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Schloss Pillnitz bekommt voraussichtlich ab September 2022 ein besonderes, historisches Karussell. Auch andere Schlösser und Burgen in Sachsen planen neue Angebote für Kinder und Jugendliche. Bildrechte: MDR/Nadine Jejkal

Jahresausblick 2022Sachsens Burgen und Schlösser planen neue spielerische Angebote

Stand: 15. März 2022, 15:21 Uhr

Das Schlösserland Sachsen will 2022 für Familien noch attraktiver werden. So sind etwa auf den Burgen Rochlitz, Mildenstein, Kriebstein und Weesenstein und auf Schloss Pillnitz neue Vermittlungsangebote geplant, vom historischen Karussell über Lanzen- und Armbrust-Spiele bis zu Schatzsuchen in virtueller Realität. Außerdem wollen die Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen stärker auf den Klimawandel reagieren. So sollen Roboter künftig in den Parks beim Gießen helfen.

Das Schlösserland Sachsen will im laufenden Jahr an mehreren Standorten neue spielerische Vermittlungsformen für Familien einführen. Geschäftsführer Christian Striefler sagte MDR KULTUR, etwa ab Mai werde es unter anderem auf den Burgen Rochlitz, Mildenstein, Kriebstein und Weesenstein neue Angebote für Kinder und Erwachsene geben.

Dort seien virtuelle Lanzen- und Armbrust-Spiele geplant: "Beim Lanzenspiel sitzt man auf einer Art Pferdesattel, hat tatsächlich physisch eine Lanze in der Hand (und der andere gegenüber auch). Aber man trifft sich nicht richtig, sondern das wird elektronisch funktionieren", so Striefler. Außerdem werde auch an Tanz-Angeboten gearbeitet.

Virtual Reality auf Burg Kriebstein

Für die Burg Kriebstein kündigte Striefler zudem ein digitales Frage-Antwort-Spiel für Jugendliche und junge Erwachsene an. Mit virtueller Realität sollen die Teilnehmer dabei viel über die Burg erfahren, sie in allen Einzelheiten erkunden oder Schätze finden.

Eine ungewöhnliche Attraktion ist für Schloss Pillnitz geplant: Das Schloss habe im 18. Jahrhundert ursprünglich als "Spielschloss" gedient, so Striefler – deshalb werde dort nach historischem Vorbild wieder eine "Ringrennanlage" aufgebaut, also ein Karussell mit Pferden oder Kutschen. Ziel ist es, während der Fahrt mit einer Art Lanze Dinge zu treffen, die um das Karussell herum stehen. "Das war im 18. Jahrhundert, im Barock, ein sehr beliebtes Spiel", erklärt Striefler. Das Ringrennen soll im September fertig werden.

Die Burg Kriebstein bei Waldheim in Sachsen können Jugendliche bald in virtueller Realität erkunden. Bildrechte: Colourbox.de

Der Klimawandel macht auch dem Schlösserland Sachsen zu schaffen

Ein weiterer Schwerpunkt für die Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH ist die Anpassung an die globale Erwärmung. Davon seien die historischen Gärten sehr stark betroffen, sagte Striefler: "Wir haben da eine exponentiell steigende Zahl von Bäumen, die kaputt sind, in allen großen Gartenanlagen – in Pillnitz, in Großsedlitz, im Großen Garten, in Rammenau, in Altzella." Deshalb seien in den kommenden vier Jahren insgesamt drei Millionen Euro vorgesehen, um die Anlagen an den Klimawandel anzupassen. So werde in Zusammenarbeit mit der TU Dresden untersucht, wie sich die Böden verbessern ließen.

Roboter für die historischen Gärten

Außerdem soll voraussichtlich im Großen Garten eine eigene "Baumuniversität" entstehen, in der neue Bäume für das Schlösserland gezogen werden. Zudem sollen in den Gärten künftig mehr Arbeiten von Robotern übernommen werden. Striefler zufolge sollen Roboter die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter etwa beim Gießen oder der Pflege von Wegen entlasten: "Wir haben in Pillnitz allein an die 300 Kübelpflanzen. Da ist eine Person im Grunde den ganzen Tag mit beschäftigt, oder manchmal sogar anderthalb." Dabei sei es an heißen Tagen eigentlich ohnehin besser, die Pflanzen nachts zu gießen. Allerdings gebe es bislang keine Roboter, die das übernehmen könnten, so Striefler. Deshalb sollen sie nun gemeinsam mit dem Dresdner Barkhausen-Institut entwickelt werden.

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Dieses Thema im Programm:MDR KULTUR - Das Radio | 15. März 2022 | 16:30 Uhr