Barrierefreiheit Anna-Amalia-Bibliothek: Streit um neugestalteten Eingangsbereich beigelegt

Die Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar
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Der Streit um den Umbau des Foyers der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar scheint beigelegt. Wie die Klassik Stiftung mitteilte, haben sich die Verantwortlichen mit dem Architekten Walter Grunwald auf eine gemeinsame Linie geeinigt.

Zwist um Fliesen und Treppenlift

Hintergrund der Debatte war der derzeitige Umbau des Eingangsbereichs der Bibliothek. Zur Gewährleistung der Barrierefreiheit soll dafür hier ein Treppenlift eingebaut werden, um Menschen mit Behinderung den Zugang zum Gebäude zu ermöglichen. Dafür mussten besondere Bodenfliesen entfernt werden, was Grunwald, der sich für die Sanierung nach dem verheerenden Brand im Jahr 2004 verantwortlich zeigte, nicht gefallen hat.

Gegenseitiges Entgegenkommen

Nach einem Gespräch mit dem Architekten und der Oberen Denkmalbehörde konnten alle Ungereimtheiten nun ausgeräumt werden. So erkenne Grunwald die Notwendigkeit des Treppenlifts und der Verlegung des Besuchereingangs an. Bei anderen Punkten sei man hingegen Grunwald entgegen gekommen – unter anderem sollen nun doch wieder grüne Fliesen im Eingangsbereich verlegt werden. Diese sollen aber, anders als bislang, rutschhemmend sein und entsprechende DIN-Normen erfüllen. Trotzdem die Fliesen nicht historisch belegt sind und deswegen aus Denkmalschutzgründen nicht zwingend nötig seien, habe man sich auf die Interpretation geeinigt, dass die Fliesen Teil der "Heilungsgeschichte" nach dem Brand sind und deswegen zur Bibliothek gehören, wie die Klassik Stiftung mitteilte.

Außerdem einigte man sich bei der Frage zur Lüftung im Renaissancesaal. Hier ist nun nicht mehr geplant, Klimamaschinen direkt im Raum zu platzieren - stattdessen soll die Lüftung über die Südwand erfolgen, was technisch jedoch aber noch abschließend geprüft werden muss.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 15. Januar 2021 | 16:00 Uhr