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Schloss Wernigerode - Märchen, Macht & Liebe

Kleine Gespenster, gute Geister

Schloss Wernigerode: ein Touristenmagnet im Harz

von Beate Gerber und Katrin Schlenstedt, Redaktion DER OSTEN

Stand: 19. Oktober 2021, 12:09 Uhr

Das Wahrzeichen von Wernigerode ist dem Aufstieg von Graf Otto unter Bismarck zu verdanken. Aus der einstigen Burg im Harz machte er Ende des 19. Jahrhunderts ein repräsentatives Märchenschloss, in dem sogar Kaiser Wilhelm II. logierte. Heute lockt Schloss Wernigerode bis zu 200.000 Touristen im Jahr an. Seit der Wende ist aus dem einstigen DDR-"Feudalmuseum" mit Sanierungsbedarf ein wichtiges Ausflugsziel und ein vielseitiger Erlebnisort für Hochzeiten, Konzerte, und vieles mehr geworden.

Ganz gleich, aus welcher Himmelsrichtung man sich dem malerischen Harz-Städtchen Wernigerode nähert – schon von weit her grüßt das Schloss auf dem Agnesberg. Bereits im 12. Jahrhundert als Burg erbaut, erhielt das Gemäuer sein märchenhaftes Antlitz erst Ende des 19. Jahrhunderts. Heute ist Schloss Wernigerode ein Touristenmagnet mit bis zu 200.000 Besucherinnen und Besuchern im Jahr.

Von der Burg zum Schloss Wernigerode

Ihr Wahrzeichen haben die Wernigeröder dem Aufstieg von Graf Otto Stolberg zu Wernigerode (1837-1896) zu verdanken. Er schaffte es unter Bismarck bis zum Vizekanzler und brauchte einen repräsentativen Herrschaftsitz, um die Macht des Adelsgeschlechts derer von Stolberg-Wernigerode auch nach außen zu demonstrieren.

So ließ er das ziemlich marode gewordene Familienanwesen ab 1862 vom Architekten Carl Frühling in das beeindruckende Schloss verwandeln, das heute als Leitbau des norddeutschen Historismus gilt.

Zu den Highlights gehören die Königszimmer, der Rauchsalon und der große Festsaal, gedeckt wie einst beim königlichen Dinner 1890, als Kaiser Wilhelm II. im Schloss logierte.

Die Ursprünge des Schlosses reichen zurück bis ins Mittelalter. Als Burg erbaut, sollte das Gemäuer den Weg der Kaiser auf ihren Jagdausflügen sichern. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Anlage zerstört, Ende des 17. Jahrhunderts als barockes Residenzschloss in Form einer Rundburg neu errichtet.

Schloss Wernigerode: Ausflugsziel, Museum, Event-Location, Film- und Hochzeitskulisse

Christian Juranek, Wernigeröder Schlossherr seit 1997 Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Verantwortung für diesen illustren Ort trägt Christian Juranek. Er ist seit rund zweieinhalb Jahrzehnten der Geschäftsführer – ein moderner Schlossherr, der mit der beeindruckenden Immobilie auch ein facettenreiches Unternehmen zu managen hat: "Wir sind eine GmbH und müssen uns als Museumsbetrieb selber tragen. Das ist relativ einmalig. So ein altes Gebäude, das der Witterung und einfach der Zeit ausgesetzt ist, instand zu halten, ist eine der größten Herausforderungen. Und endlich gibt's die Besucherinnen und Besucher: Die wollen hier ja auch etwas erleben!"

Der große Festsaal, gedeckt wie einst beim Dinner 1890, als Kaiser Wilhelm II. im Schloss Wernigerode im Harz logierte. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Darum kümmert sich Katrin Dziekan. Jeden Morgen erklimmt sie den Berg hinauf zum Schloss zu Fuß oder mit dem Rad. Seit 2014 gehört die studierte Kulturwissenschaftlerin zum Team. An ihrem besonderen Arbeitsplatz organisiert sie Ausstellungen oder betreut Filmteams. Denn sie kennt inzwischen jeden Winkel des Schlosses. Gedreht wurde hier schon zu DDR-Zeiten, 1979 für den sowjetischen Kultfilm "Genau jener Münchhausen". Die romantische Tragikomödie, die damals Millionen Menschen sahen, wirkt offenbar bis heute nach.

Schloss Wernigerode besuchen - alle Informationen

Schloss Wernigerode
Am Schloß 1
38855 Wernigerode

Öffnungszeiten Schlossmuseum:
Montag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr (letzter Einlass 17:30 Uhr)

Die Schlossbahn befördert Gäste im 30-Minuten-Takt auf den Schlossberg.

Hinweis:
Für den Besuch ist keine Voranmeldung und kein Test- oder Impfnachweis nötig.

Im Schloss selbst gelten die üblichen Corona-Regelungen: Abstand halten und Maske tragen.
Eintrittspreise
Erwachsene: 7 Euro
Ermäßigter Eintritt (Schüler, Studierende, Azubi): 6 Euro
Kinder 6 bis 14 Jahre: 3,50 Euro
Kinder unter 6 Jahren freier Eintritt
Familienkarte (Eltern und eigene Kinder bis 14 Jahre): 17,50 Euro

Zum Schlossbesuch können weitere Angebote individuell genutzt werden:
Turm- und Gewölbeführung
Aufschlag pro Person: 5 Euro

Das Schloss ist seit 1999 Teil des sachsen-anhaltischen Projekts Gartenträume. Unterhalb des Schlosses erstrecken sich der Lustgarten und das Kastanienwäldchen – das nördlichste Esskastaniengebiet Deutschlands.

Informationen zur Barrierefreiheit:
Die Anreise zum Schloss ist mit Einschränkungen verbunden; die Schloss- und Bimmelbahnen halten außerhalb des Schlossgeländes. Eine Anfahrt mit einem Privat-PKW ist nur in Ausnahmefällen und nach vorheriger Absprache möglich.

Am einstigen Filmset auf Schloss Wernigerode: Blogger Eugen Miridonow mit einer Kollegin auf den Spuren von Münchhausen Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Deswegen reisen immer noch russische Touristen nach Wernigerode, so wie Blogger Eugen Miridonow, den Katrin Dziekan zu den Originalschauplätzen führt. Kinder suchen hingegen eher "Das kleine Gespenst", das 2012 einzog. Filmfans sehen das Schloss als spannende Kulisse. Musikfreunde lieben das Ambiente der Wernigeröder Schlossfestspiele, die 2021 wieder stattfinden. Verliebte geben sich hier das Ja-Wort. Katrin Dziekan, die selbst auf dem Schloss geheiratet hat, betreut auch die Brautpaare. Bis zu 450 sind es im Jahr.

So ein altes Gebäude, das der Witterung und einfach der Zeit ausgesetzt ist, instand zu halten, ist eine der größten Herausforderungen.

Christian Juranek | Geschäftsführer

Schlosskirche mit frisch restaurierten Bleiglas-Fenstern

Christian Juranek und Ronja Lammers in der historischen Hallenkirche St. Pantaleon und Anna bei der Rückkehr der Fenster Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Vor den Altar treten können sie in der Schlosskirche: St. Pantaleon und Anna wird heute vor allem für Hochzeiten, aber auch Konzerte genutzt. Inzwischen müssen die Gäste auch nicht mehr im Durchzug sitzen. Denn "Schlossher" Christian Juranek hat eine dringliche Aufgabe gemeistert: Die alten Bleiglas-Fenster drohten schon aus der Fassung zu fallen. Im Frühjahr wurden die 150 Jahre alten bunten Scheiben erstmals überhaupt ausgebaut. Die fragile Fracht reiste nach Paderborn in die Werkstatt von Glasmalerin Ronja Lammers.

Meine Arbeit rettet historische Werte, bis es die nächste Generation vielleicht ganz anders machen will.

Ronja Lammers | Glasmalerin

Restauriert kehrten sie im März über das Gerüst an der Außenfassade zurück in die Kirche: "Jetzt ist der Heilige Markus wieder an der richtigen Stelle. Der Wind wird so schnell nicht mehr durchpfeifen. Wir haben eine Sicherheitsverglasung angebracht. Und alles, was wir restauriert haben, kann wieder rückgängig gemacht werden", so Lammers über die Arbeit an dem historischen Puzzle aus Glas. Mit der Bewilligung von rund 1,6 Millionen Euro an Fördermitteln will Juranek nun die ganze Kirche restaurieren. Das sei längst überfällig, sagt er, ehe er sich der nächsten "Baustelle" zuwendet.

Einblicke Die guten Geister von Schloss Wernigerode

Auf dem Agnesberg liegt Schloss Wernigerode. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Im Schlosshof finden ab Ende Juli wieder die Festspiele statt, nach dem coronabedingten Ausfall 2020. Bildrechte: dpa
Die historische Hallenkirche St. Pantaleon und Anna mit ihrem neogotischen Altar und der Kanzel aus französischem Kalkstein wird heute vor allem für Konzerte und Hochzeiten genutzt. Sie wird generalüberholt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Unversehrt und restauriert seit März 2021 wieder zurück in der Kirche sind die Bleiglasfenster. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Auch der Heilige Markus ist wieder an der richtigen Stelle, freut sich Glasmalerin Ronja Lammers. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Glasmalerin Ronja Lammers erklärt ... Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
... wie sie die bunten Glasscheiben vorsichtig wieder zusammenfügt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Im Schreibzimmer des ehemaligen Schlossherrn wartet die nächste potenzielle "Baustelle": Die wertvolle Ledertapete löst sich. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
1877 wurde sie angebracht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Restaurator Lutz Walter ist Fachmann für historische Tapeten und hat eine Werkstatt am Fuße des Schlossberges. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ein spezielles Handdruckverfahren hat er selber entwickelt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Er weiß, historische Tapeten zu restaurieren ... Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
... hat aber auch selber eine für den Eingangsbereich des Schlosses hergestellt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ein guter Geist des Schlosses ist der Polsterer Bernd Fraaß. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Heute hat er ein "Nähzimmer" auf dem Schloss. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Er schneidert Vorhänge, polstert Möbel ... Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
... und er putzt. Die beste Art, ein Schloss kennen zu lernen, wie er findet. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Im großen Festsaal speiste einst Kaiser Wilhelm II., in Szene gesetzt wurde hier zuletzt auch "Das kleine Gespenst". Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Dass das Schloss heute als Erlebnisort überzeugt ... Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
ist auch dem einstigen Landrat Michael Ermrich zu verdanken, der sich das Schloss als GmbH vorstellen konnte. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Bis zu 200.000 Besucher kommen jedes Jahr. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wertvolle historische Ledertapeten erhalten

Eine seiner Tapeten ziert den Eingangsbereich des Schlosses: Lutz Walter in seiner Werkstatt Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Um das alte Gemäuer zu erhalten, braucht der Schloss-Chef Experten, die sich mit den Besonderheiten auskennen. Einer von ihnen lebt gleich am Fuße des Schlossberges: Lutz Walter ist Fachmann für historische Tapeten. In seiner Werkstatt fertigt er sie im originalen Handdruckverfahren. Die Technik hat sich der gelernte Architekt selbst angeeignet, auch durch umfangreiche Studien historischer Literatur in der Weimarer Anna-Amalia-Bibliothek. Seine Werkstatt ist einzigartig in Deutschland, seine Expertise weltweit geschätzt.

Die Ledertapete aus Japan wird begutachtet. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Diesmal ist sie im Schreibzimmer des einstigen Schlossherrn, Graf Otto, gefragt. Walter soll dort den Zustand der besonders wertvollen Ledertapete aus Japan begutachten. Zum Ende des 19. Jahrhunderts ein Must-Have in gehobenen Kreisen. Trotz erster Ablösungserscheinungen an den Rändern kann Walter vorerst Entwarnung geben. Juranek betont: "Alles, was wir hier zeigen, ob die Tapeten oder die Möbel, die ganze Raumgestaltung – es gilt, das alles für die nächsten Generationen zu erhalten. Dementsprechend muss man ständig ein Auge darauf werfen."

Vom Schloss übers "Feudalmuseum" zum Erlebnisort in Wernigerode

Das Schloss, in dem Menschen heute ihrer Fantasie freien Lauf lassen, war einst das Zuhause der Familie zu Stolberg-Wernigerode: Bis in die 1920er-Jahre lebt sie hier. Doch der Unterhalt wird zum Problem. So gibt sie 1929 das Schloss als Wohnsitz auf. Als Museum wird es ab 1930 öffentlich zugänglich für zahlende Besucherinnen und Besucher.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ist Wernigerode sowjetische Besatzungszone. Die Familie zu Stolberg-Wernigerode wird enteignet und flieht nach Hessen.

Die sowjetische Armee zerstört Inventar, das sie als militaristisch wertet, darunter auch Rüstungen oder Gemälde mit Porträts in Uniform.

Schließlich wird das Schloss umgewidmet, zu DDR-Zeiten ist es "Aufklärungs- und Bildungsinstrument", als "Feudalmuseum" soll es aufklären über die Unterdrückung des Volkes durch den Adel. Zunächst auch mit einem Folterkeller, den es in Wernigerode so nie gegeben hat. Als Dokument dieser Ära noch erhalten, ist ein frühes Gemälde von Willi Sitte, das einen Bauern zeigt, der neben der Arbeit noch die Last des Adels zu tragen hat.

Nach der politischen Wende legt der Einigungsvertrag fest, dass Enteignungen nicht rückgängig gemacht werden. Das Schloss wird also nicht an die Familie zu Stolberg-Wernigerode zurückgegeben, der größte Teil des Mobiliars aber restituiert. Umfangreiche Sanierungen sind zu stemmen. Die Räume werden ins 19. Jahrhundert zurückversetzt.

Eigentümerin des Schlosses ist heute die Stiftung Schloss Wernigerode, Geschäftsführer der vom damaligen Landrat Michael Ermrich initiierten GmbH ist seit 1997 Christian Juranek.

Das Ziel: die Vergangenheit in die Zukunft bringen. Dabei soll weder ein verstaubtes Museum noch ein kitschiges Disney-Schloss entstehen, sondern ein Erlebnisort.

Nach der Wende: Neustart mit Keuschheitsgürtel ...

Ihr Wahrzeichen verdanken die Wernigeröder Graf Otto Stolberg zu Wernigerode (1837-1896) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Als Christian Juranek nach der politischen Wende in den 90er-Jahren im Schloss anfing und den Büroschrank öffnete, fand er noch den Nachbau eines Keuschheitsgürtels und einige Aktenordner. Es war kein leichter Start. Zwar legte der Einigungsvertrag fest, dass Enteignungen nicht rückgängig gemacht werden, restituiert wurde der größte Teil des Schloss-Mobiliars aber dennoch.

Was also künftig zeigen in dem Riesenschloss, das überdies stark sanierungsbedürftig war? Weder Kommune noch Land übernahmen wie vielerorts. Der damalige Landrat Michael Ermrich brachte die GmbH-Idee ins Spiel. Eigentümerin des Schlosses ist heute die Stiftung Schloss Wernigerode, Geschäftsführer der GmbH seit 1997 Christian Juranek. Er spricht von der großen Freiheit und Lust, ohne bürokratische Hemmnisse zu arbeiten, kennt aber auch den "Argwohn", dass wirtschaftliche Aspekte die inhaltlichen dominieren. Er findet: "Wir haben gezeigt, dass man den Ausgleich hinkriegen kann."

... und guten Geistern

Bernd Fraaß in seiner Werkstatt auf dem Schloss Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Tatsächlich wurden die Herausforderungen angepackt und die Räume des Schlosses beispielsweise wieder ins 19. Jahrhundert zurückversetzt. Gute Geister wie Bernd Fraaß sorgten dafür, dass das Schloss kein leeres Gemäuer blieb. Als junger Mann träumte er davon, auf dem Schloss zu arbeiten. Das hat er geschafft. Die erste Sitzbank, die er in den 80er-Jahren mit Polstern versah, steht immer noch im Schloss. Inzwischen hat er eine Werkstatt dort, er näht Vorhänge oder Polster, packt überall mit an. Den Raum, wo er einst in mühevoller Klein- und Kratzarbeit die Paneele freilegte, haben seine Kollegen scherzhaft nach ihm benannt.

"Teuer oder Täuschung", das ist immer wieder die Frage

Um spannende Exponate ausstellen zu können, hält Schlossherr Christian Juranek ständig die Augen offen. Bei Auktionen, aber auch, wenn er in Quedlinburg den Antiquitätenhändler Friedrich Häusser besucht, den Fernsehzuschauer aus der ZDF-Sendung "Bares für Rares" kennen. Der studierte Kunstwissenschaftler erklärt: "Wir sammeln, um geschichtliche Objekte für die nächsten Generationen zu sichern. Das ist die Kernaufgabe eines Museums. All die Dinge sind eben nicht einfach tote Materie, sondern die entwickeln ein Eigenleben – und es macht unglaublich viel Spaß, sie zum Leben zu erwecken."

Einmal im Jahr laden die beiden aufs Schloss zu "Teuer oder Täuschung", wo Besucher und Besucherinnen ihre Schätze begutachten lassen können.

Teestunde mit Gräfin Anna

Teestunde mit Gräfin Anna aka Katrin Dziekan Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Unterhaltsame Publikumsveranstaltungen gehören wie die Ausstellungen oder die wissenschaftliche Arbeit zum Selbstverständnis auf Schloss Wernigerode. So lädt Katrin Dziekan als Gräfin Anna zur Teestunde, inspiriert von der Frau des Grafen, die Salonabende veranstaltete, bei denen sich Frauen zu gesellschaftlichen Themen austauschen konnten.

Christian Juranek zeigt sich auch bei diesen Anlässen als moderner Schlossherr. Er schenkt den Damen den Tee ein. Und Bernd Fraaß, der oft wartet, bis der letzte Gast das Schloss verlassen hat, hofft, dass er nicht dem Schlossgespenst begegnet, auf dem Weg zu seinem Lieblingsplatz. Es ist der Turm wegen der atemberaubenden Aussicht über den ganzen Harz.

Film "Schloss Wernigerode - Märchen, Macht & Liebe"

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Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | Der Osten - Entdecke wo du lebst | 10. August 2021 | 21:00 Uhr