Veranstaltungsmarathon Turbostart: Magdeburger Kultursommer will die lokale Szene beleben

Unter dem Motto "Auf die Plätze!" wird in Magdeburg über mehrere Wochen ein Fest voller Open Air-Veranstaltungen geplant. An 18 verschiedenen Orten soll es Konzerte, Kabarett, Comedy und Theater geben. Da so auch die durch die Krise stark betroffenen Künstlerinnen und Künstler unterstützt werden, wird das Projekt von der Kulturstiftung des Bundes mitfinanziert.

Magdeburg ist in Sachsen-Anhalt, sogar in ganz Mitteldeutschland, die Stadt mit den meisten Sonnentagen im Jahr – so zumindest die Statistik. In Pandemie-Zeiten will sich die Hauptstadt das zunutze machen und plant zahlreiche Veranstaltungen unter freiem Himmel. Diese mehr als 100 Tage voller Konzerte, Theater-Vorstellungen und Comedy-Auftritten nennen sich "Magdeburger Kultursommer".

Festung Mark
Der Magdeburger Musiksommer wird in der Festung Mark eröffnet. Bildrechte: MDR/Fabian Frenzel

Dafür wurde beispielsweise die Gegend um die Festung Mark komplett zu einer Art Liegewiese umgestaltet mit Sonnensegel, Bühne und Catering. Am Ende ist eine Mischung aus Picknick-Platz, Lounge und Zeltplatz-Disko entstanden. Damit wird das Format der "Picknick-Konzerte", das sich im Corona-Sommer 2020 erfolgreich etabliert hat, fortgesetzt. Auf diese Weise beginnt der Kultursommer mit einem Gastspiel von "Ein Song für Magdeburg", bei dem die verschiedenen Durchhalte-Songs aus den vergangenen Monaten vorgestellt werden.

Magdeburger Musik statt internationale Gäste

Im Magdeburger Stadtteil Salbke starten auch die Songtage mit einer stilistisch bunten Mischung aus Chansons, Songs, Folk, Indiepop und Rock. Anders als in vorherigen Jahren fehlen bei dieser Ausgabe jedoch die internationalen Gäste. Dafür können lokale Bands, Musikerinnen und Musiker umso mehr glänzen und die musikalische Vielfalt der Stadt unter Beweis stellen.

Am Programm kann das Publikum auch erkennen, wie eng die Kulturszene in Magdeburg zusammengewachsen ist: Das Netzwerk Freie Kultur ist während der Krise entstanden. Gemeinsam bespielen sie eine Bühne an der Festung Mark. So wechseln sich Comedians und Songpoeten ab, bis man am Abend Clubsounds und Lichtinstallationen erleben kann.

Auch jenseits dieser Klänge von Club- und Pop-Musik bietet das Programm etwas: Das Theater an der Angel lädt zu einem Theaterspaziergang am Ufer der Elbe ein. Bei der Festung Ravelin können Besucherinnen und Besucher in die Vergangenheit reisen – zumindest musikalisch: Mit Chormusik von Heute bis ins 16. Jahrhundert.

Ravelin 2
Chormusik aus verschiedenen Zeiten gibt es auf der Festung Ravelin. Bildrechte: Sanierungsverein Ravelin 2

Lokale Kultur stärken

Die Menge an Veranstaltungen ist für den Sommer ziemlich ambitioniert, auch weil immer mehr Reisebeschränkungen fallen. Außerdem fehlen bis auf wenige Ausnahmen die großen Namen mit Sogwirkung für das Publikum. Stattdessen steht die Kulturszene der Stadt und der Region im Zentrum – und das soll sie auch. Bisher lässt sich noch nicht erkennen, wie viele Künstlerinnen und Künstler während der Krise ihre Kunst aufgeben und wie viele sich einen Nebenjob suchen mussten, um Essen und Miete zu bezahlen. Das Programm des Kultursommers zeigt nun zumindest die, die noch nicht aufgegeben haben. Gleichzeitig sollen die Projekte noch stärker in die Stadt wirken, direkt in die Stadtteile gehen und die Schwellen so niedrig wie möglich legen, um so bei der Magdeburger Stadtbevölkerung für die eigenen Kulturschaffenden zu werben.

Dafür wurde das Projekt auch von der Kulturstiftung des Bundes finanziert. Deutschlandweit konnten sich Städte mit Freiluftfestivals und -produktionen bewerben. Bis zu 500.000 Euro konnten ausgezahlt werden. Sechs Projekte in Sachsen-Anhalt wurden so finanziert. Doch noch wichtiger als Geld werden am Ende die Besucherinnen und Besucher sein. Denn nur so kommt die lokale Kultur wieder in Schwung – und das ist schließlich das eigentliche Ziel des Magdeburger Kultursommers.

Weitere Informationen Der Magdeburger Kultursommer findet vom 11. Juni bis zum 25. September 2021 an verschiedenen Orten statt.

Mehr Infos zum Programm gibt es auf der Webseite der Stadtverwaltung.

Kultur nach dem Lockdown

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 11. Juni 2021 | 07:40 Uhr

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