Internationaler Museumstag 2022 Diese fünf Museen in Magdeburg sind immer einen Besuch wert

Am 15. Mai 2022 ist Internationaler Museumstag. Der Tag will auf die zahlreichen sehenswerten Museen aufmerksam machen, die nur darauf warten, entdeckt zu werden. Zum Beispiel in Magdeburg. Bei einem Ausflug in die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt sollten Sie auf jeden Fall einen Besuch im Museum einplanen. Oder besser gleich mehrere. Denn hier erwarten Sie Jahrhunderte der Geschichte mit dem Herrscher Otto I. als Lichtgestalt, Gegenwartskunst im Kloster oder ein lebensgroßes Buckelwalmodell. Wir haben eine Auswahl zusammengestellt, deren Besuch das gesamte Jahr über lohnt.

Ausgestopfte Tiere im Museum
Lebensecht präparierte Tiere gibt es im Museum für Naturkunde zu sehen, darunter sogar ein Buckelwalmodell in Originalgröße. Der Besuch des Museums lohnt nicht nur am Internationalen Museumstag 2022, sondern immer. Bildrechte: Magdeburger Museen/Dirk Mahler

Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen

Das älteste erhaltene Bauwerk Magdeburgs ist das romanische Kloster "Unser Lieben Frauen" zwischen Altstadtkern und Elbe. Einmalig ist, dass sich in diesen beeindruckenden Räumen aus dem 12. Jahrhundert ein Kunstmuseum befindet. Die Sammlung umfasst vor allem deutsche und internationale Kunst der Gegenwart, die in den drei Gewölben des Nordflügels ausgestellt wird.

Alle Formen der bildenden Kunst, Malerei und Grafik, aber auch Installation, Fotografie und Video, finden sich in der Ausstellung, die mit eben dieser Vielfalt begeistert. Neben zeitgenössischer Kunst sind Skulpturen der klassischen Antike, mittelalterliche Holzskulpturen und Bildhauerkunst des 19. Jahrhunderts und frühen 20. Jahrhunderts ausgestellt. Besucher können das Museum multimedial erkunden. Die Guides sind neben den üblichen Audios auch mit Bildern, Videos und einem eigens für Kinder zusammengestellten Rundgang ausgestattet.

Eine wie ein Baum geformte Skulptur auf einer Wiese, dahinter ein Gebäude
Eine der Skulpturen des Skulturenparks direkt vor dem Kunstmuseum in Magdeburg, das sich in unmttelbarer Nähe des Doms befindet: "Insel der Puppen" von der Künstlerin Paz Bildrechte: dpa

Vor den Türen des Museums geht es weiter: Im Skulpturenpark sind mehr als 60 Werke zu sehen. Vor allem die Spiegelinstallation "TRANSREFLEX" der Künstlergruppe "realtities:united" sollte man sich anschauen – die Berliner Brüder Tim und Jan Edler haben sich mit digitaler Fassadenkunst einen Namen gemacht. Im Anschluss lädt das Klostercafé zum Verweilen ein.

Weitere Informationen Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen
Regierungsstraße 4-6
39104 Magdeburg

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag, 10 bis 17 Uhr
Sonnabend und Sonntag, 10 bis 18 Uhr
Montag geschlossen

Jahrtausendturm im Elbauenpark

Im Jahr 1999 – also kurz vor der als so magisch wahrgenommenen Jahrtausendwende – wurde die Bundesgartenschau in Magdeburg veranstaltet. Der ganze Elbauenpark wurde neu gestaltet und bepflanzt. Nach der Buga wurde beschlossen, den Park zu einem Erlebnisort für die ganze Stadt umzugestalten. Daher wurde auch der Jahrtausendturm entgegen erster Planungen stehengelassen. Der Architekt Johannes Peter Staub hatte das markante Gebäude entworfen: Ein schiefer Kegel aus Holzbrettern und Folie.

Eine Wiese mit Blumen, dahinter der Elbauenturm, ein Kegel mit herumgehenden Aufstiegsweg
Der Jahrtausendturm im Elbauenpark ist zu einem Wahrzeichen Magdeburgs geworden und ist schon allein architektonisch ein sehenswertes Museum. Bildrechte: Christian Walter aus Magdeburg

Hier wird aber nicht nur von 1.000 Jahren deutscher Geschichte seit Otto I. erzählt, sondern von 6.000 Jahren Menschheitsgeschichte. Auf sechs Etagen werden die wichtigsten technischen Errungenschaften der Menscheit in Technik und Forschung gezeigt. Wichtig war den Ausstellungsmachern, dass hier nicht nur theoretisch von der Entwicklung erzählt wird, sondern die Besucherinnen und Besucher die Technik erleben können. Und wer es bis nach oben schafft, kann von der Spitze kann den Blick wunderbar über die Stadt schweifen lassen.

Weitere Informationen Jahrtausendturm im Elbauenpark
Tessenowstraße 5a
39114 Magdeburg

Öffnungszeiten:
März: 10 bis 18 Uhr
April: 9 bis 18 Uhr
Mai bis August: 9 bis 19 Uhr
September bis Oktober: 9 bis 18 Uhr
November bis Februar: 10 bis 16 Uhr

Museum für Naturkunde

Ein sechs Meter langer Saurier, ein Buckelwalmodell in Originalgröße, Giraffen und ein Elefant: all das können große und kleine Besucherinnen und Besucher im Museum für Naturkunde in Magdeburg entdecken. Mit einer Sammlung von über 380.000 Objekten gehört es zu den größten naturkundlichen Museen in Sachsen-Anhalt. Zusammen mit dem Kulturhistorischen Museum befindet es sich im selben Haus.

Unzählige Präparate von Wildtieren stehen im Museum für Naturkunde Magdeburg
Im Museum für Naturkunde Magdeburg gibt es Naturkunde zum Anfassen. Das macht das Museum auch für Kinder so interessant. Bildrechte: dpa

Seit 2015 wird die Sammlung auf über 1.000 Quadratmetern neu präsentiert. Vorher wurde sie über zehn Jahre hinweg modernisiert. Die Dauerausstellung ist in drei Abschnitte gegliedert: "Wunder des Lebens" mit großen Fossilien und Tierpräparaten, "Lebensräume Sachsen-Anhalts", wo interaktive Elemente warten, und "Eiszeitalter – Klimawandel und Evolution bis zur Gegenwart". Darüber hinaus gibt es regelmäßige Sonderausstellungen und in den Ferien Kreativwerkstätten und Führungen für Kinder.

Weitere Informationen Museum für Naturkunde Magdeburg
Otto-von-Guericke Straße 68 -73
39104 Magdeburg

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag, 10 bis 17 Uhr
Samstag und Sonntag, 10 bis 18 Uhr

Dommuseum Ottonianum

Ein großer Dom ist ein Hinweis auf eine lange Stadtgeschichte – so auch in Magdeburg. Dennoch hatte die Otto-Stadt lange kein Dommuseum. Erst nach umfangreichen Ausgrabungen rund um den Dom zu Beginn der 2000er-Jahre wurde in der Stadt beschlossen, dass es nun an der Zeit sei. Das Ottonianum wurde im historischen Bankgebäude gegenüber des Doms eingerichtet, das noch von 1923 stammt.

Das Geschichtsmuseum dreht sich um drei Schwerpunkte: Das Herrscher-Paar Otto I. und Editha, die Entwicklung des Bistums Magdeburg (das Otto I. zur Sicherung seiner Macht an der Elbe installierte) und die Ausgrabungen rund um den Dom. Die Highlights der Dauerausstellung sind unter anderem der Sarg von Königin Editha und ein virtuelles Modell des Doms, das die Baugeschichte der Kirche veranschaulicht.

Eine Statue der Editha aus hellem Stein, sie trägt eine Krone und eine flache Hand vor dem Magen
Die Statue der Editha, der ersten Gemahlin Ottos des Großen, ist eines der Highlights des Dommuseums Ottonianum. Ein Ausflug in dieses Museum lohnt nicht nur am Internationalen Museumstag! Bildrechte: CAB ARTIS

Weitere Informationen Dommuseum Ottonianum
Domplatz 15
39104 Magdeburg

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr

Kulturhistorisches Museum Magdeburg

Als Kaiser Friedrich Museum gegründet, existiert das Kulturhistorische Museum Magdeburg schon seit 1906 – und residiert noch immer in demselben historischen Gebäude. Hier können die Besucherinnen und Besucher die Magdeburger Geschichte kennenlernen, die immer wieder auch Auswirkungen auf Europa hatte. So befindet sich der berühmte Magdeburger Reiter aus der Gotik des 13. Jahrhunderts in dem Gebäude, im mittelalterlich anmutenden Kaiser-Otto-Saal. Dargestellt ist wahrscheinlich Kaiser Otto der Große (Regierungszeit 936-973), die herausragende Gestalt der Magdeburger Geschichte, der man hier immer wieder begegnet.

Statue eines mannes auf einem Pferd, rechts und links daneben jew. eine Frauengestalt
Der berühmte Magdeburger Reiter, neben ihm zwei Jungfrauen Bildrechte: Kulturhistorisches Museum Magdeburg

Aber auch die dunkle Seite der Geschichte wird gezeigt. Wie kaum eine andere Metropole hat die Stadt Magdburg eine umfassende Vernichtung erlebt, die sogar als "Magdeburgisierung" in die Geschichtsbücher einging. 1631 und 1945 wurde sie vollständig zerstört – danach aber auch wieder neu aufgebaut. Dieses Wiederaufblühen ist ebenso Bestandteil der Magdeburger Geschichte und wird im Museum gezeigt.

Wechselnde Sonderschauen beleuchten verschiedene Aspekte der Geschichte der Stadt, von der Lebenswelt des Mittelalters, der Zeit als Preußische Festung, die Ära der Reformation bis zur modernen Geschichte.

Weitere Informationen Kulturhistorisches Museum Magdeburg
Otto-von-Guericke-Straße 68–73
Magdeburg

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag, 10 bis 17 Uhr
Samstag und Sonntag, 10 bis 18 Uhr

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