"Raus mit der Sprache" Mitmach-Ausstellung im Lutherhaus Eisleben fordert zu Sprachspielereien auf

Eine Frau mit Mundschutz steht in der Ausstellung „Raus mit der Sprache“ in Luthers Sterbehaus
Blick in die Ausstellung "Raus mit der Sprache" Bildrechte: dpa

Die Ausstellung "Raus mit der Sprache" ist am Mittwoch im Lutherhaus Eisleben eröffnet worden. Die Sonderausstellung richtet sich an Kinder, Jugendliche und Familien, heißt es bei der Stiftung "Luthergedankstätten in Sachsen-Anhalt", die die Ausstellung organisiert. Statt nur zu informieren, will die Schau dazu anregen, sich mit allen Formen von Sprache auseinanderzusetzen. "Wir wollen mit der Ausstellung zum Nachdenken anstoßen, Menschen für Sprache sensibilisieren", sagt Historikerin und Museumsleiterin Ulrike Wendt-Sellin.

Sprache erkunden

Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, sitzt mit der Schülerin Angelina in der Ausstellung „Raus mit der Sprache“ in Luthers Sterbehaus
Schülerin Angelina versucht Gesichtsausdrücke des anhaltischen Ministerpräsidenten Reiner Haseloff zu erraten. Bildrechte: dpa

Daher finden sich in den Räumen auch keine normalen Exponate, sondern sieben Themenbereiche mit Namen wie "Sprache ist Heimat" oder "Sprache ist wortlos". Die Besucherinnen und Besucher müssen verschieden Aufgaben lösen. So gibt es ein Quiz, bei dem man für Ausdrücke im Mansfelder Dialekt entsprechende hochdeutsche Wörter finden muss. Bei einem Kiosk können die Besucherinnen und Besucher Abkürzungen entschlüsseln. Es gibt eine Selfie-Wand und den sogenannten Lob-Automaten – ein Spiegel, der Komplimente vergibt, wenn sich jemand davorstellt.

Im Begleitprogramm soll es unter anderem auch um Fake News und Desinformation gehen, die politische Diskurse und das reale Leben vieler Menschen beeinflussen können. "Es geht darum, spielerisch selbst Sprache in all ihren Facetten zu erkunden, Erfahrungen mit der Biografie und der Wirkung von Worten zu machen", fasst Wendt-Sellin das Ausstellungskonzept zusammen.

Ein Bildnis des Reformators Martin Luther in der Ausstellung „Raus mit der Sprache“ in Luthers Sterbehaus
Eine ABbildung Martin Luthers in der Ausstellung Bildrechte: dpa

Dass die Sonderschau im Sterbehaus von Martin Luther veranstaltet wird, lässt sich leicht erklären: Auch der Reformator hat sich den Großteil seines Lebens mit Sprache auseinander gesetzt. In Eisleben, wo er auch geboren wurde, arbeitete Luther an einer Übersetzung der Bibel, sodass auch Menschen ohne Kirchenbildung die Botschaften verstehen können. Dabei hat er das moderne Deutsch nachhaltig mitgeprägt. Die Übersetzung erschien 1522 und jährt sich übernächstes Jahr somit zum 500. Mal. Die sogenannte Luther-Bibel wird bis heute immer wieder überarbeitet, zuletzt zum 500. Reformationsjubiläum. Denn Sprache bleibt lebendig, darauf will auch die Ausstellung "Raus mit der Sprache" im Lutherhaus Eisleben hinweisen.

Informationen zur Ausstellung Die Ausstellung "Raus mit der Sprache" in Luthers Sterbehaus läuft bis zum 31. Oktober 2022.

Andreaskirchplatz 7
06295 Lutherstadt Eisleben

Öffnungszeiten:
Di bis So, 10-17 Uhr
Montag ist Ruhetag.

Kultur in Eisleben und Sachsen-Anhalt

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 01. Oktober 2020 | 06:30 Uhr