UNESCO-Weltkulturerbe Von Luther bis Bauhaus: Das sind Sachsen-Anhalts Weltkulturerbe-Stätten

Die Quedlinburger Altstadt, die Luthergedenkstätten, das Dessau-Wörlitzer Gartenreich, das Bauhaus oder der Naumburger Dom: Mit insgesamt fünf Weltkulturerbe-Stätten ist Sachsen-Anhalt eines der Bundesländer mit der höchsten Welterbe-Dichte. Jährlich ziehen diese Orte zehntausende Menschen aus aller Welt an. Ein Überblick.

Der Naumburger Dom, fotografiert vom Turm einer anderen Kirche
Wurde 2018 als fünfte Welterbe-Stätte Sachsen-Anhalts in die UNESCO-Liste aufgenommen: der Naumburger Dom. Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Quedlinburg: Altstadt, Stiftskirche und Schloss

Verwinkelte Gassen, Fachwerkhäuser, mittelalterliche Plätze: All das zieht Besucherinnen und Besucher nach Quedlinburg, wo große Geschichte geschrieben wurde: König Heinrich I. legte in Quedlinburg im 10. Jahrhundert den Grundstein für die Einigung der deutschen Herzogtümer. In der Stand befindet sich auch seine letzte Ruhestätte.

Seit 1994 gehören die Stiftskirche, das Schloss und die Altstadt von Quedlinburg zum UNESCO-Weltkulturerbe. Im Sandsteinbau der Stiftskirche können bis heute die Königsgräber von Heinrich I. und seiner Gemahlin Mathilde besucht werden. Außerdem befindet sich dort die Schatzkammer mit dem Domschatz, der ebenfalls von Heinrich I. begründet wurde.

Sonne scheint auf die Fassade alter Fachwerkhäuser in einer Gasse auf dem Münzenberg in Quedlinburg
Gasse auf dem Münzenberg in Quedlinburg Bildrechte: MDR/Steffen Lipsch

Weitere Informationen Fachwerkmuseum im Ständerbau
Wordgasse 3

Öffnungszeiten:
April bis Oktober 10 Uhr bis 17 Uhr, donnerstags geschlossen
November bis März geschlossen

Stiftskirche Quedlinburg
Schlossberg 1g

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag, Feiertag 10 Uhr bis 16 Uhr, Montags geschlossen

Münzenberg-Museum
Münzenberg 16

Öffnungszeiten
Montag bis Mittwoch, Freitag 10 Uhr bis 12 Uhr und 15 Uhr bis 17 Uhr
Samstag und Sonntag 10 Uhr bis 12 Uhr und 15 Uhr bis 18 Uhr

Das Schlossmuseum ist derzeit aufgrund von umfangreiche Sanierungs- und Baumaßnahmen geschlossen

An allen Orten sind die dem aktuellen Stand entsprechenden Corona-Hygienemaßnahmen zu beachten.


Wittenberg und Eisleben: Luthergedenkstätten

Schauplätze der Reformationsgeschichte hautnah erleben: Dafür lohnt sich ein Ausflug zu den Luthergedenkstätten in Wittenberg und Eisleben. 1996 wurden die Gedenkstätten in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Dazu zählt unter anderem das Lutherhaus in Wittenberg – das heute größte reformationsgeschichtliche Museum der Welt.

Das Lutherhaus Wittenberg hat einen Turm, der über das Hausdach hinausragt.
Lutherhaus in Wittenberg Bildrechte: imago images / Rainer Weisflog

Mehr als 1.000 Objekte erzählen dort vom Leben und vom Werk Martin Luthers: Fast 35 Jahre lebte er in diesem früheren Kloster, zunächst als Mönch, später als Familienvater mit seiner Frau Katharina von Bora und seinen Kindern. An diesem Ort hatte Luther seine reformatorischen Ideen – und Wittenberg wurde von hier aus zum Ausgangspunkt der Reformation.

Weitere Luthergedenkstätten, die zum Welterbe gehören, sind die Schlosskirche, an deren Türen Luther seine 95 Thesen anschlug und in der er begraben wurde, die Stadtkirche St. Marien, in der er 30 Jahre lang predigte, sowie das Melanchthonhaus, das sich Luthers Wegbegleiter Philipp Melanchthon widmet. Auch Luthers Geburts- und Sterbehaus in Eisleben gehören zum UNESCO-Welterbe.

Weitere Informationen Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt
Collegienstraße 54
06886 Lutherstadt Wittenberg

Lutherhaus in Wittenberg
Collegienstraße 54
Täglich geöffnet von 9 bis 18 Uhr

Melanchthonhaus in Wittenberg
Collegienstraße 60
Täglich geöffnet von 10 bis 18 Uhr

Luthers Geburtshaus und sein Sterbehaus in Eisleben
Geburtshaus: Lutherstraße 15
Sterbehaus: Andreaskirchpl. 7
06295 Lutherstadt Eisleben
Beide täglich geöffnet von 10 bis 18 Uhr

Luthers Elternhaus in Mansfeld
Lutherstraße 26, 06343 Mansfeld
Täglich geöffnet von 10 bis 18 Uhr

An allen Orten sind die dem aktuellen Stand entsprechenden Corona-Hygienemaßnahmen zu beachten.


Das Gartenreich Dessau-Wörlitz

Schon Goethe schrieb über das Gartenreich:

Hier ist's jetzt unendlich schön. Mich hat's gestern Abend, wie wir durch die Seen Canäle und Wäldgen schlichen, sehr gerührt, wie die Götter dem Fürsten erlaubt haben, einen Traum um sich herum zu schaffen …

Johann Wolfgang von Goethe
Eine Gondel fährt mit Besuchern auf den weit verzweigten Kanälen vor dem Gotischen Haus im Wörlitzer Park entlang
Eine Gondel fährt mit Besuchern auf den verzweigten Kanälen im Wörlitzer Park. Bildrechte: dpa

Damit hat Goethe wohl kaum übertrieben. Noch heute ist das Gartenreich berühmt für seine Kanäle und Brücken, Schlösser und Tempel. 1756 ließ Fürst Leopold III. den Wörlitzer Park bauen, damit war der Grundstein für das Gartenreich Dessau-Wörlitz gelegt. Heute zählen zum Kulturerbe nicht nur der Wörlitzer Park sowie die Stadt, der Park und das Schloss Oranienbaum, sondern auch der Landschaftsgarten Großkühnau und die Schlösser Georgium, Luisium und Mosigkau mit deren Parks.

Weitere Informationen Schloss Wörlitz
Kirchgasse
06785 Oranienbaum-Wörlitz

Schloss Wörlitz
Mai bis September: Dienstag bis Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr
Oktober: Dienstag bis Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

Gotisches Haus
Mai bis September: Dienstag bis Sonntag, Feiertage 11 bis 18 Uhr
Oktober: Dienstag bis Sonntag, Feiertage 11 bis 17 Uhr

Schloss Oranienbaum, Schloss Luisium, Schloss Mosigkau, Georgium, Sieglitzer Berg, Kühnauer Park
Mai bis September: Dienstag bis Sonntag, Feiertage 10 bis 17 Uhr
Oktober: Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 17 Uhr

Schlosspark Oranienbaum
Mai bis September:
Montag bis Freitag 7 Uhr bis 20 Uhr // Samstag, Sonntag, Feiertage 8:30 Uhr bis 20 Uhr
Von Oktober bis April:
Montag bis Freitag 7 bis 19 Uhr // Samstag, Sonntag, Feiertage 8:30 bis 19 Uhr

Schlosspark Wörlitz, Schlosspark Luisium, Schlosspark Mosigkau
Ganzjährig kostenfrei geöffnet

Vor Ort sind die geltenden Corona-Hygienemaßnahmen zu beachten.

Vor dem Besuch kann online ein Ticket erworben werden. Alternativ sind Restkarten an der jeweiligen Tageskasse verfügbar. Führungen sind nach Voranmeldung möglich.


Das Bauhaus in Dessau

Der Schriftzug Bauhaus steht an der Fassade des Bauhaus-Gebäudes in Dessau
Das historische Bauhaus-Gebäude in Dessau Bildrechte: imago images/Gerhard Leber

Moderne Wohnsiedlungen, experimentelle Kunst, reformierte Schule: Nach dem Ersten Weltkrieg herrschte in Sachsen-Anhalt enorme Aufbruchsstimmung. 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründet und 1925 nach Dessau vertrieben, wurden am Bauhaus radikale Neuerungen in Architektur, Kunst und Design erprobt. Obwohl die Kunstschule nur 14 Jahre Bestand hatte und 1933 in Berlin schließen musste, prägt sie das Bild der Moderne im In- und Ausland bis heute.

Seit 1996 gehören nicht nur die Bauhaus-Gebäude in Weimar und Berlin, sondern auch das Bauhaus Dessau zu den UNESCO-Welterbe-Stätten. Heute kann man sich in den originalen Bauhaus-Stätten oder dem neuen Bauhaus Museum in Dessau auf Spurensuche begeben. Insgesamt sind es über 39 Bauwerke, Institutionen und Orte, die sich mit dem Bauhaus und der Moderne befassen.

Treppenaufgang mit Panorama-Fenster im historischen Bauhausgebäude in Dessau
Treppenaufgang mit Panorama-Fenster im historischen Bauhaus-Gebäude in Dessau Bildrechte: Stiftung Bauhaus

Weitere Informationen Bauhaus Museum Dessau
Mies-van-der-Rohe-Platz 1, 06844 Dessau-Roßlau
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr
Führungen Mittwoch und Samstag jeweils 13 Uhr

Bauhausgebäude Dessau
Gropiusallee 38, 06846 Dessau-Roßlau
Öffnungszeiten:
Täglich 10 bis 17 Uhr

Meisterhäuser
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr
Führungen täglich 12:30 Uhr

Siedlung Dessau Törten, Konsumgebäude
Am Dreieck 1, 06849 Dessau-Roßlau
Öffnungszeiten:
Täglich 10 bis 15 Uhr
Führungen täglich 15 Uhr
(Januar und Februar geschlossen)

Es wird empfohlen, Tickets vorab im Online-Ticket-Shop zu kaufen, um die Kontaktmöglichkeiten zu minimieren. Eintrittskarten können aber auch vor Ort erworben werden.

Vor Ort sind die geltenden Corona-Hygienemaßnahmen zu beachten.


Der Naumburger Dom

Naumburger Dom
Der Naumburger Dom besteht aus dem Kirchenbau und mehreren Gebäuden darum Bildrechte: imago/epd

Er ist ein einzigartiges Zeugnis der Architektur und Kunst im europäischen Hochmittelalter und Besuchermagnet der "Straße der Romanik": der Naumburger Dom. Jedes Jahr zieht er Zehntausende Gäste an. Schon 2017 erkannte das UNESCO-Welterbe-Komitee an, dass der Dom St. Peter und Paul ein "Meisterwerk menschlicher Schöpferkraft" darstellt – die Aufnahme in die Liste des Welterbes erfolgte 2018.

Begonnen wurde der Bau des Naumburger Doms um 1210 als Bündelpfeiler-Basilika im romanischen Stil. Mitte des 13. Jahrhunderts wurde der Westchor im gotischen Stil errichtet. Stilistisch ist der Dom eine Mischung aus spätromanischen und gotischen Elementen. Der Westchor des Doms übt auch die größte Anziehungskraft aus: Dort befinden sich die zwölf Stifterfiguren, geschaffen durch die Hand des Naumburger Meisters. Als Sinnbild für die "schönste Frau des Mittelalters" zieht vor allem die Stifterfigur Uta Besucher in seinen Bann.

Weitere Informationen Naumburger Dom
Domplatz 19
06618 Naumburg

Öffnungszeiten bis Oktober:

Der Naumburger Dom ist seit dem 1. Juni wieder geöffnet. Montag bis Samstag von 9 bis 18 Uhr und Sonntag bzw. an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr.

Die Teilnahme an öffentliche Führungen ist wieder ohne Testnachweis oder Impfung möglich. Eine frühzeitige Buchung über den Ticket-Shop wird empfohlen.

Auch ein Besuch im Domstiftsarchiv und in der Domstiftsbibliothek ist nach vorheriger Anmeldung mit festgelegtem Zeitfenster möglich.

Beim Besuch gelten die bekannten Corona-Regeln: Maske tragen, Abstand halten, Hände desinfizieren und Hinweise vor Ort beachten.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 16. Juli 2021 | 18:10 Uhr