesem Spiel und wenn man einen Titel gewinnen will, braucht man auch mal einen guten Trainer. Und unser Team hat es geschafft!

Matthias Nowak, Pressesprecher der Stadt Chemnitz

Gesonderte Auflagen der Kulturministerkonferenz gab es für Chemnitz nicht, die Stadt geht also mit dem Bewerbungskonzept unter dem Motto "C the Unseen - European Makers of Democracy", mit dem sie auch im Oktober gewonnen hatten, an den Start. Und mit 50 Millionen Euro,  jeweils 25 Millionen Euro von Bund und Land.

Arbeit wird konkret

Nun müssen Strukturen geschaffen werden, so Nowak, darunter eine in den nächsten Monaten zu gründende GmbH, die dann federführend das Projekt übernehmen wird. Diese werden eng verzahnt mit den Stadtleuten und mit dem Kulturamt in der Stadt arbeiten, so dass es da Hand in Hand weitergehen wird, erläutert er weiter: "Und dann werden wir diesen Bewerbungsprozess sozusagen, der ja schon in der Bewerbungsphase sehr stark von bürgerlichem Engagement gelebt hat, sozusagen wieder auf die Stadtgesellschaft mit der Stadtgesellschaft gemeinsam ausrollen, um allen Gästen, die dann 2025 die europäische Kulturhauptstadt Chemnitz sehen, ein wunderbares Erlebnis zu verschaffen."

Der Kultursonderzug für die Bewerbung der Stadt Chemnitz zur Kulturhauptstadt Europas 2025 steht auf dem Hauptbahnhof Chemnitz
Ein Kultursonderzug für die Bewerbung der Stadt Chemnitz zur Kulturhauptstadt Europas 2025 Bildrechte: dpa

Die durch die Pandemie nicht mögliche Feier des Titelgewinns soll nachgeholt werden, verspricht Nowak – möglichst noch in diesem Jahr, so es die Coronalage zulässt.

Das mehrjährige und mehrstufige Verfahren zur Auswahl der deutschen Kulturhauptstadt Europas 2025 ist nun mit dem Votum für Chemnitz zu einem guten und erfolgreichen Abschluss gekommen.

Klaus Lederer, Vorsitzende der Kulturministerkonferenz

Zwei Städte werden Europäische Kulturhauptstadt 2025

Um den Titel Europäische Kulturhauptstadt 2025 hatten sich mehrere deutsche Städte beworben, Chemnitz setzte sich unter anderem gegen Hannover, Hildesheim, Magdeburg und Nürnberg durch. Die zweite Europäische Kulturhauptstadt 2025 stellt Slowenien mit Nova Gorica & Görz.

Europäische Kulturhauptstadt Chemnitz

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Karl-Marx-Denkmal
Welche Geschichte steckt hinter der riesigen Fläche in Chemnitz rund um den berühmten Karl-Marx Kopf? Unsere Städte erzählen Geschichten. Jedes Haus, jeder Platz hat seine eigene. Viele davon sind verbunden mit dem Krieg. Bildrechte: MDR

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 11. Januar 2021 | 17:40 Uhr

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MDR Literaturexpertin Katrin Schumacher reist nach Brünn und Prag, um wichtige tschechische Autoren im Vorfeld der Leipziger Buchmesse zu treffen. Bildrechte: MDR/Uwe Mann, honorarfrei