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Die größte Ziegelsteinbrücke der Welt übers Göltzschtal Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Welterbetag am 6. Juni

Diese Stätten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wollen UNESCO-Welterbe werden

Stand: 06. Juni 2021, 04:00 Uhr

In Sachsen gibt es mit Muskauer Park und Montanregion Erzgebirge zwei Welterbestätten. Auch das Bauhaus und die Lutherstätten in Sachsen-Anhalt oder die Wartburg und das Klassische Weimar in Thüringen können mit dem Titel werben. Doch Potenzial hätten auch die Göltzschtalbrücke im Vogtland, die Stätten des "Meißner Porzellans", die Thüringer Residenzkultur oder das Pretziener Wehr, heißt es. Mit diesen Vorschlägen müssen es die drei Länder aber erstmal auf die deutsche Liste schaffen. Zum Welterbetag am 6. Juni stellen wir ihre Auswahl vor.

Göltzschtalbrücke: Die größte Ziegelsteinbrücke der Welt

Manch einer im Vogtland schwärmt vom achten Weltwunder angesichts der größte Ziegelsteinbrücke der Welt, die in 78 Meter Höhe das Tal der Göltzsch zwischen Reichenbach und Netzschkau überspannt. Als am 31. Mai 1846 mit dem Bau begonnen wurde, waren Züge und Eisenbahnbrücken noch ein neues Phänomen. Eine Verbindung zwischen Leipzig und Hof sollte entstehen. Bis Werdau war die Strecke flach und kein Problem, im Göltzschtal waren 600 Meter in großer Höhe zu queren.

Johann Andreas Schubert, Tagelöhner-Sohn aus Wernesgrün und Konstrukteur der "Saxonia" als erster deutscher Lokomotive, wagte sich an die Aufgabe. Er entwarf eine vierstöckige Brücke, die mit ihren 98 Bögen an antike Bauten aus der Römerzeit erinnert. Nur dass damals keine Züge fuhren, die Statik zu meistern, war eine ungekannte Herausforderung. Die Brücke, die tausende Arbeiter aus 26 Millionen Ziegeln, in fünf Jahren unter Mühen und Opfern errichteten, hält bis heute und ist noch immer als Eisenbahnviadukt in Betrieb. Nach dem Willen des Stadtrats von Reichenbach soll die Göltzschtalbrücke Welterbe werden.

Weitere InformationenGöltzschtalbrücke
08491 Netzschkau

Ein Fußweg führt über das ehemalige Bahngelände Göltzschtalbrücke, der Wanderweg (VPW) geht am rechten Göltzschufer entlang.

Führungen bietet der Fremdenverkehrsverein "Nördliches Vogtland", zu erfragen unter 03765 / 611 99 26.

Anfahrt

auf der A 72 - Abfahrt Reichenbach von Chemnitz kommend
auf der B 94 - von Greiz bzw. Auerbach kommend
auf der B 173 - von Plauen bzw. Zwickau kommend

mit ÖPNV
- Fahrzeiten über TVZ (Tourismus- und Verkehrszentrale Vogtland) oder Mitteldeutsche Regionalbahn, Servicehotline: 0341 / 231 898 288.

Stätten des Meißner Porzellans

Auf der Meißner Albrechtsburg wurde die erste Porzellanmanufaktur Europas gegründet. Bildrechte: MDR/Udo Egelkraut

August der Starke liebte das Porzellan über die Maßen. Erst spät gelang die Herstellung des "weißen Goldes" aus Ton, Quarz und Feldspat außerhalb von China. 1710 wurde die erste Porzellanmanufaktur Europas auf der Meißner Albrechtsburg gegründet. 1722 wurden die "gekreuzten Schwerter" aus dem kursächsischen Wappen zum heute noch weltbekannten Markenzeichen. Die Manufaktur setzte Maßstäbe für Technologie und Gestaltung weit über Sachsen und Europa hinaus, betont der Freistaat und nimmt nun im zweiten Anlauf auf die Welterbeliste.

Die gekreuzten Schwerter als Markenzeichen Bildrechte: dpa

Zu den "Stätten des Meißner Porzellans" gehört neben der Albrechtsburg auch die Festung Königstein. Dort hatte August der Starke den Alchemisten Johann Friedrich Böttger festsetzen lassen, auf dass er Gold herstellt. Gemeinsam mit Ehrenfried Walther von Tschirnhaus gelang Böttger 1708 in Dresden die Erfindung des europäischen Hartporzellans. Porzellan-Stätten sind als Quellen von Kaolin und Kobalt auch die "Weiße Erden Zeche" St. Andreas in Aue oder das Besucherbergwerk "Fundgrube Weißer Hirsch" in Schneeberg wie die Porzellansammlung Augusts im Dresdner Zwinger.

Weitere InformationenAlbrechtsburg Meissen – die erste Produktionsstätte der Porzellanmanufaktur
Öffnungszeiten:
Freitag bis Sonntag: 10 – 18 Uhr
Inzwischen gibt es auch einen virtuellen Rundgang.


Erlebniswelt Haus Meissen
Öffnungszeiten:
Täglich 10 – 17 Uhr

Festung Königstein
Öffnungszeiten:
Täglich 9 – 18 Uhr

Dresdner Zwinger: Porzellansammlung
Aktuell geschlossen

Görlitzer Hallenhäuser: Kaufmannspaläste an der Via Regia

Die Stadt Gölitz feiert 950. Gründungsjubiläum und nimmt die Bemühungen in Sachen Weltkulturerbe wieder auf. Zusammen mit den 33 Hallenhäusern in der Altstadt, wird nun die Bedeutung der Stadt für den Handel in der Frühen Neuzeit stärker betont. Archäologische Funde belegen, wie Waren aus Görlitz über die Via Regia um die Welt gingen. So gibt es Funde von Tuchplomben, sozusagen Garantieurkunden für die Qualität der Görlitzer Tuche, die aufgetaucht sind in Böhmen und Ungarn, aber auch am Zarenpalast in Moskau oder am Nordkap in Norwegen.

Blick auf historische Hallenhäuser am Untermarkt in Görlitz. Bildrechte: dpa

Die großzügigen Kaufmannshäuser, fast Paläste, hatten meist überdachte Innenhöfe, neben der Eingangshalle auch Lagergewölbe oder einen Braukeller, einen Renaissancesaal oder Bohlenstuben und auch eine Kapelle. Als besonderer Haustyp entstanden sie im 15. und 16. Jahrhundert. Entlang der Via Regia breiteten sich ähnliche Bauten an den Marktplätzen wichtiger Städte erst ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts aus.

Weitere InformationenAusstellung: "Kaufmannspaläste an der Via Regia"
Brüderstraße 9
Görlitz

Eine Wiedereröffnung der Ausstellung soll abhängig von den Inzidenzahlen noch im Juni erfolgen.
Voraussichtliche Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag: 10 – 18 Uhr
Eintritt frei

Thüringer Residenzkultur

Das Siegel Welterbe haben in Thüringen die Wartburg, das Klassische Weimar und das Bauhaus. Nun soll die Residenzkultur dazu kommen. Bis 1920 glich das heutige Thüringen einem Flickenteppich voller Kleinstaaten. Um Kriege zu führen und zu expandieren, waren die Herzöge und Fürsten zu arm – so blieben Mittel für schöne Residenzen. Friedenstein in Gotha als größter deutscher Schlossbau des 17. Jahrhunderts und barockes Universum der Kunst, Schloss Altenstein bei Bad Liebenstein als Sommerresidenz im Stil der Neo-Renaissance mit einem wunderschönen Landschaftsgarten oder die prunkvolle Heidecksburg der Schwarzburger bei Rudolstadt gehören dazu.

Schloss Altenstein ist mit seinem Park auch Außenstandort der BUGA. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Knapp 30 Residenzen sind erhalten. Im Verbund habe diese Thüringer Residenzkultur Welterbe-Potenzial, findet der Freistaat und will bis Oktober die Bewerbung für die Tentativ-Liste, die deutschen Vorschläge fürs Welterbe, einreichen.

Bildungskosmos: Franckesche Stiftungen in Halle

Ein Denkmal erinnert an August Hermann Francke, den Gründer der Stiftungen. Bildrechte: dpa

Bildung für alle, das war das Ziel des Theologen und Pädagogen August Hermann Francke. Ende des 17. Jahrhunderts wurde das von ihm begründete Waisenhaus zum Kern einer Schulstadt von europäischem Rang. Nicht weniger als "eine Universalreform der Gesellschaft durch breite Bildung und Erziehung zur Selbstverantwortung nach christlichen Maßstäben" strebte er an. Das Gebäudeensemble, darunter auch Bibliothek und Wunderkammer, war zum Ende der DDR schwer renovierungsbedürftig. Die Rettung währte Jahrzehnte und verschlang 157 Millionen Euro. Gerade wurden die letzten drei sanierten Häuser übergeben.

Impressionen Der Wiederaufbau der Franckeschen Stiftungen in Bildern

Zwischen 1945 und 1991 wurde das Historische Waisenhaus von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg genutzt. In dieser Zeit wurden nur die dringendsten Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Das Gebäude war 1989/90 stark vernachlässigt und bedürfte einer grundhaften Sanierung. Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn
Das Denkmal zeigt Stiftungsgründer August Hermann Francke (1663-1727). Der pietistische Pastor stampfte Ende des 17. Jahrhunderts eine ganze Schulstadt aus dem Boden, die allen Schichten offen stehen sollte. Er strebte damit "eine Universalreform der Gesellschaft durch breite Bildung und Erziehung zur Selbstverantwortung nach christlichen Maßstäben" an. Bildrechte: dpa
Am Ende der DDR war das riesige frühbarocke Gebäudeensemble in einem ruinösen Zustand, wie hier das mit Taubenkot bedeckte Weltenmodell im Waisenhaus zeigt. Durchs undichte Dach drangen die Vögel ein. Bildrechte: MDR / Robert Frisch
Das 1709/10 errichtete, kleine Gebäude des alten Mägdeleinhauses diente der Unterrichtung von Mädchen, die Francke in sein Bildungskonzept integrierte. Ein Novum. Es war zum Ende der DDR ebenfalls in ruinösem Zustand. Bildrechte: Franckesche Stiftungen / Werner Ziegler
Aus dem Knaben, der einst neidisch aufs Gelände der Stiftungen schielte, wurde ihr Retter. 1990 übernahm Hans Dietrich Genscher die Schirmherrschaft für die Sanierung der Franckeschen Stiftungen. 1993 kam er mit Michail Gorbatschow (r.) Henry Kissinger (l.) in seine Geburtstadt Bildrechte: dpa
Im Jahr 2000 wurde das sanierte Alte Mägdeleinhaus am Lindenhof der Theologischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zur Nutzung übergeben. Bildrechte: Franckesche Stiftungen/Uwe Gaasch
Die zum längsten Fachwerkhaus Europas gehörenden Gebäude wurden 2002 völlig entkernt und bestanden nur noch aus dem Fachwerkskelett. Bildrechte: dpa
Auf dem Areal der Franckeschen Stiftungen wird 2010 mit einem Neubau für den Sitz der Bundeskulturstiftung begonnen. Bildrechte: dpa
Vogelperspektive im Jahr 1935. Kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges, am 31. März 1945, wurde das Historische Waisenhaus von einer Bombe getroffen. Teile des Gebäudes stürzten ein. Bildrechte: IMAGO / Arkivi
Das ganze Areal der Franckesche Stiftungen in einer Luftaufnahme im Jahr 2018 Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn
Blick in die Kunst- und Naturalienkammer im Dachgeschoss des Historischen Waisenhauses mit dem geretteten Weltenmodell im Vordergrund. 1734-1741 wurde sie im ehemaligen Schlafsaal der Waisenknaben eingerichtet. Bildrechte: Franckesche Stiftungen/Thomas Meinicke
Franckes erste Handzeichnung der Schulstadt aus dem Jahr 1713, die im Archiv gefunden wurde. Das restaurierte Schriftstück zeigt die Vision einer Anlage, wie sie bis heute das Bild des Areals mit seinen Fachwerkbauten und dem historischen Waisenhaus prägt. Bildrechte: dpa
Besuchermagnet heute ist die Kunst- und Naturalienkammer: Thomas Müller-Bahlke, Direktor der Franckeschen Stiftungen Halle, zeigt einen über 300 Jahre alten historischen Flusspferdzahn. Das 50 Zentimeter lange Exponat wurde erst Anfang 2020 in der Biologiesammlung des Landesgymnasiums "Latina August Hermann Francke" entdeckt. Danach war jahrelang vergeblich gesucht worden. Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg hatte den Zahn 1698 aus Anlass der Gründung der Kunst- und Naturalienkammer nach Halle geschickt. Bildrechte: dpa
Blick in die Bibliothek mit 64.000 Büchern aus dem 15. bis 18. Jahrhundert. Die fast 300 Jahre alte Bibliothek mit ihren theaterkulissenartig in den Raum gestellten Regalen wird von Forschern, Wissenschaftlern und Gästen aus aller Welt aufgesucht. Bildrechte: dpa
Die Ausgabe einer Bibel wie sie 1788 in der Cansteinschen Bibel-Anstalt im Waisenhaus der heutigen Franckeschen Stiftungen gedruckt wurde. Bildrechte: dpa
Das Historische Druckereigebäude gehört zu den letzten drei sanierten Gebäude des Stiftungsensembles. Bildrechte: MDR/Steffen Lipsch
Die große Scheune verfügt nun über einen zauberhaften Hörsaal und atmosphärisch gestaltete Seminarräume – genutzt werden sie von der Martin-Luther-Universität, um dort künftig Lehrerinnen und Lehrer auszubilden. Bildrechte: MDR/Steffen Lipsch
Das Historische Waisenhaus ( Detail) war der Nukleus der Franckeschen Stiftungen. Der Grundstein wurde 1698 gelegt. Mit der Wunderkammer und den regelmäßigen Jahresausstellungen zählt es heute zu den Besuchermagneten. Im ehemaligen Bet- und Singesaal finden Veranstaltungen statt. Außerdem gibt es das Kinderkreativzentrum Krokoseum im Sockelgeschoss. Bildrechte: Franckesche Stiftungen

Auf dem Areal sind heute Schulen und Kitas sowie Internate, ein Mehrgenerationenhaus, wissenschaftliche Einrichtungen und die Bundeskulturstiftung ansässig. Die Franckeschen Stiftungen sind auch ein Ort der Kultur mit Ausstellungen oder Diskussionsrunden, im Selbstverständnis also kein Freilichtmuseum, sondern ein "moderner Bildungskosmos" – und im zweiten Anlauf vielleicht auf dem Weg zum Welterbe.

Weitere InformationenFranckesche Stiftungen
Franckeplatz 1
06110 Halle


Aktuelle Ausstellung in Haus 1 - Historisches Waisenhaus
"Heilen an Leib und Seele Medizin und Hygiene im 18. Jahrhundert" - Jahresausstellung
Öffnungszeiten:
Di-So, feiertags 10 – 17 Uhr

Ingenieurskunst: Schiffshebewerk in Magdeburg-Rothensee

Sachsen-Anhalt hat aktuell fünf Weltkulturerbestätten der UNESCO: das Bauhaus, die Welterbestadt Quedlinburg, die Luthergedenkstätten, das Gartenreich Dessau-Wörlitz und den Naumburger Dom.

1938 erbaut, ist es das einzige noch in Nutzung befindliche seiner Art. Bildrechte: IMAGO / VIADATA

Als ingenieurtechnische Meisterleistung soll nun das Schiffshebewerk Rothensee hinzukommen. 1938 erbaut, ist es das einzige noch in Nutzung befindliche seiner Art. Es befindet sich im Norden von Magdeburg und überbrückt den Höhenunterschied zwischen dem Mittellandkanal und dem Rothenseer Kanal, der die Verbindung mit der Elbe und dem Magdeburger Hafen herstellt. Dank der Unterstützung von Magdeburger Bürgerinnen und Bürgern konnte es 2013 nach jahrelangem Stillstand wieder in Betrieb genommen werden. Seit 2009 ist Rothensee Teil der Europäischen Route der Industriekultur.

Weitere InformationenSchiffshebewerk in Magdeburg-Rothensee
Zu Schleuse 5
39126 Magdeburg


Öffnungszeiten:
Sie können das Schiffshebewerk jederzeit von der Besucherplattform aus besichtigen.

Führungen:
Mitte April bis Mitte Oktober
Samstag, Sonntag 11 Uhr
Treffpunkt: Parkplatz Schiffshebewerk Rothensee

Telefonische Anfragen: 391 / 63601-402
info@visitmagdeburg.de

Pretziener Wehr bei Schönebeck

Seit 1875 schützt das Pretziener Wehr die Stadt Magdeburg und Umgebung vor Hochwasser. Das Wehr ist Teil eines rund 900 Meter langen Querdamms im Elbe-Umflutkanal. Der Sandstein-Unterbau der Anlage ist fast 163 Meter lang und 7,5 Meter breit. Bei der Fertigstellung war es das größte Schützenwehr Europas. Die Konstruktion wurde andernorts zum Vorbild und für seine Konstruktion ausgezeichnet mit einer Goldmedaille 1889 auf der Weltausstellung in Paris.

Bundesweit bekannt wurde es zuletzt während des Elbhochwassers im August 2002, als die Elbe und einige ihrer Nebenflüsse weite Teile Sachsens und Sachsen-Anhalts überfluteten. Durch die Nutzung sank der Wasserspiegel in Schönebeck um 70 Zentimeter und in Magdeburg um 50 Zentimeter. Als Wahrzeichen der Ingenieursbaukunst soll es nun Welterbe werden.

Weitere InformationenAm Pretziener Wehr
OT Pretzien
39217 Schönebeck

Besichtigen lässt es sich beispielsweise bei einer Radtour, liegt es doch nur ca. 100 Meter vom Elberadweg entfernt.

Der Weg zum Welterbe ist lang: Von der "Tentativ"- auf die UNESCO-Liste

Der Weg zum Welterbe ist lang: Am Anfang steht die so genannte Tentativliste der deutschen UNESCO-Kommission. Sie ist eine "Vorschlagsliste für zukünftige Nominierungen zur Aufnahme in die UNESCO-Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt".

Um darauf zu kommen, muss jedes Bundesland ein "Interessensbekundungsverfahren" durchlaufen, also u.a. beschreiben, wieso die vorgeschlagene Stätte von außerordentlichem und universellem Wert sei. Dazu gehört also auch der internationale Vergleich.

Dargelegt werden mus auch das "Management". Denn mit einer Anerkennung geht die Verpflichtung einher, das Welterbe zu schützen, zu erhalten und an zukünftige Generationen weiterzugeben.

Jedes Bundesland kann zwei Vorschläge für die Aufnahme als UNESCO-Weltkulturerbe einreichen. Eine entsprechende Liste wird aktuell von der Kultusministerkonferenz erarbeitet.

Aktuell verzeichnet die Welterbeliste 1.121 Stätten in 167 Ländern. Mit derzeit 46 Welterbestätten gehört Deutschland zu den Ländern mit den meisten Eintragungen. In Sachsen befinden sich mit dem Muskauer Park und der Montanregion Erzgebirge zwei grenzübergreifende Welterbestätten. Auch das Bauhaus und die Lutherstätten in Sachsen-Anhalt sowie die Wartburg und das Klassische Weimar in Thüringen gehören zum Weltkulturerbe.

Dieses Thema im Programm:MDR KULTUR - Das Radio | 31. Mai 2021 | 06:40 Uhr