Kurt Bartel Ibiza 1957
Kurt Bartel auf Ibiza 1957. Bildrechte: Galerie Kunstkonzil

Ausstellungstipp Leipziger Spinnerei entdeckt einen vergessenen Künstler

Kurt Bartel Ibiza 1957
Kurt Bartel auf Ibiza 1957. Bildrechte: Galerie Kunstkonzil

In Leipzig wird ab dem Wochenende ein bedeutender Vertreter der informellen Kunst wiederentdeckt: Kurt Bartel. Im "Untergeschoss 14" auf dem Gelände der Baumwollspinnerei werden Barthels abstrakte Arbeiten im Rahmen einer Retrospektive vom 9. März bis zum 2. April gezeigt.

"Kurt Bartel ist ein ausgesprochener Glücksfall. Ausgerechnet in Leipzig einen noch arbeitenden Vertreter des deutschen Informel anzutreffen, ist mehr als ungewöhnlich", sagt "Wiederentdecker" und Ausstellungsmacher Frank Berger. Informelle Kunst boome derzeit, warum nicht auch in Leipzig, dachte der Kurator. Die Ausstellung "Ans Licht" zeigt Arbeiten aus 60 Jahren künstlerischen Schaffens. Die Auswahl von 1957 bis 2017 konzentriert sich dabei auf das Wesentliche Bartelscher Malerei: die Auseinandersetzung mit Licht, Farbe und Raum.

1961, Fallende Steine, Öl auf LW, 115 x 100
Fallende Steine, Öl auf Leinwand (1961). Bildrechte: Kurt Bartel/Christoph Sandig

Über den Künstler

Der 1928 in Berlin geborene Bartel studierte Anfang der 50er-Jahre an der Berliner Meisterschule. Anschließend verließ er Deutschland, um erst in Italien und danach auf Ibiza zu malen. Dort fand er über natürliche Strukturen, über Holzmaserungen, verwaschene Steine und uralte Mauern seinen Weg in die abstrakte Malerei. Auf Ibiza und in Barcelona als den spanischen Zentren des Informel traf Bartel auf Antoni Tàpies und Modest Cuixart.

2000, Vom Licht erfasste Formen, Acryl und Kohle auf LW, 140 x 140
Vom Licht erfasste Formen, Acryl und Kohle auf Leinwand (2000). Bildrechte: Kurt Bartel/Christoph Sandig

Informelle Kunst

Informelle Kunst

umfasst die Stilrichtungen der abstrakten, gegenstandslosen Kunst der Nachkriegsjahre. Informel entstand im Paris der 40er und 50er.

Im Standardwerk "Neue Kunst nach 1945" (herausgegeben von Will Grohmann) etwa wurde Bartel schon früh in einem Atemzug mit den später großen Vertretern der informellen Malerei wie Bernard Schultze, Emil Schumacher, Gerhard Hoehme, Winfried Gaul, Otto Greis, Karl Fred Dahmen, Heinz Kreutz und Wols genannt.

Als Vertreter der jungen Berliner Künstler wurde er für die 1964/65 in den USA gezeigte Wanderausstellung "Der Geist des neuen Berlin in Malerei und Skulptur" ausgewählt sowie für die Ausstellung "Junge Berliner Künstler" in der Kunsthalle Basel. Doch den Eingang in den Olymp der Malerei fand Bartel nie - er zog sich immer weiter zurück. Erst arbeitete er in Westberlin, später in Österreich. Sein Bekanntheitsgrad schrumpfte. 1994 zog es Bartel schließlich aus privaten Gründen nach Leipzig, wo er bis heute lebt.

1968 - Roter Himmel, Öl auf LW, 160 x 150
Roter Himmel, Öl auf Leinwand (1968). Bildrechte: Kurt Bartel/Christoph Sandig

Angaben zur Ausstellung WAS?
"Kurt Bartel. Ans Licht" - Eine Retrospektive mit Arbeiten von 1957 bis 2017

WANN?
Vernissage am 9. März 2018 - 19.00 Uhr
Ausstellung vom 10. März bis 2. April 2018

WO?
Leipziger Baumwollspinnerei
UNTERGESCHOSS 14 (untergeschoss der HALLE 14)
Baumwollspinnerei Halle 14
Spinnereistrasse 7
04179 Leipzig

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | artour | 08. März 2018 | 22:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. März 2018, 00:00 Uhr

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